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Obwohl sie sich langsam damit abgefunden hatte musste Mirijam, zumindest sich selbst, eingestehen, dass es sie wenigstens ein klitzekleines bisschen interessierte, warum sie keinen Vater hatte. Mit ihren 16 Jahren war sie zwar so weit, dass sie diese Tatsache akzeptierte, aber sie würde trotzdem gerne den Grund wissen. Ihre Mutter meinte immer: „Dein Vater hat mich verlassen, als ich ihm gesagt habe, ich wäre schwanger. Und ich dachte, er würde sich freuen. Er hat sie nur noch ein einziges Mal gemeldet, einige Tage nach deiner Geburt, wollte wissen ob du ein Junge oder ein Mädchen bist und welchen Namen du hast. Dann haben wir noch einen festen Betrag ausgemacht, den er mir seitdem jeden Monat auf mein Konto überweist. Seitdem hat er sich nie mehr gemeldet. Ich weiss nur, dass er im Ausland lebt.“ Aber immer wenn Mirijam den Namen oder Einzelheiten wie Beruf oder ähnliches wissen wollte, blockte ihre Ma sofort ab. Außerdem verstand sie nicht, weshalb sie nicht die Musik hören durfte, die sie wollte. Klar, sie war eine der Mädchen die bei Lieblingsband und ähnlichem immer sagten: „Ich höre eigentlich alles.“, aber momentan mochte sie besonders Bands wie HIM oder Evanescence. Vor allem aber hatten es ihr The Rasmus angetan. Obwohl der Sänger Lauri schon über 40 war, hatte er doch irgendetwas jugendhaftes, junggebliebenes an sich. Die Band gab es jetzt schon seit nunmehr 26 Jahren, dass wusste Miri, aber sie machten immer noch dieselbe coole Musik wie vor vielleicht 10 oder 15 Jahren. Und genau diese, Miris Lieblingsband, verbot ihre Mutter ihr zu hören. Mirijam dagegen konnte nichts entdecken, was besonders schlimm an dieser Band wäre. Sie hörte auch weitaus härtere Sachen wie Manson oder Rammstein, doch nur gegen The Rasmus schien ihre Mutter was zu haben. Wenn sie nach dem Grund fragte hieß es immer nur: „Ich will eben nicht, dass du das hörst. Das hat einen triftigen Grund. So, das sollte dir genügen.“ Aber das genügte Miri NICHT! Sie bohrte immer und immer wieder nach, aber ohne auch nur ein winziges Stück weiter zu kommen. Ihrer Mutter zuliebe tat sie nach einer Weile auch so, als hätte sie jegliches Interesse an dieser Gruppe verloren und sei schon wieder bei einem anderen `liebsten` Musikstil. Sie hörte die CD´s von TR nur noch heimlich und hatte die mittlerweile 12 Alben und die unzähligen Singles (Sie hatte alle gekauft und alles ältere nachbestellt) in ihrem Zimmer versteckt. Da platzte plötzlich ihre Ma ins Zimmer und riss Mirijam aus ihren Gedanken. „Wann gedenkst du eigentlich, dein Zimmer aufzuräumen? Du hast es mir schon seit einer Ewigkeit versprochen!“ „Mein Gott Melanie! Ich mach es schon noch ok?“ Wenn Miri wütend auf ihre Ma war, redete sie immer mit richtigem Namen an. Sie wusste, dass diese das nicht ausstehen konnte. Obwohl sie noch so jung, gerade mal 32, war, benahm sie sich manchmal schlimmer als man es von so jungen Menschen immer erwartete. „Tut mir leid. Ich bin nur etwas enttäuscht, dass du mir immer wieder Dinge versprichst, ohne dich daran zu halten.“ „Ist ja in Ordnung, ich hab´s bis übermorgen sauber, versprochen.“ Sie lächelten sich beide an und Melanie setzte sich zu ihrer Tochter ans Bett um sie zu umarmen.
2 Tage später:
„Hey Ma, rate mal, was ich in Mathe raus hab.“ „Vielleicht ne 2 oder ne 3, wieso?“ „Falsch, beides falsch eine 1 – mit ALLEN Punkten. Und zusätzlich noch ne 1 in unserer alles entscheidenden BWR – Schulaufgabe! Ist das nicht DER Hammer?“ Miri sah, dass ihre Ma schon halb ohnmächtig war. Endlich schaffte sie es, etwas zu sagen. „Oh Mirijam, ich bin so stolz auf dich. Dafür kriegst du eine extra große Belohnung... wie wär´s mir einer 1 – wöchigen Reise an einen Ort deiner Wahl?“ Jetzt war es an Mirijam, sprachlos zu sein. Doch sie fing sich schnell wieder. „Ist,... ist das wirklich dein Ernst?! Also, wenn das so ist... ich wollte schon immer mal nach... Finnland! Am besten nach Helsinki! Davon träum ich schon ziemlich lange, ehrlich gesagt.“ Der Gesichtsausdruck von Melanie hatte sich merklich verfinstert. „Muss es unbedingt Helsinki sein? Du könntest dir jeden anderen Fleck auf der Welt aussuchen, Hauptsache nicht Finnland!“ „Du bist ja so fies! Du hast gesagt, ich darf hin, wo ich will! Dir kann man ja auch nichts mehr glauben!“ Da lenkte ihre Ma ein. „Ok, wenn du unbedingt willst. Aber ich sag dir gleich: ich möchte da nicht gerne hin. Aber ich hab es dir ja grade versprochen.“ „Cool, danke. Wann fliegen wir? Bitte gleich in den Ferien nächste Woche!“ „Meinetwegen.“
Ein paar Tage später, am Wochenende vor den Ferien:
„Mann, ich bin ja schon so was von aufgeregt!“ Mirijam war fast fertig mit Koffer packen. „Was ist denn? Freust du dich gar nicht? Wir sind morgen in Finnland! So weit weg war ich noch nie! Abgesehen davon ist das eh mein erster Urlaub.“ „Mmh... sag mal, warum wolltest du eigentlich unbedingt nach Finnland? Da ist es doch immer so kalt und...“ Mirijam redete dazwischen. „Hey du weist doch, dass ich die Kälte und den Schnee liebe. Wobei, du bist ja gar nicht so ein Schneefreak.. Kann es sein, dass Mr. Unbekannt gerne im Kalten war?“ Mirijam nannte ihren Vater immer Mr. Unbekannt, weil sie ja nicht mal seinen Namen wusste. Und wie gewohnt, wenn man ihn erwähnte, wurde ihre Mutter gleich total gereizt. „Meine Fresse, was weis denn ich, ob der Schnee oder sonst was mochte. Ich für meinen Teil hab fertig gepackt und mach jetzt Abendessen. Ich würde mich freuen, wenn du dich beeilst, denn nach dem Essen geht´s ins Bett und zwar ohne Widerrede! Du weist, dass wir um halb vier losmüssen, wenn wir bis vier am Flughafen sein wollen!“ Dann war sie auch schon zur Tür draussen, bevor Miri auch nur einen Ton dazu sagen konnte. Beim Abendessen sagte keine der beiden ein Wort und Mirijam ging, kaum dass sie fertig war, in ihr Zimmer. Ihre Mutter dagegen blieb regungslos am Tisch sitzen. Etwa eine Stunde später lag Miri immer noch wach im Bett, sie war einfach zu aufgeregt, um zu schlafen. Da hörte sie ihre Ma unten reden. Sie ging nach unten und bemerkte, dass diese mit ihrer Freundin Christina telefonierte. Woher Chrissys Spitzname „Pauri“ kam, hatte sie bis jetzt noch nicht herausgefunden. Sie wusste nur, dass Christina mit einem Finnen verheiratet war, vielleicht war der Spitzname ja finnisch. „Hm, ja ich weis. Aber warum Finnland. Und dann auch noch Helsinki. Wer weis, vielleicht begegnen wir, oder vielmehr ich, ja sogar... oh Gott hoffentlich nicht. Aber in Helsinki... Um vier, wir fliegen um vier... toll danke dass du mich daran auch noch erinnerst! Ja, du hast Recht! In 7 Stunden geht der Flieger, ich will ja gar nicht daran denken... Aber ich hab´s meiner Tochter doch versprochen. Danke. Na klar, es wird schon schiefgehen... mmh, nein, sie weis es nicht, das ist ja das schlimmste. Wenn es so wäre, wüsste sie, warum NICHT Helsinki. Nein, ich kann´s ihr nicht sagen. Ganz einfach: Ich will das alles vergessen und basta! Ich hasse es, mich daran zu erinnern, das weist du. Ich meld mich auf jeden Fall mal aus Finnland. Ja, ich bring dir was mit.... Nein, nicht schon wieder... Ja, es war eine schöne Zeit, aber nur, bis... ach, du weist schon... Ich wünschte ja eigentlich, ich könnte das alles vergessen, aber unter diesen Umständen. Bitte hör jetzt damit auf. Danke... In Ordnung, du kriegst nach meiner Ankunft sofort und auf der Stelle ne SMS. Klar, gerne. Gute Nacht, Pauri. Hm, ja... ok, Ciao.“ Miri verzog sich schnellstens wieder nach oben, damit ihre Mutter nichts merkte. Was hatte sie mit all den unbeendeten Sätzen gemeint? Zumindest wusste sie nun, dass es ihrer Ma tatsächlich eine Riesenmenge an Überwindung kostete, mit ihr nach Finnland zu fliegen, und daher rechnete sie ihr das jetzt besonders hoch an. Doch vor allem: wem wollte sie auf keinem Fall begegnen? Vor wem hatte sie solche Angst. Und was hatte sie ihrer eigenen Tochter nicht erzählt. Von vielen Fragen gequält, schlief sie schließlich ein. Melanie dagegen wühlte einen Ordner aus der untersten Ecke ihres Schlafzimmers heraus. Der Inhalt: Alles mögliche von ihrer Lieblingsband in ihrer Jugend... Sie sah sich alles sorgsam an, las sich jedes Wort, das darin stand aufs genaueste durch und als sie damit fertig war und den Ordner wieder verstaut hate, schlief sie schließlich unter Tränen ein...
Am Morgen des Abfluges, 3.50 Uhr:
Melanie betrat das Schlafzimmer ihrer Tochter. „Hi meine Süsse. Aufwachen, falls du nicht im Schlafanzug Richtung Helsinki willst.“ Sie sah gut gelaunt aus, obwohl Miri wusste, dass sie dies absolut nicht war. „Morgen“, murmelte sie verschlafen. „Ich bin gleich fertig...“ „Gut, ich tu schon mal das Gepäck ins Auto und versuch, das Teil warm zu kriegen.“ Melanie nahm also alles Gepäck um es dann sicher im Kofferraum und auf den Rückbanken zu verstauen. Zum Schluss nahm sie noch einen Rucksack, in dem die, für sie, wichtigsten Dinge für den Flug drinhatte. Keine 5 Minuten später kam Mirijam mit einem ähnlichem Teil an, setzte sich auf den Beifahrersitz und los ging die Fahrt genau Richtung Norden. Sie mussten durch halb München, wo sie übrigens wohnten, fahren, um zum Flughafen zu kommen. 5 vor 4 waren sie da, gingen zum Schalter und lösten ihre Tickets. Dann stiegen sie ins Flugzeug... Mirijam fühlte sich irgendwie schuldig gegenüber ihrer Mutter. Aber sie sagte nichts, sondern setzte sich ans Fenster und stöpselte sich ihren Discman in die Ohren. Ausnahmsweise hörte sie mal kein The Rasmus, sondern Negative, eine Band aus Finnland, die ihr vor zwei Wochen aufgefallen war. Melanie hatte ebenfalls ihren Discman rausgeholt und hörte Him. Diese Gruppe gab es auch schon sehr lange, doch Melanie bevorzugte es, die älteren Songs von Him zu hören, während Mirijam die aktuellen viel besser fand. Nach etwas mehr als einer dreiviertel Stunde Flug, landete das Flugzeug und kurz darauf standen Mutter und Tochter am Flughafen von Helsinki. Melanie schrieb schnell die versprochene SMS und Miri wartete derweil aufs Gepäck. Melanie war fertig und ging zu ihrer Tochter. „Na, ist unser Gepäck schon da?“ „Nein, noch nicht.. warte, da kommts ja!“ Melanie und Mirijam schnappten sich je zwei Koffer und liefen zum Ausgang des Airports, wo bereits das Taxi wartete. Die beiden fuhren zu ihrem 4-Sterne Hotel, checkten ein und machten es sich in ihren Zimmern gemütlich. Sie hatten Einzelzimmer, sodass jeder etwas Privatsphäre hatte. Nachdem sich beide in ihrem Zimmer einigermaßen häuslich eingerichtet hatten, machten sie einen Shoppingausflug in Helsinki. Melanie und Mirijam gingen in Discounter und Boutiquen, sie ließen keinen Laden aus. Am Ende waren beide voll bepackt mit Tüten und setzten sich in ein nahegelegenes Café, um sich mit einem Kaffee etwas aufzuwärmen. Der Kellner fragte irgendwas auf finnisch. Miri wollte grade auf Englisch antworten, als ihre Mutter aber schon auf finnisch, wenn auch etwas brüchig, antwortete. „Sag mal, woher kannst DU denn finnisch?!“ Melanie wurde rot. „Ähm, ich... wenn ich dir jetzt sage, dass jeder ein bisschen finnisch kann, wirst du mir wohl nicht glauben, oder?“ Ihre Tochter schüttelte den Kopf, „Na ja, also.... ich, ich war mal mit nem Finnen zusammen. Genau!“ „Aha...“ „Nein, wirklich...“ Mirijam wollte aber noch nicht locker lassen. „Und wie lang hat diese Beziehung gehalten?“ „Na ja, etwas über einen Monat.“ „Ich hab ihn nicht oft gesehen!“, fügte sie noch hinzu, wie um sich zu rechtfertigen. „Ja ist ja schon gut, ich glaubs dir ja.“ Da kam der Kellner mit dem Kaffee. „Kiitos!“ Melanie nickte dem Finnen zu und gab Mirijam ihren. Die beiden saßen eine Weile über ihrem Kaffee, als sie plötzlich Gekreische von draußen hörten. „Oh, Mama, guck mal!“ „Was ist denn da?“ „Schau, da ist dieser Lauri da, von The Rasmus!“ Melanie zuckte zusammen. „Echt? Ähm.. ich dachte du hörst die Band nicht mehr!“ Mirijam wurde rot, rettete sich aber geschickt. „Na und. Deswegen ist er trotzdem berühmt und es ist doch immer aufregend jemand berühmten zu treffen!“ „Wenn du meinst, komm, trink aus!“ „Aber...“ Melanie trank das Getränk in einem Zug leer, legte doppelt so viel Geld auf den Tisch, als nötig gewesen wäre und zog ihr Kind aus dem Café Richtung Hotel. „Hey, ich wollte ihn doch wenigstens mal von Nahem sehen!“ „Schau dir Bilder an, da hält er wenigstens still.“ In Gedanken fügte sie noch hinzu: >Und da kann er niemandem das Herz brechen...< Im Hotel angekommen ging jede der beiden in ihr eigenes Zimmer. Melanie warf ihre Einkäufe aufs Bett und kramte einen Ordner hervor. Gleich vornedrauf klebte ein Bild von einem jungen Mann, der schwarzen Kajal trug und Federn im Haar hatte... Da klopfte es an der Tür. Sie ließ den Ordner unter ihrem Kopfkissen verschwinden. „Ist offen!“ Mirijam kam rein und setzte sich aufs Bett. „Es tut mir leid. Ich weiss ja, dass du diese Band nicht... magst.. weshalb auch immer. Aber willst du mir das nicht endlich mal sagen. Wenn ich den Grund wüsste, dann könnte ich das wenigstens nachvollziehen...“ „NEIN! Zum zehntausendsten Mal: Ich möchte es dir nicht sagen. Warum respektierst du das nicht endlich?“ „Weil es mich eben interessiert und...“ „ich denke, ich habe mein Recht darauf, auch meine Geheimnisse zu haben, wie jeder normale Mensch. Ich meine: Es gibt von meinem ganzen verdammten Leben nur zwei Dinge die ich dir nicht sagen will: Das mit deinem ach so tollen Vater und warum ich diese Band nicht ausstehen kann! Ist es denn zuviel verlangt, dass du mir diese zwei Geheimnisse lässt?“ „Ok, du hast Recht, tut mir leid, ich war halt einfach nur neugierig. Miri stützte sich mit einer Hand aufs Kopfkissen. „Huch, was ist den das?“ Sie fischte den Ordner hervor. „Hmmm... wer ist das denn?“ Darauf zu sehen war ein Mann, sie schätzte ihn Mitte zwanzig, der Kajal trug und sich Krähenfedern ins Haar gesteckt hatte, das sorgsam nach hinten gegelt war. Als nächstes fielen ihr seine schönen Augen auf. Sie waren leuchtend grün, so wie die ihren. Der Mann kam ihr irgendwie bekannt vor, woher nur. Außerdem fühlte sie sich ihm verbunden, als sie diese Augen ansah, fast, als würde sie ihn seit Ewigkeiten kennen. Diese ganzen Gedanken schossen ihr während einiger weniger Sekunden durch den Kopf, da hatte ihr ihre Mutter den Ordner schon aus der Hand gerissen. „Lass das!“ „Hey, was denn? Hast du nicht grade was von wegen nur 2 Geheimnisse gesagt? Das ist ja schon das dritte!“ „Wenn du meinst...“, murmelte Melanie. „Was? Na ja, auch egal! Aber WER ist das? Hast du etwa den ganzen Ordner mit dem voll?“ Melanie reagierte heftiger als beabsichtigt. „DAS GEHT DICH `N SCHEISSDRECK AN; KAPIERT?“ In Wirklichkeit hatte sie jedoch nur so reagiert, weil die andere Möglichkeit gewesen wären, zu Heulen, und das wollte sie nicht. Trotzdem war sie schon den Tränen nahe. „Ok, wenn du meinst. Ich geh dann mal, ja?!“ Miri verließ das Zimmer und schlug die Türe heftig hinter sich zu. In ihrem Zimmer holte sie den Discman raus und hörte ihre Lieblingsband –The Rasmus... Währenddessen heulte sich ihre Ma im Nebenzimmer die Augen aus dem Kopf...
Nächster Tag:
Mirijam wachte schon früh auf. Sie sah auf ihren Wecker: halb sechs. Sie hatte ihre Mutter nicht beim Abendessen gesehen, und nachdem sie am letzten Abend endlich eingeschlafen war, hatte sie im Traum die ganze Zeit das Bild dieses jungen Mannes vor sich gesehen. Das Gefühl der Vertrautheit wurde immer stärker. „Wer war dieser Kerl blos?“, fragte sie sich immer und immer wieder. „Der kam mir so verdammt bekannt vor, als hätt ich ihn schon mal gesehen... aber wenn, dann hätt ich ihn doch erkannt... Das Bild sah aus, wie von einer Zeitschrift... Aber Ma liest doch gar keine...“ Diese und weitere Gedanken quälten Mirijam, als sie unter der Dusche stand, sich anzog und schließlich schminkte. Dann ging sie hinunter in den Speisesaal, um dort zu frühstücken. Kaum hatte sie einen Platz gefunden, sah sie auch schon ihre Mutter in den Saal kommen, welche genau auf Miri zusteuerte. Die beiden murmelten ein leises „Morgen!“, was für mindestens eine Viertelstunde das einzige Wort war, was sie zueinander sagten. Melanie beschloss sich daraufhin, das Eis zu brechen. „Hey, Mirijam, es,.. es tut mir leid, ich hätte dich nicht so anschreien dürfen und..“ „Ist schon ok...es ist ja deine Privatsache, wenn du nen Ordner mit Bildern von nem süßen Typen sammelst...“ Miri grinste. „Das... das ist nicht so, wie du vielleicht denkst...“, antwortete sie errötend. „Ich meine...“ „Du musst mir nichts erklären, ich hab doch gesagt, es geht mich nichts an.“ „Ich möchte es dir aber gerne erklären!“, erwiderte Melanie mit Nachdruck. „Also, ähm... dieses Bild... das ist schon ziemlich alt... ungefähr 16 Jahre...“ „Wow, das ist ja so alt wie ich!“ Mirijam hatte ganz vergessen, dass sie in einem Hotel waren, und daher ausversehen laut gerufen. „Ja, das ist es wohl...“ „Ja und, wer ist denn der Typ auf dem Foto? Ein früherer Schwarm von dir!“ „Wenn du es so nennen willst...“ Mirijam wusste, dass sie jetzt nicht mehr aus ihrer Mutter herausbekommen würde, also schob sie ihre Neugier beiseite und begann mit einem neuen Thema. „Was wollen wir denn heute machen?“ Melanie atmete auf, sichtlich erleichtert, dass das Thema, zumindest vorläufig aus der Welt war. „Na ja, wie wärs mit ein bisschen Sightseeing... dann ein Cafébesuch und dann...“ „Eine Bootsfahrt!“, fiel ihr Miri ins Wort „Gut, ok, und danach können wir ja auf den Markt in Helsinki gehen, dann können wir unseren Freunden richtig traditionell finnische Sachen schenken.“ „Au ja, das machen wir!“ Mirijam war sofort Feuer und Flamme von dieser Idee. Dann fiel Melanie noch was ein: „Wie wärs, wenn wir uns danach im Hotel ausruhen und dann die Bars und Kneipen von Helsinki unsicher machen!“ Miri guckte ungläubig drein, dann lächelte sie übers ganze Gesicht. „Super!“ Mehr fiel ihr dazu nicht mehr ein. „Na, es heißt doch immer, die Finnen wären so trinkfest! Wäre doch gelacht wenn eine Mutter und ihre Tochter es nicht schaffe, wenigstens einen von ihnen unter den Tisch zu trinken!“ Beide unterhielten sich während des restlichen Frühstücks fieberhaft weiter über Finnen und deren Trinkgewohnheiten, bevor sie in ihre Zimmer gingen, um sich für die Stadt fertig zu machen. Mirijam zog ihre neuen, schwarzen Stiefel mit den 7 cm Absätzen an, die sie sich gestern gekauft hatte, ebenso wie den schwarzen Rüschenrock. Die Bluse, die sie trug, ließ sie gleich an. Melanie zog sich ebenfalls schwarz an, nur dass sie sich ne Schlaghose und Sneakers rausgesucht hatte... dazu noch das neue schwarze Top von gestern... perfekt. Die beiden trafen sich in der Eingangshalle. Dann besuchten sie alle möglichen Sehensmöglichkeiten in Helsinki, wovon es übrigens nicht besonders viele gab, danach gingen sie ins selbe Café wie am Tag zuvor. Frisch gestärkt machten sich die zwei auf den Weg zum Hafen. Dort angekommen, liefen sie bis zum Rand eines kleinen Stegs und setzten sich trotz der Kälte hin. Sie sahen wie in Trance auf das Meer hinaus, welches ihnen in diesem Moment schier unendlich erschien. Nach einer Weile erhob Melanie sich. „Hey, warum stehst du auf? Bleib doch noch ein bisschen.“, protestierte Mirijam. „Tut mir leid, aber mein Arsch ist durchgefroren und außerdem wollten wir doch mit einem Boot fahren, oder etwa nicht?“, konterte ihre Mutter. „Ja ok, dann los.“ Mit einem Satz war Miri auf den Beinen und lief Richtung Bootsverleih. „Hey, warte auf mich!“ Melanie lief hinterher. Ein paar Minuten später saßen sie zu zweit in einem kleinen Motorboot und fuhren aufs offene Meer hinaus. „Wow, das ist ja unglaublich!“ Mirijam starrte aus dem Boot heraus aufs Wasser. Es war klar, sah aber dennoch aus, als wäre es blau. Es war das klarste Meer, das Mirijam jemals gesehen hatte. Sie konnte Fische darin erkennen, die im Wasser waren, außerdem bildete sie sich ein, sogar den Grund des Meeres zu sehen, aber das war natürlich unmöglich. Melanie war nicht weniger begeistert, jedoch wurde ihr das ins Wasser starren schon nach 5 Minuten zu langweilig und so fuhr sie ohne Vorwarnung wieder los, was Miri fast aus dem Mini-Schiff fallen ließ. „Aaah! Sag mal spinnst du?“ „Nur keine Panik auf der Titanic.“, lachte Melanie. „Na du hast gut reden, du bist ja auch nicht grade fast ins Eiswasser gefallen...“, brummte Mirijam. „Ok, ok, tut mir leid... aber ich dachte halt, wo dir das Meer doch eh schon so gut gefällt...“ „Oh man, du bist echt unverbesserlich!“, seufzte ihre Tochter. Nachdem sie weitere fünf Minuten etwas herumgefahren waren, mussten sie auch schon wieder zurück, sie hatten das Boot nämlich nur für 20 Minuten gebucht. Dann liefen sie in die Stadtmitte zum finnischen Markt. Dort fanden sie ziemlich viel, nur nichts, was sie ihren Freunden schenken konnten... Sie hatten fast eine Stunde damit verbracht, den ganzen Markt anzusehen und waren danach zu dem Schluss gekommen, dass er haargenau einem deutschen Markt glich, bis auf die Sprache. Also gingen sie in einen kleineren Laden, um ein paar Mitbringsel zu kaufen, da sie vorher noch nichts passendes gefunden hatten. Als sie zurück im Hotel waren, hatten beide alle beide Hände voller Kleinigkeiten, denn in Finnland waren die Leute anscheinend ziemlich geizig, zumindest solang sie nüchtern waren. Denn keiner der insgesamt 11 verschiedenen Mini-Shops in denen sie gerade waren, hatte ihnen eine Tüte angeboten. Mittlerweile war es später Nachmittag geworden. Melanie und Mirijam gingen jeweils in ihre Zimmer um die vielen Geschenke zu verstauen, dann ging Miri zu Melanies Zimmer und klopfte. „Herein! Ach hi.“ „Und was machen wir jetzt? Bis die erste Kneipe aufmacht, dauerts schon noch etwas.“ „Na ja, wie wärs mit fernsehen?“, schlug Melanie vor. „Einstimmig angenommen... obwohl ich eh nix verstehen wird.“, antwortete Mirijam. Also setzten sich beide vor den Fernseher und Melanie zappte, bis sie eine Komödie entdeckt hatte. Leider fand Miri diese nicht komisch, da sie kein Wort verstand, nur Melanie lachte dann und wann. „Schalt mal auf MTV.“, bettelte Mirijam. „Haben die das hier überhaupt? Na ja, ich such mal.“ Ungefähr 25 Programme später hatten sie es gefunden. Leider lief da nix gescheites. Gegen acht Uhr ging Miri in ihr eigenes Zimmer zurück, um sich für den Abend herzurichten. Um ca. halb neun waren beide fertig und trafen sich, mal wieder in der Eingangshalle. Sie gingen der Reihe nach in verschiedenste Clubs, Bars und Discos, wobei sie nach jeder besoffener waren. Irgendwann meinte Melanie „Ich geh heim... alles dreht sich so... ok?...“ Sie hatte schon mindestens doppelt so viel getrunken wie Mirijam und so ging es ihr auch entsprechend. Wäre sie nicht so betrunken gewesen, hätte sie vielleicht gesagt „Komm Mirijam, wir gehen jetzt zurück ins Hotel.“ Aber so gab sie ihr nur noch ein paar Euros und wankte dann aus dem Club heraus. Miri hatte noch einen ziemlich klaren Kopf, sie ging in den nächsten Club und bestellte sich ein Wasser. Der Barkeeper sah sie komisch an, brachte ihr aber das gewünschte Getränk. „Boah, ich muss mich erstmal etwas ausruhen... die nächste Stunde kein Alkohol mehr....“, dachte Mirijam. Also trank sie ihr Wasser langsam und wippte mit dem Kopf ein wenig zur Musik. Plötzlich tippte ihr jemand auf die Schulter und laberte was auf finnisch. Sie musste grinsen, drehte sich herum, um sich den Typen der sie angequatscht hatte, anzusehen. Grade wollte sie damit beginnen, ihm auf Englisch zu sagen, dass sie kein Wort finnisch verstand, aber die Worte blieben ihr im Hals stecken, denn sie blickte gerade in die atemberaubendsten grünen Augen, die sie je gesehen hatte. Sie leuchteten noch mehr als ihre. Er fing schon wieder an, irgendwas auf finnisch zu sagen. Diesmal gelang es ihr sogar, zu antworten. „Sorry, I can´t speak Finnish. I´m from Germany.“ „Oh... ok, then English.“ Er lächelte und sie begannen, sich auf Englisch zu unterhalten. Während er sprach und lachte, dachte Mirijam angestrengt nach. Dieser Typ kam ihr, mal wieder, so verdammt bekannt vor... Plötzlich machte es Klick. Er sah dem Typen vom Ordner ihrer Mutter verdammt ähnlich! Aber er war es nicht, dessen war sich Miri 100% sicher. Vielleicht nur ein Zufall. Auf jeden Fall fand Mirijam, dass er ziemlich gut aussah, außerdem schien er sehr nett zu sein. Er spendierte ihr noch zwei Drinks. Als Miri schließlich beschloss, zu gehen, tauschten die beiden noch Handynummern aus, danach fuhr sie mit dem Taxi zum Hotel, das ihr übrigens auch der zuvorkommende Finne zahlte, und legte sich wie sie war ins Bett. Sie schlief sofort ein. Um 9 Uhr wachte Melanie auf. „Boah, mein Kopf... Oh mein Gott, Mirijam! Ich hab sie einfach stehen lassen! Hoffentlich ist ihr nichts passiert...“ Sie stand auf, stieg unter die Dusche und wollte frisch geduscht grade an Miri´s Tür klopfen, als sie schnarchen aus deren Zimmer vernahm. Sie lächelte und ging runter zum frühstücken, wecken konnte sie ihre Tochter später immer noch. Melanie ließ sich lange Zeit, las noch in einer finnischen Zeitung, wobei sie jedoch nur die Hälfte verstand, und ging dann nach oben, um Mirijam zu wecken. Sie klopfte so lang an ihrer Tür, bis selbige geöffnet wurde und Miri´s zerknautschtes Gesicht zum Vorschein kam: „Morgen... wie spät ist es denn?“ „Es ist schon nach 10 Uhr, mein Schatz.“, antwortete Melanie fröhlich, sie hatte schon ihr Aspirin genommen. „Aha... Ich geh dann mal duschen, ja?“ „Ok, komm dann in mein Zimmer, dann können wir ja den heutigen Tag besprechen, ok?“ „Ja...“ Eine dreiviertel Stunde später kam eine weitaus wachere Mirijam in Melanie´s Zimmer. „Morgen Ma.“, meinte sie gut gelaunt. „Na, schon wieder so fit?“ „Ja, ich hab gestern voll den süßen Jungen kennengelernt.“, schwärmte Miri. Melanie lächelte. „Ach ja, ich treff mich heute mit dem.“ „Wie heißt er denn?“, wollte ihre Mutter wissen. „Äh... moment, gleich fällts mir ein... ach ja, genau!“ Mirijam erinnerte sich dunkel an gestern abend, und wie er ihr seinen Namen verraten hatte. „Er heißt Jonne.“ Da klingelte Miri´s Handy. „Hey Schatz, das ist deins. Wer schreibt dir denn die SMS?“ „Die ist bestimmt von Jonne... ja!“, Mirijam strahlte. Er lädt mich heute ein... in dieses Café wo wir schon zweimal waren... und er meint, dass du ruhig mitkommen kannst.“ „Was, ich?!“ „Ja, er will dich mal kennenlernen...“, antwortete Miri kleinlaut. Melanie setzte eine theatralisch ernste Miene auf. „Also, dass es schon so ernst ist... hättest du mir das nicht gleich sagen können... wann und wo soll denn die Hochzeit stattfinden?“ Die beiden fingen an zu lachen. „Ach komm, er will dich halt auch kennenlernen, wir reisen ja Ende der Woche schon wieder ab!“ Die zwei vertrieben sich den Vormittag mit MTV gucken und Blödsinn machen, kurz vor drei gingen sie dann Richtung Café. „Du Mirijam sag mal, wie sieht denn dieser Jonne überhaupt aus?“ „Hmm.. na ja, also..“ Miri versuchte sich an den gestrigen Abend zurück zu erinnern... langsam formten sich die verschwommenen Erinnerungen zu einem scharfen Bild. „Na ja, er.. er ist etwas größer als ich und.. ja, er hat so dunkelblode, halblange Haare... und wunderschöne, grüne Augen...“, schwärmte sie. >Grüne Augen.... ach das ist doch quatsch, das kann gar nicht sein..< dachte Melanie. >Außer..< „Sag mal wie alt ist denn dieser Jonne eigentlich?“ „!7, warum? Also nicht zu alt für mich.“, lachte Mirijam. „Nein... ist er nicht...“, erwiderte Melanie und innerlich fiel ihr ein Stein vom Herzen. >Na also, hast du dich mal wieder völlig umsonst verrückt gemacht... Er ist schon 17. Dann kann das ja gar nicht sein.. Grüne Augen sind ja nicht unbedingt selten...< Sie war so in Gedanken versunken, dass sie gar nicht bemerkte, dass sie das Café schon erreicht hatten. „Hey, Ma, nicht schlafen!“, meinte Miri. „Was.. oh, wir sind ja schon da!“ „Wo bist du nur wieder mit deinen Gedanken?“ Mirijam zog ihre Mutter hinter sich ins Café und setzte sich an einen freien Tisch. Der Kellner fragte lächelnd irgendwas und Melanie nickte. „Was hat er denn gesagt?“, wollte Miri wissen. „Er hat gefragt, ob wir das gleiche wie immer wollen.“, meinte Melanie. „Wow, dann sind wir ja schon so was wie Stammgäste. Cool.“ „Naja, um ein Stammgast zu werden, musst du schon noch etwas öfters hierher kommen.“, lachte ihre Mutter. „Schau, da kommt Jonne!“, meinte Mirijam plötzlich. Der Kellner brachte ihnen gerade ihre Bestellung, da sah er auch auf. Als er Jonne bemerkte, machte er große Augen, lief zur Tür und hielt sie ihm auf. „Sag mal, was ist denn in den gefahren?“, raunte Melanie ihrer Tochter zu. „Keine Ahnung. Vielleicht ist das ja ein Stammgast.“, flüsterte Miri zurück. „Also, wenn das so ist, will ich auch ein Stammgast sein.“, kicherte ihre Mutter. Der Kellner wollte Jonne zu einem Tisch bringen, aber der winkte ab und sah sich um. Mirijam und Melanie bemerkten, dass auf einmal alles ruhig war, alle starrten auf Jonne, dann fingen alle an zu tuscheln. Mutter und Tochter tauschten einen vielsagenden Blick. Endlich hatte Jonne die zwei entdeckt und steuerte auf ihren Tisch zu. „Terve... ähh Hello.“, meinte er. „Hi.“, antworteten die beiden anderen gleichzeitig. Der Kellner lief sofort zu ihrem Tisch, nahm Jonne´s Bestellung auf, sah Melanie und Mir noch mal komisch an und ging wieder. „Nicht mehr viel und der hätte sich verbeugt und ihm die Füße geküsst.“, kicherte Melanie. Jonne guckte verständnislos drein. „Ma, du musst auf Englisch reden, oder Finnisch.“, bemerkte Mirijam. (- ab hier ist alles Gesprochene eigentlich Englisch, Anm. der Autorin) „Oh, ach ja, tut mir leid Herr...“ „Einfach nur Jonne, und es ist schon ok, Frau..“ „Einfach nur Melanie, sonst fühl ich mich ja noch älter, und so alt bin ich ja noch nicht.“, lächelte Melanie. „Natürlich nicht.“, antwortete er hastig. „Sag mal Jonne, warum war denn der Kellner so komisch?“, wollte Miri wissen. „Unwichtig.“, meinte er knapp. Melanie dachte schon wieder nach. >Diese Augen.. das ist ja fast wie... NEIN. Melanie sei ruhig, er ist 17. Das kann also gar nicht sein. Aber wenn vielleicht... Nein! Oh mein Gott, ich streite mich mit meinen eigenen Gedanken. Fehlt ja nicht mehr viel und die Jungs mit den weißen Jacken kommen. Ich leide ja unter permanenter Verfolgungsangst. Und außerdem, weiße Jacken.. die würd ich nicht anziehen, sollen die mir gefälligst schwarze besorgen.. oh Gott, was denk ich da? Ich muss hier raus. Sofort!< Stille. Der Kellner kam und brach das peinliche Schweigen. „Noch etwas, Herr...“ Jonne ließ ihn nicht ausreden. „Nein, das wäre dann alles.“ „Also, ich geh dann mal. Ihr könnt euch sicherlich viel besser unterhalten, wenn ich weg bin, ich hab ihn ja jetzt gesehen, also muss ich mir keine Sorgen mehr machen. Macht’s mal gut ihr zwei. Heippa!“, meinte Melanie. „Heippa...“, antwortete Jonne und gab ihr die Hand. „Tschüss Ma.“, sagte nun auch Mirijam. Melanie steckte Miri noch einen 20€- Schein zu, dann ging sie aus dem Café. >Hach, frische Luft.... und jetzt?< Sie entschied sich dazu, ins Kino zu gehen, suchte sich einen Film raus, der auf Englisch lief, da sie ja nicht umwerfend viel Finnisch konnte, und versuchte sich zu entspannen.
Derweil bei Jonne und Mirijam:
„Also Miri, erzähl mal was über dich.“ „Was soll ich denn jetzt erzählen?“ „Hmm, zum Beispiel von dir zu Hause. Ich war noch nie in Deutschland. Oder von deiner Familie.“, schlug Jonne vor. Mirijam lachte. „Familie... die hab ich nicht... nicht wirklich jedenfalls. Und Deutschland: Also, es ist etwas wärmer als bei euch und ich persönlich lebe nicht am Hafen, sondern näher bei den Alpen. Bei uns trinken die meisten Leute nicht so viel... na ja, das war’s eigentlich schon.. Aber, was mir aufgefallen ist: Bei mir daheim wird jeder angestarrt, wenn er etwas aus der Reihe fällt. Wie ich zum Beispiel: Ich zieh mich ganz schwarz an, da werde ich in Deutschland die ganze Zeit blöd angeguckt, aber hier in Finnland scheint das niemanden so richtig zu interessieren. Oder die Leute hier sind so höflich, dass sie mich nur anstarren so lang ich es nicht sehen kann.“, lachte sie. >Sie sieht so süß aus, wenn sie lacht...<, dachte Jonne. „Was meinst du eigentlich mit: Du hast keine Familie?“ „Naja, ich bin erstens Mal ein Einzelkind. Und außerdem hab ich keinen Vater, zumindest weiß ich nichts über ihn, außer, dass er meine Mutter verlassen hat, als sie schwanger war. Und Großeltern hab ich auch nicht, zumindest hab ich keinen Kontakt zu ihnen. Meine Tante und meine beiden Onkel seh ich nur ganz selten..“ „Oh, das tut mir leid...“, meinte Jonne. „Das muss dir nicht leid tun, ich bin so aufgewachsen, ich bin das gewohnt... Außerdem habe ich dadurch ein besseres Verhältnis zu meiner Mutter als die meisten anderen in meinem Alter. Weißt du, sie ist so was wie ne Freundin, manchmal wie ne große Schwester... Und jetzt erzähl du mal was über deine Family.“ „Na ja, ich hab noch beide Elternteile... Das dramatischste was je passiert ist, ist, dass mein Vater meine Mutter verlassen hat, weil sie ihn betrogen hat und dann hat sie kurz darauf erfahren, dass sie mit mir schwanger ist. Ein Test hat ergeben, dass ich nicht von ihrer Affäre bin. Als sie meinen Vater das nächste Mal sah, war ich schon fast ein Jahr alt, und irgendwie sind sie dann wieder zusammengekommen. Ja, das war´s eigentlich. Meine Großeltern mütterlicherseits seh ich oft, aber die von meinem Vater nicht, der versteht sich nicht gut mit seinen Eltern...“ „Und was machst du sonst so? Hast du nen Job oder so?“ „Nein, ich bin noch aufm Gymnasium, danach will ich Naturwissenschaften studieren. Und du?“ „ich bin in der letzten Klasse in der Realschule, mach bald meinen Abschluss. Ich such noch nach nem Job. Aber soll ich dir mal was verraten?“ Miri senkte verschwörerisch ihre Stimme. „Was denn?“ Auch Jonne flüsterte jetzt, obwohl er den Grund dafür gar nicht kannte. „Ich wollte schon immer mal Sängerin werden... aber das wird wohl immer ein Traum bleiben....“ „Kannst du gut singen?“, fragte Jonne grade heraus. „Was?“ „Ob du gut singen kannst?“ „Ja, ich denke schon, aber warum..“ „Gut, dann komm morgen um 3 Uhr zu mir.“ Er krixelte eine Adresse auf ein Stück Papier. Dann rief er nach dem Kellner um zu zahlen. Dieser sagte was auf Finnisch, Jonne antwortete und gab dem Kellner das Geld, und, seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, auch noch ein großzügiges Trinkgeld. „Kiitos.“ „Hey, was ist mit meiner Rechnung?“, protestierte Miri. „Ich hab für uns beide gezahlt, ist doch ok, oder?“ Er lächelte, umarmte Mirijam, die viel zu verwirrt war, um die Umarmung noch zu erwidern, und ging dann aus dem Lokal. „Tschüss...“, flüsterte Miri, als er schon längst weg war. >Wow, dieses Lächeln... und er hat mich umarmt... Der ist ja so süß.. Und jetzt hat er mich auch noch zu sich eingeladen... Der Typ ist ja der Hammer... Moment mal, ich kling ja schon so, als wäre ich in ihn... aber das kann doch nicht sein... oder doch?< Mit gemischten Gefühlen machte sich Mirijam auf den Weg zurück zum Hotel. In ihrem Zimmer sah sie zufällig auf ihren Wecker und erschrak. „Oh, schon so spät..“, murmelte sie. Es war schon nach 5 Uhr. Sie war also über zwei Stunden mit Jonne in diesem Café. Jonne... dieser Name löste einen wohligen Schauer auf ihrem Rücken aus.
Melanie:
Der Film war zu Ende und Melanie hatte Mühe, von ihrem Sitz hochzukommen, was keinen anderen Grund hatte, als dass sie während des Films für mindestens eine halbe Stunde lang eingeschlafen war und auch den restlichen Film über große Mühe hatte, ihre Augen offen zu halten. Als sie wieder draußen war biss ihr die eisige Luft im Gesicht. Aber zumindest war sie wieder wach. Außerdem war sie in Gedanken so mit diesem oberbescheuerten, oder, wie Pauri sagen würde, madigen, Film beschäftigt, dass sie keinen Gedanken mehr an Jonne mehr verschwendete. >Also, wer so einen Film produziert, muss doch echt verrückt sein... Der war nicht nur super langweilig sondern auch noch total unlogisch. Zumindest das, was ich davon noch mitgekriegt hab...< Sie merkte gar nicht, dass sie angefangen hatte zu laufen und als sie aus ihren Gedanken hochschreckte, merkte sie, dass sie fast am Hafen angekommen war. Sie setzte sich wieder an den Steg und begann zu träumen... Das schöne, klare Wasser schien beinahe Besitz von ihrem Geist und ihren Gedanken zu nehmen. Es „spülte“ alle Gedanken, Sorgen und Probleme weg, eine wohltuende Wärme breitete sich in ihrem Kopf aus. Doch von einem Moment auf den anderen war ihr furchtbar kalt. Sie zitterte am ganzen Körper, hörte plötzlich verschwommene Stimmen, Schreie. Sie schlug die Augen auf, was sie aber sofort bereute, denn das Salzwasser brannte furchtbar in den Augen... Salzwasser?! Sie war tatsächlich ins Wasser gefallen... es hatte ihr aber doch so trügerische Sicherheit versprochen... Da zogen sie zwei kräftige Männerhände aus dem Wasser, der Wind pfiff, ihr wurde noch kälter. Sie musste wohl werggedöst sein. Warscheinlich war sie dann ins Wasser gerutscht. >Mein Gott, so was kann auch nur mir passieren...< Jemand sagte etwas zu ihr, aber sie verstand es nicht, es hörte sich an, als wäre er Kilometer entfernt. Trotzdem zwang sie sich dazu, in die Richtung zu blicken, aus der sie die Stimme vermutete. Also drehte sie den Kopf und sah in das Gesicht eines Mannes, der ungefähr Mitte 40 sein mochte, vermutlich der Mann, der sie aus dem Wasser gezerrt hatte. „Mir geht´s gut, ich will nur nach Hause.“, murmelte sie, um ihn zu beruhigen. „Wie bitte? Könnten Sie das nochmal wiederholen?“, meinte der Mann nun auf Englisch. >Oh, ich hab wohl Deutsch geredet...< „Ich bin ok, ich will nur nach Hause... ins Hotel.“, antwortete Melanie nun deutlicher. Um ihm (und den mindestens 25 Gaffern um sie herum) das zu beweisen, stand sie auf und ging ein paar Schritte. Man muss zugeben, es waren wackelige Schritte, aber sie lief. Der Mann protestierte, doch Melanie lief weiter. „Darum bin ich wohl nicht ans Meer gezogen.“, murmelte sie. Als sie endlich am Hotel angekommen war, war schon 5 Uhr. >Hoffentlich ist Mirijam nicht schon wieder da...< In ihrem Zimmer stellte sie sich angezogen für ungefähr 10 Minuten unter die kochend heiße Dusche, trocknete sich dann ab, zog sich um und legte sich schlafen.
Wieder in der Gegenwart:
Mirijam hatte auch geschlafen, als sie aufwachte war schon kurz vor sieben. Also ging sie zum Zimmer ihrer Mutter. „Ma? Ma, bist du da?“ Sie klopfte etwas heftiger an die Tür. Endlich machte sie auf. „Oh, du hast auch geschlafen.“, meinte Miri überrascht. „Na, was hättest du denn gemacht, wenn du fast ertrunken wärst?“, gab Melanie zurück, als wäre es das selbstverständlichste auf der Welt. „Wie bitte?!“, sagte Miri erschrocken. „Na komm Süße, gehen wir erstmal ins Zimmer, oder?“ „Ok...“ Sie setzten sich aufs Bett. „Also, raus mit der Sprache: Was heißt du bist fast ertrunken?“ „Na ja, ich war in so nem langweiligen Kinofilm und danach bin ich zum Hafen gelaufen, jetzt frag mich blos nicht warum, ich weiß es nicht. Dann hab ich mich an die Stelle gesetzt, wo wir gestern zusammen waren. Und irgendwie muss ich dann eingedöst sein... Ich hab dann nur noch gemerkt, dass ich auf einmal im Wasser war, so ein Typ hat mich rausgezogen und ich bin halt dann wieder hierher, hab mich geduscht und bin schlafen gegangen.. Aber erzähl mal, was ist denn bei dir noch so losgewesen?“ „Also, ich hab mich halt noch mit Jonne unterhalten und dann hat er mich zu sich nach Hause eingeladen, morgen um drei.... Ach ja, er hat die Rechnung gezahlt, richtig gentlemanlike.“ „So, so, zu sich nach Hause....“ Melanie lächelte. „Na und? Ich kann mir doch wohl noch mal das Haus angucken, oder?“, versuchte Mirijam sich zu verteidigen. „Haus ansehen, so nennt man das also heutzutage...“ „Ha, ha, sehr witzig... gehen wir lieber runter zum Abendessen, das wird doch um 8 schon abgeräumt.“ „Ok. Also, auf zum Abendessen!“, meinte Melanie. Als die beiden später am Abend wieder in ihrem Zimmer waren, telefonierte Melanie mit Pauri und Miri stand ziemlich lang vor ihren Klamotten.
Das Telefonat:
„Hi Pauri! Na ja, nicht direkt gesehen. Das soll heißen, dass mindestens zwei Dutzend Kreischies um ihn rum standen. Ja, die sind sogar noch schlimmer als früher. Und natürlich um einiges älter. Aber schreien können sie immer noch, sag ich dir.... Na ja, so viel ist nicht passiert. Außer... ach egal. Na gut, ok. Also: Ich glaub, Mirijam hat sich verliebt... In so nen Finnen.. der ist 17... sag mal, du magst mich für verrückt halten, aber, wie soll ich das sagen, na ja, er hat wahnsinnig viel Ähnlichkeit mit.. du weißt schon. Was soll sonst noch passiert sein?... Oh man, ok wenn du´s unbedingt wissen willst: Ich bin heute fast ertrunken... Aah, spinnst du, ich will mein Gehör noch etwas behalten... Na ja, ich hab mich auf einen Steg gesetzt, bin da anscheinend eingedöst und halt ins Wasser gefallen. Irgend so ein Finne hat mich rausgezogen und ich hab keinerlei Folgeschäden... Aber was ist denn bei dir so passiert. Na gut, ok.... sie trifft sich halt morgen mit ihm, bei ihm zu Hause, scheint aber ein echter Gentleman zu sein. Ich hab ihn kennengelernt und er scheint wirklich nett zu sein, ich vertraue ihm. Weißt du, er ist nicht einer von diesen Aufreißer –Typen... Ja, dir auch ne gute Nacht. Bye.
Mirijams Klamotten:
>Oh mein Gott, ich treff mich echt morgen mit Jonne, und das auch noch bei ihm. Was soll ich dafür blos anziehen. Lieber den Rock. Aber dann müsst ich die Stiefel dazu anziehen. Was, wenn ich damit umknicke. Dann doch lieber Jeans und Turnschuhe.. Aber das wirkt dann irgendwie so.. Einen Augenblick mal! Für das Date...Nein! Für das Treffen heute hab ich mich doch auch nicht so verrückt gemacht... Aber da hab ich ihn auch noch nicht so gut gekannt und da war ich auch noch nicht in ihn... Stop! Wer sagt denn das überhaupt? Das stimmt doch gar nicht. Ich kann anziehen, was ich will, ich muss mich doch nicht für den so aufstylen... aber vielleicht will ich das ja... Ach quatsch... Moment, ich hab doch mal gelesen, dass man sich beim ersten Date...Treffen mein ich natürlich, also, dass man sich da so anziehen soll, wie da, wo man ihm aufgefallen ist, weil in diesem Aufzug mochte er mich ja... Oh gott, er mochte mich... das geht schon wieder alles in die eine Richtung... und außerdem muss ich ja dann doch die Stiefel anziehen... Ok, ganz ruhig.. ich nehm einfach den längeren Rock... und mein Fave-Top dazu... nein, da ist der Ausschnitt zu groß.. lieber das da. Genau! Schuhe... Ok, ich nehm die Stiefel.. sonst bin ich wieder so klein...< Am Schluss betrachtete sie sich im Spiegel, zog die Sachen dann wieder aus, legte sie sorgfältig zusammen und legte sich zufrieden schlafen...
Der nächste Morgen:
Mirijam wachte, für ihre Verhältnisse, sehr früh auf. Es war erst 8 Uhr, aber konnte einfach nicht mehr einschlafen... Also ging sie duschen, zog sich an und legte eine CD in den CD-Player, der im Zimmer stand. Die ersten Töne von No Fear erklangen. Sie machte etwas leiser, damit ihre Ma nichts mitbekam und legte sich aufs Bett, um nachzudenken. Sie würde sich also heute mit Jonne treffen, besser gesagt, zu ihm nach Hause gehen. Jonne.... bei diesem Namen lief ihr jedesmal ein wohliger Schauer den Rücken hinunter.... Sie sah sein Gesicht in Gedanken vor sich, als wäre er genau bei ihr und würde sie ansehen. Seine Haare. Seine Lippen. Seine Nase. Seine wundervollen, leuchtend grünen Augen. Ja, ohne diese Augen, hätte sie sich warscheinlich nicht... >...hätte ich was nicht? Oh mein Gott! Ich bin doch gar nicht in ihn... verliebt...< Es war das erste Mal, dass sie den Gedanken zu Ende brachte. Aber kaum hatte sie das getan, wusste sie, dass es falsch war... Sie lächelte. Sie war verliebt... und sie konnte es vor allen abstreiten, aber nicht vor sich selbst, sie wusste, dass es so war. >Oh Mann, ich hab mich echt verliebt.... Wow!< Plötzlich hatte sie Lust, aufzustehen und zu Tanzen. Was sie auch tat. Sie wechselte die CD, legte Playboys ein. Damit, fand sie, konnte man richtig gute Laune kriegen. Sie machte die Musik etwas lauter. „I don´t have to pay my bills riiight! And I don´t have to get a jooob! I don´t have to train my skills, riiiight...“, sang sie, während sie ausgelassen durchs Zimmer hüpfte... Ja, sie war verliebt und es fühlte sich toll an! Nachdem das Lied zu Ende war schaltete sie die Anlage aus und ging frühstücken. Immerhin war mittlerweile schon halb 10. Als sie vom frühstücken zurückkam sah sie, dass Melanie gerade an ihre Tür klopfen wollte. „Morgen Ma!“, rief sie daher, woraufhin sich diese umdrehte und sie mit einem müden „Morgen Schatz.“ begrüßte. „Was ist denn los, nicht gut geschlafen?“, fragte Miri in einer Lautstärke, die sie sonst am Morgen auf die Palme brachte. „Gegenfrage: Was hast du heute gefrühstückt? Sonst bist du morgens nie so drauf...“ „Ach... ähm.. ich bin halt einfach gut gelaunt... ist das verboten? Außerdem freu ich mich auf das Treffen mit Jonne...“, gab sie zu. „Aha! Daher weht der Wind!“, meinte ihre Ma nur, bevor sie runter zum Frühstücken ging. Der Tag schlich dahin, Mirijam wusste einfach nichts mit sich anzufangen... schließlich machte sie etwas, was sie schon seit fast einem Jahr nicht mehr getan hatte: Sie schrieb Tagebuch. Als sie damit fertig war (es waren fast 4 Seiten) merkte sie, dass schon Nachmittag war. Also beschloss sie, zu ihrer Mutter rüber zu gehen, um mit ihr in Helsinki was Essen zu gehen... Sie klopfte. „Ma? Mama, ich bins...“ Immer noch keine Antwort. Als sie in ihr Zimmer zurück wollte, bemerkte sie den Zettel an ihrer Tür. Hey Mirijam. Ich bin in der Stadt, was essen... wollte dich nicht stören... aber falls du auch Hunger hast, geh ruhig was essen... ich geb dir das Geld nachher wieder. Deine Mama
>Na toll! Ich hab keinen Bock allein durch Helsinki zu latschen, ich verlauf mich ja eh blos...< Aber schließlich siegte ihr Hunger und Miri machte sich doch auf den Weg, was essbares finden... „Endlich!“ Vor lauter Erleichterung sagte sie das laut, ein paar Finnen starrten sie an, aber da sie eh deutsch geredet hatte, war das auch egal. In dem Restaurant bestellte sie sich irgendwas nicht allzuteures von der Karte-indem sie draufdeutete- und wartete gespannt, was es wohl war. Zum Vorschein kam schließlich ein Fischgericht, das noch nicht mal schlecht schmeckte. Sie dachte daran, dass ihre Mutter zahlen würde und gab dem Kellner daher ein ziemlich großzügiges Trinkgeld, welcher sie daraufhin richtig doll anstrahlte. Mirijam verabschiedete sich auf Englisch und ging zurück ins Hotel, wo sie sich für ihr Treffen mit Jonne zurechtmachte. Es war zwar erst viertel drei, aber da sie noch nicht wusste, wo sie hin musste, ging sie einfach mal los. Nachdem sie fast eine halbe Stunde ohne jegliche Orientierung durch Helsinki gelatscht war, rang sie sich dazu durch, jemanden zu fragen. Die ersten drei konnten kein Englisch, erst der dritte, eine Frau (die anderen drei waren Männer, Anm. der Autorin^^), beschrieb ihr den Weg zu der Straße, in der Jonne wohnte. Miri musste fast nochmal die ganze Stadt durchqueren... als sie endlich ankam, merkte sie erstens, dass es schon kurz vor drei war und zweitens, dass in dieser Straße lauter Villen standen, lauter so riesige, protzige Gebäude, die so dastanden, als hätte jemand draufgeschrieben: Hey, hier wohnen nur die Reichsten unter den Reichen! „Wow...“ >Mein Gott, wo bin ich denn hier gelandet? Also entweder hab ich mich mit der Adresse vertan, was aber nicht sein kann, außer da steht ein falsches Straßenschild... oder Jonne hat mich einfach verarscht... ooooder... Ich hab einmal im Leben Glück!< Mirijam grinste. Sie konnte es ja einfach mal probieren... was sollte denn schon groß passieren, außer dass sie von einem Oberreichen Finnen, den sie nie wieder sehen würde, wieder weggeschickt wurde... Also lief sie die Straße entlang und kam schließlich an der richtigen Hausnummer an. Als sie gerade klingeln wollte, kam ein bulliger Typ an das riesige Eisentor, vor dem sie stand. Er laberte, ziemlich unhöflich, irgendwas finnisches, bis Miri ihn mit einem „No Finnish!“ unterbrach. Da fing er an zu lachen und meinte was von wegen, da wäre die Sache wohl klar, sie wäre also nur so´n Groupie und dass sie gleich wieder gehen könne. „Sagen Sie, was fällt Ihnen ein, ich bin mit Jonne hier verabredet!“ Da lachte er nur noch mehr. Wütend ging Mirijam ein Stück vom Haus weg und überlegte, was sie jetzt tun sollte. Sie guckte auf ihr Handy. „Fuck! Schon nach drei!“ Sie steckte ihr Handy wieder ein. Kurz darauf schlug sie sich so hart mit der Hand auf den Kopf, dass sie einen Moment nur Sterne sah. „Mann, ich bin ja so blöd!!! Warum hab ich da nicht gleich dran gedacht?“ Sofort fischte sie ihr Handy wieder aus der Tasche und wählte eine Nummer. „Terve....“ „Ja, Jonne? Ich bins, Mirijam....“ „Oh hi Mirijam, wo bist du, ich warte schon....“ „Ja, tut mir ja leid, aber die lebende Mauer hinter dem Tor lässt mich nicht rein...“, fuhr Miri ihn an. „Oh, ich hab ganz vergessen ihm zu sagen, dass du kommst und er dich reinlassen sollst. Moment ich komm raus.. ach ja, wo bist du grad.“ „Vor dem Tor.“, antwortete sie, während sie wieder aufs Tor zulief. Der Kerl fing schon wieder an, auf sie einzureden, doch Miri ignorierte ihn erfolgreich. Plötzlich meinte er, dass er die Polizei holen würde, wenn sie nicht sofort verschwände. Da kam Jonne zum Glück aus dem Haus und sagte etwas auf Finnisch zu ihm. Mirijam verstand zwar die Worte nicht, doch Jonne´s Stimme war zum Schneiden schart und er sah ziemlich verärgert aus. Dann ging er ans Tor und öffnete es für Miri. „Hi. Danke. Und es tut mir leid, dass ich dich grade am Telefon so angefahren habe, aber ich war halt sauer...“ „Schon ok, mir tuts leid, ich hab vergessen, dich anzukündigen...“ „Wer war das eigentlich?“, fragte Miri neugierig. „Ach, das war unser Bodyguard... vielmehr ist er aber als Türsteher tätig... ich war zwar dagegen, ihn einzustellen, aber mein Dad hat drauf bestanden...“, seufzte Jonne. „Lern ich deinen Dad heute kennen?“ „Nee, der ist nicht da, der kommt erst übermorgen wieder... sonst könnten wir ja nicht ins Tonstudio...“, fügte er noch grinsend hinzu. „TONSTUDIO?!“ „Ja, ist das jetzt schlimm?“, meinte Jonne mit Unschuldsmiene. Mirijam schüttelte perplex den Kopf. „Na dann komm.“ Er nahm sie an der Hand, was ihr einen Schauer nach dem anderen den Rücken runterjagte, und führte sie in Richtung Tonstudio, wie sie annahm. >Mann, ich sollte nicht mehr so überzogen reagieren, ich will ihn ja nicht gleich wiedr verschrecken... aber soll ich jetzt da wirklich was singen... oh mein Gott, ich blamier mich doch sicher total... er hält meine Hand... das fühlt sich so schön an...< Miri schloss für einen Moment die Augen. „Hallo, Miri, nun sag schon!“, meinte Jonne in einem leicht drängendem Tonfall. >Hat der mit mir geredet? Ich glaub, ich hab das gar nicht mitgekriegt... wie peinlich...< „Was? Was soll ich dir sagen? Tut mir leid, ich war grad in Gedanken...“, meinte sie entschuldigend. „Ich hab dir gesagt, dass wir bald da sind und wollte wissen, welches Lied du singen willst.“, meinte er erklärend. „Oh, äh, das ist mir egal... such du was aus...“, lächelte sie. „Hmmm... am Ende kennst du den Song nicht... such dir selber was aus... wir sind da.. da hinten sind alle Lieder aufgelistet, die da sind...“ Also lief sie nach „da hinten“ und guckte sich die Songliste durch. „Da, den will ich singen!“ Mirijam hatte sich für „My Immortal“ von Evanescence. „Den alten Schinken?“, meinte Jonne skeptisch, aber erfüllte ihr den Wunsch... Als sie zu singen begann lief ihm ein Schauer nach dem anderen den Rücken runter... >Wow, die kann singen...<, dachte er. Sie legte so viel Gefühl wie möglich in ihre Stimme und sah ihm dabei unentwegt in die Augen. Als sie fertig war und die letzten Töne erklangen, kam Jonne auf sie zu und küsste sie einfach. Es war überwältigend für beide. Nun war klar, dass beide ineinander verliebt waren. Nach einer Ewigkeit, wie es Miri vorkam, löste er sich wieder von ihr und sah ihr in die Augen. >Oh WOW! Das, das war... das war... einzigartig... oh mann!< Sie grinste von einem Ohr zum anderen und umarmte Jonne. Mirijam konnte ihr Glück noch gar nicht fassen! Das Pärchen stand ziemlich lange so da, irgendwann meinte dann Miri: „Du, ich muss weg...“ Man merkte, dass sie nicht gerade glücklich darüber war. „Hmmm...“, antwortete Jonne nur. „Du, dafür müsstest du mich aber loslassen.“, meinte sie grinsend. „Und wenn ich das nicht will...“, grinste er zurück. „Dann muss ich wohl oder übel hier bleiben...“, lachte Miri und hielt ihn wieder fester. Doch dann ließ er sie doch los. Er begleitete sie bis zum Tor, dort gaben sie sich noch einen Abschiedskuss. „Wir sehen uns aber doch morgen wieder, oder?“, fragte Jonne. „Wann immer du willst.“, gab Mirijam frech zurück. Sie lief rückwärts von ihm weg, Richtung Straße. Sie guckten sich die ganze Zeit direkt in die Augen. Plötzlich hörte Miri quietschende Reifen, wurde von einem Auto erfasst und über die Motorhaube auf die Straße geschleudert! „Oh mein Gott! MIRI!!“ Jonne rannte auf die Straße zu Miri, die reglos am Boden lag. Der Fahrer des Wagens lief auch schon zu ihr, aber mit dem Handy am Ohr, er setzte grade den Notruf ab. „Ist ihr was passiert?“ „Ich weiß es nicht, aber warum haben Sie... DAD?!?!?!“ Vater und Sohn starrten einander einige Sekunden lang an. „Spinnst du, du... du hast sie vielleicht getötet!“ „Es tut mir leid, aber guck mal, sie atmet doch....“, meinter er kleinlaut, dann zog er seine Jacke aus, knüllte sie zusammen und legte sie unter Mirijams Kopf. Jonne hatte sich inzwischen über sie gebeugt und redete ihr gut zu. „Miri, Kleines, es wird alles wieder gut, hörst du... du darfst nur nicht aufgeben... es wird alles wieder gut!“ „Du kennst sie?“, fragte Jonne´s Vater ihn. „Ja, ich... wir... wir sind zusammen...“, meinte Jonne, wobei er leicht rot wurde, obwohl es ihn ärgerte, aber er konnte nichts dagegen machen. Da hörten sie die Sirene des Krankenwagens. „Dich kann man nicht mal ein paar Tage allein lassen... guck sie schlägt die Augen auf. Wie heißt sie nochmal? Der Name klingt komisch... ausländisch...“ „Sie heißt Mirijam und kommt aus Deutschland!“, antwortete Jonne fast trotzig. Da er sich in dem Moment wieder zu ihr hinunter beugte, konnte er nicht sehen, wie sein Vater zusammenzuckte, als Jonne das sagte. Das Mädchen murmelte irgendwas, Jonne antwortete und dann ging er zurück. Die Sanitäter kamen angerannt. Da sah Jonne´s Dad für einen kurzen Moment Miri´s Augen. Er zuckte erneut zusammen, doch diesmal blieb es von Jonne nicht so unbemerkt. „Ist irgendwas?“ „Nein... nein.“ >Diese Augen... die erinnern mich an... meine!< Da kamen auch schon die Sanitöter (an dieser Stelle entschuldigt sich die Autorin, aber ich konnte mir das nicht verkneifen^^). Nach einigem Fachmännischen begutachten gaben sie Mirijam eine Spritze „zum Einschlafen“, wie sie selbst sagten und hoben sie auf eine Trage. Ehe sein Vater sich versah, war Jonne mit in den Krankenwagen gestiegen. Daher blieb ihm nichts anderes übrig, als hinterherzufahren. Im Krankenhaus angekommen mussten beide jedoch aus dem Behandlungszimmer draußen bleiben. Jonne liefen einzelne Tränen herunter. „Hey, Jonne, es wird schon gut werden...“, versuchte sein Vater ihn zu beruhigen. „Ach lass mich! Es ist doch alles deine Schuld! Ich sag ihrer Mum bescheid!“, fuhr dieser seinen Vater an und ging Richtung Telefon. „Ja, hallo?“, meldete sich Melanie auf Deutsch.“ „Frau, ähm, ich meine, Melanie? Ich bins, Jonne...“ „Oh, hi Jonne.“, begrüßte sie ihn fröhlich. „Was ist denn los, du klingst so niedergeschlagen.“ Ein Schluchzen von Jonne. „Hey, Jonne, was ist denn los? Wo ist eigentlich Miri?“ Mit großer Mühe schaffte er es, die Worte auszusprechen. „Sie, sie ist... sie ist im Krankenhaus, sie wurde von einem Auto angefahren...“ Melanie ließ ihn nicht ausreden. „WAS! Oh mein Gott! Ist der Fahrer wenigstens stehen geblieben? Wie geht es ihr? Ich komme sofort ins Krankenhaus, wo ist es? Sag schon!“ „Ich, ich weiß nicht... wie... wie es ihr geht... aber sie hatte ihre Augen noch geöffnet... und sie hat gesprochen...“ „Gott sei dank! Also? Fahrer? Krankenhaus?“, meinte Melanie. „Ja, äh, der Fahrer... er ist schon stehen geblieben... oh, es tut mir so leid... es war... war mein Vater...“, flüsterte Jonne unter lauter Schluchzern in den Hörer, sodass Melanie Mühe hatte ihn zu verstehen. Ein paar Sekunden war es still. „Und der Weg?...“, meinte sie trocken. Jonne beschrieb ihr den Weg vom Hotel zum Hospital und sie versprach, in 5 Minuten da zu sein. Jonne wurde gerade ins Krankenzimmer gelassen, als Melanie angerannt kam. „Jonne!“ Er sah sie an und wischte noch ein paar Tränen weg. Kaum hatte sie ihn gesehen, war sie nicht mehr sauer auf ihn. Seine Augen waren rot vom Weinen und er hatte nicht besonders viel Farbe im Gesicht. Er hatte ja keine Schuld und sie sah ja, wie er auch darunter litt. Die Person, die auf den Stühlen vor dem Zimmer saß, Jonne´s Vater, beachtete sie gar nicht. Sie ging mit Jonne ins Zimmer. Doch Jonne´s Dad hatte Melanie sehr wohl gesehen und war jetzt noch weißer als vorher, falls das möglich war. Zumindest war er nun doch völlig fertig und sein Schockzustand hatte sich wohl in diesem Moment drastisch verschlimmert. Kaum war die Tür zugefallen und Melanie rannte gleich auf Mirijam´s Bett zu, da wurde sie auch schon wieder geöffnet und ein Arzt kam herein. Er wollte gerade auf Melanie einreden und sie vom Bett wegziehen, da erklärte Jonne dem Arzt alles, der nur nickte. Danach sprach er auf Englisch weiter. „Ihrer Tochter geht es eigentlich gut, sie hat eine leichte Gehirnerschütterung, das linke Bein ist verstaucht und sie hat ein paar Abschürfungen. Also nichts wirklich ernstes. Mirijam hatte verdammt viel Glück, oder einen guten Schutzengel.“, lächelte der Arzt. „Danke. Sie hatte schon immer viel Glück. Oh, ich bin ja so froh!“ Jonne strahlte wieder übers ganze Gesicht. Dann ging er zu „seiner“ Miri, die grade wieder aufwachte. Die beiden küssten sich erstmal ziemlich lange. Der Arzt war längst gegangen, nur Melanie sah noch zu. Als sich die beiden voneinander lösten schmunzelte sie: „Sagt mal, hab ich irgendwas verpasst?“ Jonne lief rot an und Miri meinte kleinlaut: „Wir sind zusammen...“ Plötzlich sah sie geschockt aus. „Duhuu, Ma, müssen wir nicht... bald heim?“ Doch ihre Ma beruhigte sie. „Tut mir leid für dich, aber.... mit deinen Verletzungen darfst du für mindestens drei Wochen nicht fliegen!“ „Yeah!“, schrie Mirijam und dann folgte noch ein „Ooooh... mein Kopf!“ Melanie lachte. „Du darfst heute schon wieder mit ins Hotel, aber du darfst für zwei Tage nicht aufstehen. Also morgen noch Bettruhe!“, sagte sie in gespielter Strenge. „Ok“, meinten Jonne und Miri gleichzeitig. „Jonne, sitzt dein Vater draußen? Erstens muss ich ihn zusammenstauchen..“, meinte sie halb ernst, halb im Spaß, „und zweitens muss ich ihm doch sagen, dass ihr nichts passiert ist, der ist bestimmt auch schon fertig.“ „Dein Vater? Der hat mich angefahren? Ich dachte der ist weg und kommt erst in zwei Tagen wieder?“ „Ja, dachte ich auch, aber anscheinend hat er seine Pläne geändert, bei dem weiß man nie so genau.“, gab Jonne zur Antwort. Und dann noch ein: „Er sitzt gleich draußen im Gang, da auf den Stühlen.“ „Danke..“, murmelte Melanie. Sie trat hinaus auf den Gang und endeckte die zusammengekauerte Gestalt auf den Stühlen. „Entschuldigung, sind sie Jonnes Vater?“, fragte sie auf Englisch. Der Mann nickte nur stumm, ohne aufzusehen. „Wissen sie, meiner Tochter geht es gut, sie hat Glück gehabt, genau wie Sie.“ Er nickte nur ein weiteres Mal. Langsam wurde Melanie sauer. Da saß ein Mann, der fast ihre Tochter überfahren hatte und nicht unbedingt groß war, sie schätzte ihn auf höchstens 1, 70 m, der sie nicht mal ansah, oder sich bei ihr entschuldigte. „Sagen Sie mal, ich will ja nicht unhöflich sein...“, begann sie. >Doch eigentlich will ich unhöflich sein..<, fügte sie in Gedanken hinzu, doch dann sprach sie ruhig weiter. „Aber meinen Sie nicht, Sie könnten micht wenigstens ansehen und sich bei mir entschuldigen? Sie haben immerhin fast meine Tochter zu Brei gefahren!“ Langsam, fast wie in Zeitlupe hob er seinen Kopf... Melanie konnte seine Stirn sehen...dann den Rest seines Gesichtes. Sie taumelte ein paar Schritte zurück und starrte fassungslos in dieses Gesicht. „LAURI!“, flüsterte sie tonlos. „Du meinst, ich hätte beinahe UNSERE Tochter überfahren..“, gab er genauso tonlos zurück. Melanie hatte sich schon wieder gefangen. „UNSERE Tochter?! UNSERE Tochter?! Sag mal, hab ich das grade richtig verstanden? Spinnst du?! Seit wann ist es denn UNSERE Tochter? Hä?!“, keifte sie. „Du hast dich nicht ein einziges Mal nach ihr erkundigt, seit 16 verdammten Jahren! 16 Jahre!!! Und jetzt hast du die Frechtheit zu sagen, sie wäre unsere Tochter?!“ „Ich..“, begann Lauri, doch Melanie ließ ihn nicht ausreden. Der ganze Frust, die Wut, die Trauer die sie seit 16 Jahren erfolgreich verdrängt hatte kamen nun hoch. Und alles war nur für eine Person bestimmt: Lauri Ylönen! „Nichts du! Ich, ok? Es geht um MICH und um Mirijam! Ich habe sie alleine ausgetragen, ich habe sie geboren, ich habe sie großgezogen! ICH! Verstehst du das? ICH habe mich entschlossen, sie zu bekommen! ICH habe mich um sie gekümmert wenn es ihr schlecht ging! ICH habe die Schule für sie aufgegeben! ICH hab meine ganze Energie in dieses Mädchen gesteckt! ICH habe mein Leben für sie aufgegeben! ICH! Ok? Nicht du. Dein Teil an diesem Menschen war ein bisschen poppen, mehr hast du nicht gemacht. Poppen und dann abhauen! Und jeden Monat einen Teil von deinem enormen Vermögen abgeben. Das kann jetzt nicht dein Ernst sein, dass du sagst: UNSERE Tochter!“ Lauri war immer weiter zusammengesunken, auf seinem Stuhl. Melanie war stolz auf sich. Zum ersten mal seit 16 Jahren fühlte sie sich wirklich gut und irgendwie befreit. Sie hatte ihrem Ärger endlich Luft gemacht. Sie ging zurück Richtung Krankenzimmer. Als sie halb in der Tür stand, fiel ihr noch was ein. Wenn Lauri wirklich Jonnes Vater war, dann waren er und Miri ja... Geschwister! Sie ging ins Zimmer. „Komm Mirijam, wir gehen jetzt heim, du musst dich erstmal ausruhen.“ „Hmmm, ok... Jonne, kommst du morgen mal vorbei?“ „Ja klar komm ich... ich bräuchte da nur noch deine Zimmernummer...“ „34.“ „Ok, dann bis morgen...“ Sie küssten sich nochmal. Da fiel Jonne noch was ein. „Hast du jetzt eigentlich mit meinem Dad geredet?“ „Ähm.. ja, alles in Ordnung....“, meinte Melanie schnell, dann verabschiedete sie sich und ging mit Miri ins Hotel zurück. Die schwarze Gestalt vor dem Krankenzimmer war verschwunden... Inzwischen war es schon ziemlich spät und Mirijam war sowieso müde von der vielen Aufregung. Also ging sie gleich schlafen. Melanie hingegen machte sich noch lange Gedanken. >Jonne und Lauri sind also Geschwister... oder zumindest Halbgeschwister... soweit ich weiß ist das ja dann Inzucht, wenn die zusammen sind... aber ich kann Mirijams Glück doch auch nicht einfach so zerstören... Hmmm.. hoffentlich sagt Lauri nichts... aber blöd genug dazu isser...< Mit solchen Gedanken schlief sie dann auch irgendwann ein. Am nächsten Morgen... Tag erwachte sie erst, als schon fast 12 Uhr war. Also stand sie auf, zog sich um und lief durch Helsinki, um was zu Essen aufzutreiben. Schließlich ging sie in einen Mc Donald´s und kaufte dort ordentlich zum Mitnehmen ein, vollbepackt kam sie dann schließlich wieder im Hotel an und klopfte bei Miri, die auch sofort öffnete. „Hi Ma.“ „Hallo meine Süße. Na wie geht’s dir denn heute? Guck mal, ich hab was zu essen mitgebacht.“, meinte Melanie und wedelte mit der Tüte vor Mirijam´s Nase rum. „Das ungesündeste und fettigste was ich gefunden hab..“, fügte sie mit einem breiten Grinsen noch hinzu. „Oh danke, du weißt, was kranke Töchter brauchen.“, freute sich Miri und schnappte Melanie die Tüte weg. „Hey, ich will auch noch was!“ „Krieg ich auch was?“, fragte eine Männerstimme auf Englisch. Mirijam und ihre Mutter drehten sich gleichzeitig um und sahen Jonne in der Tür stehen. Er lächelte und kam auf Mirijam zu. Die beiden fielen sich in die Arme und küssten sich, als ob sie sich seit Wochen nicht mehr gesehen hätten.



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