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Not like the other girls

An einem wolkenverhangenen, verregneten Oktobertag spielten unsere 4 Lieblingsfin-nen ein Konzert in der Muffathalle München. Und wie das Wetter, so war auch die Stimmung vor dem Konzert nicht die Beste. Aber seht doch einfach selbst...

>Oh Mann is das ein Scheißwetter heute, bei sowas könnt ich kotzen! Wenigstens spielen wir in ner Halle. Hoffentlich werden wir hier besser aufgenommen als in Rea-ding. Ich will gar nicht dran denken... auf sowas hab ich echt keinen Bock mehr. Aber jetzt werden zum Glück ja Taschenkontrollen durchgeführt. Ich schau mal was die an-deren so machen...< Gedacht, getan. Ich lief zum Zimmer von Eero+Pauli, in das sich auch Aki verkrochen hatte. Kurz davor blieb ich stehen, weil ich ihre Stimmen hörte... „Hey Aki, warum bist du eigentlich nicht bei Lauri geblieben?“, wollte Eero gerade wis-sen. „Weist du, der is in letzter Zeit so komisch, fast schon depressiv. Ich hab keine Ah-nung, was ich noch mit ihm anfangen soll.“,gab Aki zurück. „Hast du ihn denn nie drauf angesprochen? Vielleicht hat er wirklich was und wartet nur darauf, dass du ihn an-sprichst damit er dir alles erzählen kann?“, warf Pauli ein. „Und warum erzählt er mir sein Problem, oder was auch immer er hat nicht einfach?“, fragte Aki ratlos. „Vielleicht will er dich nicht mit seinen Problemen belästigen, oder es ist ihm einfach peinlich?“, meinte Pauli gelassen. >Das ist ja die Höhe, dass Aki zuerst zu den beiden rennt, an-statt mir direkt ins Gesicht zu sagen, wenn er ein Problem mit mir hat! Ich bin zwar in letzter Zeit wirklich etwas komisch und in mich gekehrt...aber trotzdem...< „Ähem...“ Ich räusperte sich und betrat den Raum. Sofort schwiegen alle 3 und sahen mich schon fast peinlich berührt an. „Äääh..., hi Lauri, schön dass du da bist.“, begrüßte Eero mich, um sich aus dieser unangenehmen Situation zu befreien. „Hi Leute, was gibt´s?“, stellte ich, bemüht, ruhig zu bleiben, meine Gegenfrage. „Ähem, ja... wir haben grade über das Konzert heute abend geredet...“, stotterte Aki. „Ach und was habt ihr da viel drüber ge-sagt?“ Ich wollte unbedingt, dass Aki mit mir redet. „Na ja, ähm..., ist doch auch egal, reden wir über was besseres.“, lenkte Pauli ungeduldig ein. >Ihr wollt mir also nicht sa-gen, was ihr geredet habt. Na gut Aki, du musst ja noch lang genug mit mir in einem Zimmer sein. Ich quetsch es schon noch aus dir raus!< „Meinetwegen, ums Konzert will ich mir jetzt sowieso noch keine Gedanken machen.“, log ich. „Gehen wir ins Café ne-benan. Da kommen wir bestimmt auf ein spannenderes Gesprächsthema.“ Also gingen wir in dieses schmuddelige Gebäude, das sich Café schimpfte. Später am Nachmittag war ich endlich wieder mit Aki allein im Zimmer. >Bin ja mal gespannt, ob er mich end-lich auf mein Problem ansprechen würde.< „Ach Lauri,...“, fing er zögerlich an, „geht´s dir eigentlich im Moment gut? Also ich meine, ob du vielleicht irgendein Problem oder so hast , also, ähm...“ Er stockte. >Super, jetzt hab ich dich. Du wirst dich noch wun-dern...< Ich hatte mir ne supergeile Story zurechtgelegt, die ich ihm erzählen wollte. „Ja weist du“, begann ich vorsichtig und betont ruhig „ich hab mich verliebt.“ „...“ Aki kriegte keinen Ton mehr raus. Aber seine Schuld. Hätte er doch gleich mit mir geredet. Endlich sagte er was. „Das ist doch super... wenn es diesmal mal keine für 1 Nacht ist, wo liegt dann das Problem? Sie wird DICH ja wohl kaum abblitzen lassen!“ Die letzten Worte hatte er sehr überzeugt gesagt und ich glaubte sogar so etwas wie Eifersucht in diesem letzten Satz herausgehört zu haben. >Jetzt erst recht! Er wird schon noch bald genug erfahren, dass es nicht wahr ist.< „Ja, aber es gibt ein Problem bei der Sache...“ Ich stockte absichtlich mitten im Satz, um seine Reaktion abzuwarten. „Was?! Du willst be-haupten, dass du ein Problem mit ner Frau hast?!!!“ Ich fühlte mich immer besser, je entsetzter Aki wurde. Also machte ich weiter. „Also... ich hab Angst, dass sie mich nur ausnutzt...“ >Wow ich kling ja wirklich total echt...< „Wie bitte? Du hast Angst, dass SIE DICH ausnutzt?...“ Bei seinem Gesichtsausdruck musste ich mir wirklich schwer das Lachen verkneifen. Ich wusste schon, was er dachte. Warscheinlich sowas wie: | Gott hat der Probleme. Da liegen ihm alle Girls der Welt zu Füssen und er, der sich jede Nacht eine andere nimmt, die denkt es ist ernst und mit ihm ins Bett geht, um am näch-sten Morgen mit einem gebrochenen Herz wieder aufwacht, gerade der hat Angst be-trogen zu werden! Ich fass es nicht! | Aber ich ging noch einen Schritt weiter, obwohl ich mich kaum mehr halten konnte, bei seinem Gesichtsausdruck, und schon beinahe laut-hals loslachte. „Es ist, es ist... also“ ,ich stockte wieder. Aber eigentlich nur, weil ich sonst wirklich gelacht hätte. „Ja was denn nun?...“ Aki wurde immer aufgeregter und ungeduldiger. „Na ja..., SIE ist ein.. Fan...!“ „Waaas?!!!“ Jetzt war es vorbei mit meiner Disziplin. Ich steckte meinen Kopf ins Kissen, damit er nicht merkte, dass mir vor lauter Lachen schon Tränen aus den Augen liefen. Aki, immer noch völlig fassungslos, lief zu mir ans Bett. „Oh Lauri, jetzt fang doch nicht gleich an zu heulen!“ Anscheinend sah ich so aus, als ob ich flennte, kein Wunder, vor lauter Lachen schüttelte es mich ja am gan-zen Körper. Doch mein Heulkrampf wurde durch Aki´s erschrockene Reaktion nur noch stärker. Er war schon ganz verzweifelt. „Lauri, mein Gott, sag doch was. Ich helf dir ja, des is doch jetzt net so schlimm!...Lauri...“ Langsam beruhigte ich mich wieder. Mein Glück, dass mir, jedesmal wenn ich viel lache, voll die Tränen kommen. Dadurch wirkte alles noch viel echter. „Ok., danke..“, stammelte ich. >Cool, er kauft es mir wirklich ab! Ich sollte Schauspieler statt Sänger machen.< Er tröstete mich noch weiter und sprach mir beruhigend zu. Währenddessen dachte ich darüber nach, weshalb ich in Wahrheit so still und zurückgezogen war in letzter Zeit. Ich hatte seit knapp 1 Woche immer wie-der die gleiche Vision: Ein Fan, es war ein süsses Girl, brach mitten im Song In the shadows zusammen...Schließlich war es an der Zeit, zum Soundcheck in die Halle zu gehen.

Während die Finnen in ihrem Hotel also zum Teil ihren Spass hatten und zum Teil auch ziemlich geschockt waren ;-), passierte vor der Halle etwas ganz anderes: die aufge-regten Fans trafen ein. Unter ihnen auch Melanie, die aber jeder Melli rief, ihre Brieffreundin Chrissy, die hauptsächlich Pauri genannt wurde, und ihre Schulfreundin Stefanie, von der die meisten nur Stefie als Namen kannten. Schaun wir doch mal, was mit denen so los ist.

„Hey Melli, was denkst du, wann lassen die uns endlich rein?“ Von Stefie´s Stimme, die mir übrigens genau ins Ohr schrie, wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. „Ääh, was?...“ Pauri lachte laut auf. „Die kriegt im Moment nix mit! Die is doch in Gedanken schon längst beim Konzert. Vor allem bei Lauri..!“ Stimmte nicht ganz. Zwar dachte ich die ganze Zeit ans Konzert, aber nur, weil ich seit 1 Woche immer wieder ein- und die-selbe Vision hatte: Mit Lauri passierte mitten in In the shadows irgendwas, nur was, an das konnte ich mich nie erinnern. Ich wusste nur, dass es nichts Gutes war und fühlte mich auch dementsprechend. Weil ich mir nichts anmerken lassen wollte gab ich eine ziemlich bissige Antwort „Schon klar. Aber du denkst natürlich nicht den ganzen Tag an Pauli und wenn er auf der Bühne steht himmelst du ihn selbstverständlich auch nicht an wie ein x-beliebiger Groupie. Oder was soll das sonst sein?“ „Hört doch mal auf! Ich wollte nur wissen, wann Einlass is. Und wer is Pauli?!“ „Ach so, ja..“ Ich war ziemlich durcheinander. „Ähm, ich glaube, Einlass ist ab 19h.“ „19h? Da sind wir ja längst durch-geweicht und erfroren! Wir ham fei erst knapp 17h!“ Stefie guckte uns entsetzt an. Was wiederum so witzig aussah, dass Pauri + ich voll des Lachen anfingen. Stefie blickte inzwischen wirklich etwas sauer drein. „Hey, is doch nicht so schlimm. Es hört bestimmt bald auf zu regnen und zu dritt vergehen die 2 Std. doch wie im Flug.“, versuchte Chris-sy sie zu beruhigen. „Ach ja, Pauli is übrigens der Gitarrist, der Drummer heisst Aki und der Bassist Eero.“, fügte sie noch hinzu. Plötzlich fingen alle um uns herum an zu krei-schen und kaum 1 Minute später sahen wir, dass die 4 Jungs vorbeiliefen. Genau in dem Augenblick, als ich Lauri sah, wurde mir superschlecht und mir war so schwindelig, dass ich nur nicht umgekippt bin, weil wir alle so dicht aneinander standen. Aber ich wusste, dass mein Anfall nicht durch Lauri ausgelöst wurde, sondern einen ganz ande-ren Grund hatte. Ich wusste, was jetzt kam. Und da war sie auch schon: meine Vision! Ich sah wieder die Bühne, sie war in ein atemberaubendes Lichtspiel getaucht. Im Hin-tergrund lief In the shadows. Lauri sang - noch! Denn von einer Sekunde zur anderen war er auf einmal weg... oder war er umgekippt? Ich hörte die Fans kreischen, fühlte den harten Boden.. moment mal... harter Boden?! Ich öffnete die Augen. Paska, ich bin doch echt umgekippt. Die Leute schrien also nur wegen mir! Wie peinlich! „Melli is alles ok?“ Ich erkannte die besorgten Gesichter von Stefie + Pauri. Das war zwar ne echt doofe Frage, denn ich denk mal, man sah, dass es mir NICHT gutging, trotzdem sagte ich das, was jeder immer in einer solchen Situation sagte: „Es is alles in Ordnung. Keine Sorge, ich weiss nicht, was mit mir los war.“ Ich musste lügen! Was hätte ich denn sonst sagen sollen. Das einzig richtige vielleicht? Ja, eigentlich schon. Stattdessen murmelte ich es in mich hinein: „Lauri, du darfst auf keinen Fall auftreten. Bitte, bitte, lass es...“ „Hast du was gesagt?“ Stefie hatte sich zu mir umgedreht. „Nee, nee, passt scho..“ Endlich war Einlass...


Die Band war inzwischen im Backstage – Bereich der Muffathalle eingetroffen und wollte gerade ihre Instrumente zum Soundcheck holen, da zog Aki Lauri auf die Seite. Und es schien, als ob sie etwas sehr wichtiges zu klären hätten...

>Jetzt bin ich ja mal gespannt, was er mir jetzt schon wieder predigen will. Warschein-lich das x – tausendste Mal, dass ich die Finger von dem Mädel lassen soll. Mensch wenn der wüsste...< „Lauri, is die Tussi eigentlich jetzt auch auf diesem Konzert?“ „Klar, denkst du vielleicht, die würde freiwillig von nem TR – Konzert wegbleiben?“ Aber Aki ließ nicht locker und redete mit leiser, aber eindringlicher Stimme auf mich ein. „Ich bitte dich, lass die Finger von ihr, du verbrennst sie dir nur. Solange sie nichts von deinen Gefühlen weiss, wirst du für sie immer der unerreichbare Star bleiben. Was im übrigen das Beste für euch beide wäre.“ „Gegen seine Gefühle kann man aber nun mal nichts machen, tut mir leid.“, konterte ich. „Ich weis was! Wir gehen nachher in einen Stripclub. Du darfst ihn dir sogar aussuchen. Aber lass die Kleine in Ruhe. Mit einem Fan hast du doch bisher noch nie was angefangen, weil´s dir viel zu heiss war. Nimm doch einfach wieder eine aus nem Club mit, wie immer. Mit solchen hattest du bisher noch nie Schwierigkeiten.“ „Ich mach doch nicht mit einer rum, wenn ich in eine total andere ver-liebt bin!“, stiess ich empört hervor. Und diese Empörung war echt und nicht geschau-spielert. >Was denkt der von mir! So ne treulose Tomate bin ich doch auch wieder nicht, dass ich ein girl schon betrüge, bevor die Beziehung überhaupt angefangen hat. Der wird mir einiges erklären müssen, wenn ich ihm erzähle, dass das mit dem Ver-liebtsein gar nicht stimmt. Danach müssen wir aber unbedingt in den nächsten Strip-club. Sowas lass ich mir doch nicht entgehen!< Mein Kumpel sah mich noch einen Mo-ment lang verzweifelt an, überlegte sich warscheinlich, was er jetzt noch sagen sollte, zuckte dann resigniert mit den Schultern und drehte sich weg. Er murmelte noch etwas wie „Wenn du meinst, du hast sowas nötig...“ Den Rest hab ich nicht verstanden. Plötz-lich wurde ich durch Eero aufgeschreckt: „Beeil dich, wir müssen den Soundcheck hin-ter uns bringen, bevor die Securitys unsere Fans nicht mehr vor der Halle halten kön-nen!“ „Ja, ja, ist ja schon gut, ich komm gleich.“, brummte ich zurück. „Verbreite beim Konzert fei nicht deine schlechte Laune, sonst ist alles für´n Arsch!“, rügte mich Pauli noch. >Wenn ihr wüsstet wie genervt ich von eurer Überbesorgtheit bin. Ich bin 25 und nicht 5!< Jetzt war ich tatsächlich genervt. Wir gingen also auf die Bühne, machten so schnell wie möglich den Soundcheck und verkrochen uns dann wieder im Backstage – Bereich. Ich wandte mich in Gedanken wieder meiner verhassten Vision zu. Plötzlich war ich mir nicht mehr sicher, ob das Girl zusammenbrach oder irgendwas anderes mit ihr passierte. „Verdammte paska!“ Ich merkte gar nicht, dass ich laut in den Raum hin-ein geflucht hatte. „Was ist denn?“ Aki kam zu mir. >Fuck, nicht du schon wieder. Ich glaub, ich sag ihm jetzt schon, dass ich gelogen hab. Langsam regt er mich echt auf. Es ist doch keine Sünde, wenn man einen Fan liebt! Man liest doch immer, dass auch wir Stars ganz normale Menschen sind –was ja auch stimmt! Sind unsere Fans denn dann nicht genauso Menschen? Außer, dass sie nicht so bekannt sind und nicht so viel Geld verdienen wie wir, haben wir ihnen doch nichts voraus, oder?< „Hör mal Aki, ich weiss, was du mir schon wieder sagen willst, aber lass es einfach, ok? Ich denke, ich bin alt genug um selbst zu entscheiden in wen ich mich wann verliebe und mit wem ich mich wo treffen will!“ „IHR WOLLT EUCH TREFFEN?!“ Er sah mich an, als hätte ich den Verstand verloren. Jetzt war es mir endgültig zu viel. Ich stand auf und verließ den Raum ohne ein weiteres Wort. >Bis zum Auftritt ist es noch eine halbe Stunde und ich muss mir noch meine Haare machen und mich schminken. Mein Gott, ich hör mich schon an, wie ein Mädchen!< Aber es stimmte ja. Also, wo ist denn hier ein Spiegel?...

Währenddessen standen unsere 3 Freundinnen in der Mitte der ersten Reihe. Um die-sen Platz mussten sie aber im wahrsten Sinne des Wortes erkämpfen. Wie sie das wohl geschafft haben... Wer weiss?

So hatte ich mich noch nie zuvor in meinem Leben verausgabt! Sich 4 Reihen nach vorne zu kämpfen, kostete echt eine Menge Kraft! „Boah, wenn ich gewusst hätte, was hier für ein Gedränge ist, wäre ich nicht mitgekommen!“, beschwerte sich Stefie. „Tja, ich hab dir doch immer erzählt, dass du nicht mal umkippen würdest, wenn dir schlecht wäre, so eng stehen hier alle nebeneinander. Aber man kann sich´s ja auch nicht vor-stellen, wenn man´s nicht selbst erlebt hat.“ „Stimmt!“, meinte Pauri, „aber glaub mir, diese Qualen sind es wert, dass man sie erträgt.“ „Recht hast du“ gab ich zurück. Stefie schüttelte nur ungläubig den Kopf. Aber es stimmte schon, ich frag mich auch vor jedem Konzert aufs Neue, warum ich mir das überhaupt antue. Doch genauso weiss ich es jedesmal nach dem ersten Takt des Anfangssongs wieder: Es ist ein endgeiles Gefühl, eine Band live zu sehen, vor allem, wenn es sich zufällig um die allerbeste Band der Welt handelt. „Ja weist du, ich bin mir sicher, du gehst auch aufs nächste Konzert wie-der mit“, versicherte ich ihr, obwohl sie mir das nicht ganz zu glauben schien. Dann wurde es auf einmal dunkel und man hörte ein Lied, das mir aber ganz und gar nicht bekannt vorkam. Stefie war plötzlich ganz zappelig, aber ich beruhigte sie. „Tut mir leid, das sind auf keinen Fall The Rasmus. Is warscheinlich blos die Vorgruppe. Ein Lied von denen würde ich sofort wiedererkennen, glaub mir!“ „Ach wirklich? Schade...“ Sie wirkte echt enttäuscht. „Is doch egal, Hauptsache live. Ich liebe Livebands!“ Das war alles, was Pauri dazu zu sagen hatte. Was mir wiederum total egal war, denn wenn was los ist, vergeht die Zeit viel schneller. Nachdem die Band, sie bestand übrigens aus 3 Jungs und nannte sich Elke (!), ihren ersten Song performt hatten, waren sie mir sogar ganz sympathisch und ich versuchte, so gut wie möglich mitzusingen. Wenn sie sich anders nennen würden, hätten sie warscheinlich sogar Erfolg in Deutschland. Aber so könnten sie sich genauso 3 m Dachrinna nennen, dann würden sich die Zahlen ihrer Plattenverkäufe auch nicht grossartig ändern. Obwohl Elke mit diesem Auftritt bei nem TR – Konzert sicherlich schon jetzt erfolgreicher sind, als unsere allseits beliebte Band 3 m Dachrinna! Möchte nur wissen, warum sich Elke ausgerechnet SO nennen! Was finden die an dem Namen so toll? Aber warum eigentlich nicht? Liest man diesen Na-men, will man schon wissen, wer oder was dahinter steckt. Plötzlich bemerkte ich, dass die Band mit ihrem Auftritt schon wieder fertig war und es deshalb dementsprechend hell war. Schade, jetzt hatte ich ihre ganzen Songs verpasst. „Hey Melli du bist schon wieder so still. Kipp fei net scho wieder um!“ Pauri versuchte mich zum Lachen zu brin-gen, also tat ich ihr den Gefallen und smilte sie fett an. „Wow, du bist ja ne richtige Simmungskanone. Soviel gute Laune, wie du rüberbringst, hatt ich seit einer Woche nicht.“ Damit wollte sie, dass ich das künstliche endlich durch ein echtes Grinsen er-setzte, erreichte aber genau das Gegenteil. Jetzt machte ich ein Gesicht, als hätte ich in einen sauren Apfel gebissen. Seit einer Woche, hatte sie gesagt. Und das ließ mich wieder an meine furchtbare Vision denken. „Oje, ich glaub, das hättest du nicht sagen sollen. Jetzt hat sie wieder einen neues, persönliches Stimmungstief!“, meinte Stefie. „Ach was, aber du hast sie noch nie verarscht, oder was?!“, fauchte Pauri zurück. „Oh mann, so war des doch gar net gemeint“, versuchte Stefie sie zu beschwichtigen. „Jetzt streitet euch doch nicht noch wegen mir, damit macht ihr die ganze Konzertstimmung kaputt.“ „Ja und was das für ne tolle Stimmung ist...“, stichelte Chrissy noch weiter, sah aber auch ein, dass sie mit ihrem Gezicke wirklich alles kaputtmachte. Also hielt sie ihre Klappe und starrte stur auf die Bühne.

Jetzt war kurz vor 21h. Auf beiden Seiten des Vorhangs herrschte eine wahnsinnige Spannung. Aber obwohl es eigentlich andersrum sein müsste, waren hinter dem Vor-hang alle noch viel (an)gespannter als davor. Warum nur...?

„Lauri, falls du sie siehst, mach die Show bitte ganz normal weiter. Ich hab´s schon auf-gegeben, dich von ihr abbringen zu wollen. Aber ich erwarte von dir, dass du wenig-stens den Auftritt sauber durchziehst. Danach mach meinetwegen, was du willst.“ >Also langsam nervt der mich echt total. Wenn man sowas mal mit ihm macht, merkt man erstmal, was der von mir denkt! Das is echt das Allerletzte! Aber wart nur, Aki. „Ich werd die Performance hinlegen, wie ich sie immer mach, ok? Falls du sonst noch Tipps hast, kannst du sie mir ruhig erzählen, Mami!“ „Is ja schon gut, tschuldigung. Ich werd in Zu-kunft meine Klappe halten.“ Jetzt war er doch echt sauer! Ich konnte es nicht fassen! „Hey, Lauri, Aki, kommt endlich, in 25 Sekunden ist es so weit.“, rief Eero. „Bin gleich da“, schrie ich zurück. „Also, spiel gut...“, sagte Aki noch ein letztes Mal „und es tut mir echt leid. Ich werd dich nicht mehr so bemuttern, ehrlich.“, versprach er. „Is scho in Ordnung. Du hast es ja nur gut gemeint... Spiel du auch gut...“ Ich war froh, dass es raus war. Die Show wäre katastrophal in die Hose gegangen, hätten wir uns vorher nicht wieder vertragen. „10, 9, 8,7...“ Das war unser Manager. „Scheisse Aki, jetzt aber los.“ >Oh Gott, es geht los. Ich hoffe, In the shadows vergeht schnell und ohne irgend-was Schlimmen. Hoffentlich wird meine Vision nicht wahr.< Da stand ich nun auf der Bühne und alle, besonders Aki, erwarteten eine astreine Show von mir. In the shadows war als letzter Song geplant. Beginnen wollten wir mit Guilty. Es folgten andere Songs wie In my life, Bullet, First day of my life, If you ever, Funeral Song, Still standing und Not like the other girls. Mit jedem dieser Stücke stieg meine Anspannung und die Aufre-gung. Nach jedem letzten Takt quälte mich meine böse Vorahnung aufs Neue. Mir wur-de immer schlechter und schlechter. >Paska, das ist der letzte Song vor In the sha-dows! Verdammt noch mal! Ich hör einfach nach diesem schon auf, am Besten, ich sing nicht mehr weiter. Ich will das verdammt noch mal nicht singen! So ein Mist! Mal schaun, vielleicht steht ja gar keine im Publikum, die so oder so ähnlich aussieht, wie die, die in meiner Vision umgekippt is. Mal gucken...< Ich blickte angestrengt ins Publi-kum. Das hatte ich noch nie vorher gemacht! Ich hab zuvor noch nie Fans auf Konzer-ten direkt angesehen. Aber ich musste es einfach wissen. >Oh paska.. verflucht und zugenäht, so eine Kacke.....................da steht sie...< Ich war wie gelähmt. Eins der Mä-dels, die ganz vorne standen und wie verrückt schrien, sah meinem „Visionsgirl“ wirklich ziemlich ähnlich. Klar, sie hatte schwarze Haare und Klamotten und hatte sich schwarz geschminkt, wie fast alle Tussen auf unseren Konzerten. Aber irgendetwas hob sie von all den anderen ab, wobei ich nicht genau sagen konnte, was es war. Ich war so mit meinen Gedanken beschäftigt, dass erst ich aufschreckte, als ich die ersten Takte von In the shadows hörte. >Jetzt ist es zu spät, jetzt kann ich nicht mehr zurück. Hoffentlich ist es nichts schlimmes, wenn ihr was passiert. Paska, nein, lieber sollte gar nichts ge-schehen. Das wär doch noch besser. Noch ist ja alles in Ordnung...<

Während sich Lauri wirklich ernsthafte Sorgen um dieses rätselhafte Girl machte, feier-ten unsere Mädels fett beim Konzert mit und gingen voll ab. Sie konnten alle Songs su-perentspannt geniessen. Stimmt doch, oder...?

Ich war zum zerreissen angespannt. Ein Song nach dem anderen begann und endete wieder. Nur, dass es so schien, als ob jeder nur höchstens 10 Sekunden dauern würde. Sobald sie begonnen hatten, waren sie auch schon wieder zu Ende. Ich kann mich auch an kaum einen richtig erinnern. Es war alles so unwirklich, wie in einem Traum. Das Schlimmste war, dass ich nicht wusste, wann In the shadows kam. Warscheinlich aber erst ziemlich am Schluss, wie immer eben. Doch genau diese Ungewissheit war das grausame. Ich war mir ziemlich sicher, dass etwas mit Lauri passiert, jedoch war ich mir nicht sicher, was es war. Was meine Anspannung auch nicht minderte. Ich hatte Angst davor, dass Lauri eben diesen einen Song sang, obwohl es eigentlich mein ab-soluter Fave war, und trotzdem fieberte ich ihm aus einem unerfindlichem nahezu ent-gegen. Es war einfach furchtbar. Mir wurde mit jedem beendetem Song schlechter. Plötzlich begann In the shadows, und ich fühlte mich auf einmal, ja wie fühlte ich mich. Es war wieder dieses undefinierbare Gefühl, das ich auch vor der Halle hatte, kurz vor meinem peinlichen Zusammenbruch. Aber nun konnte ich es beschreiben: Ich fühlte mich auf seltsame Art und Weise mit Lauri verbunden, das war es! Die erste Strophe war vorbei, es folgte der Refrain. Ich bemerkte noch immer nichts ungewöhnliches. Die Hälfte der zweiten Strophe, jetzt war auch diese vorbei... Mir war inzwischen wirklich schlecht, ich wusste, dass es jeden Augenblick so weit sein konnte, es rückte immer näher...Von einer Sekunde auf die andere hatte ich ein furchtbar beschissenes Gefühl, mir war zudem schwindelig und im Bruchteil einer Sekunde sah ich, wie Lauri regelrecht in sich zusammensank, bevor ich selbst auf den Boden sackte. Ab hier nahm ich alles nur noch ziemlich benebelt wahr. Alle kreischten und schrien, das Licht ging an, plötz-lich wurde ich von 2 Starken Armen gepackt und nach draussen getragen. Stefie und Pauri waren auch mitgekommen. Ich sah, wie Stefie den Mund aufmachte, hörte aber keinen Ton und war einen Augenblick später ohnmächtig. Doch warscheinlich nicht für sehr lang, denn der Security – Typ, er war es übrigens, der mich rausgebracht hatte, schüttelte mich ziemlich grob und heftig. „Aua, ich bin ja wach!“ „Oh Entschuldigung, alles in Ordnung?“ Langsam begann ich, diese Frage wirklich aus tiefstem Herzen zu hassen. „Ja, mir geht´s schon wieder prima, Sie können ruhig gehen.“, antwortete ich, obwohl ich mich fühlte, als wäre ich halb tot. Der Typ ging weg und Stefie begann nochmal, diesmal aber mit Ton, auf mich einzureden. „Mensch Melli, was machst du denn? Das war jetzt schon das zweite Mal heute. Ich antwortete mit einer Gegenfrage. „Was ist mit Lauri, geht’s ihm gut?“ Man sah mir an, dass ich richtig Angst um ihn hatte. Ich glaub, den ham sie auch schon weggetragen, ich glaub nicht, dass es bei ihm schlimmer ist als bei dir.“ Ich atmete innerlich auf und ein ganzer Steinbruch fiel mir vom Herzen. Seit einer Woche hatte ich mich nicht mehr so glücklich und frei gefühlt. Ich war wahnsinnig erleichtert. „Sag mal, was is mit dir los, ich merk doch, dass was nicht stimmt mit dir.“ Pauri sah mich nachdenklich und eine Spur besorgt an. „Ach weisst du, das is ne ziemlich lange, komplizierte und etwas verrückte Geschichte...“, fing ich zö-gerlich an. „Sie interessiert mich trotzdem.“, konterte Chrissy. „Und mich auch“, meinte Stefie. „Na gut, also das war so...“ Nachdem ich fertig war, guckten mich beide schräg, ja fast vorwurfsvoll, an. Dann wurde ich unversehens mit Fragen traktiert, wie „Warum hast du mir das nie erzählt?“, „Hast du dich niemanden anvertraut?“ oder auch „Wes-halb hattest gerade du diese Vision?“ Die letzte Frage war die, die ich am allerwenig-sten beantworten konnte und mir selbst immer wieder stellte. Da kam der Security – Typ schon wieder an „Hey du, du sollst mal mitkommen.“ „Mitkommen, wohin?“ Das war das einzige, was mir jetzt einfiel. Ich hatte keine Ahnung, was ich bei dem sollte. „Lauri will dich sehen...“ Ich war total fassungslos! Es war, als würde ein Traum in Erfüllung gehen. „Woher kennt der mich? Können die zwei mitkommen?“ Ich deutete auf Stefie und Pauri. „Er hat gesagt: >das Mädchen, das zusammengebrochen ist<. Die beiden können gerne mitkommen, aber ob er sie reinlässt, muss ich erst fragen.“ Also gingen wir Richtung Halle und wurden zu einer Tür geführt. Der Typ Klopfte an...

Also bei Lauri stand der Zusammenbruch noch kurz, wirklich sehr kurz bevor. Was ist wohl in seinem süssen Kopf vorgegangen? Wüsstet ihr das auch so gerne wie ich? Na dann lasst uns mal guggn...

>Paska, was ist das, ich fühl mich so komisch. Und was ist mit dem Mädel, die sieht furchtbar aus. Mein Gott...< Viel weiter kam ich mit meinen Gedanken nicht, denn ich hatte kaum gesehen, dass sie umkippte, da gaben auch meine Beine unter mir nach. Ab da bekam ich nichts mehr mit, ausser, dass mich jemand in die Garderobe brachte. Als ich zu mir kam, wollte ich sofort das Girl sehen, und mein Wunsch wurde glatt er-füllt, denn kurz darauf klopfte die Security an die Tür. „Herein!“, rief ich. Und ich muss zugeben, ich war wirklich aufgeregt. „Ähm, hi..“ Sie war wohl ziemlich schüchtern. Sie sah aber irgendwie total süss aus. Und ich spürte es immer noch, sie hatte irgendetwas besonderes an sich, das hatte ich schon beim Konzert bemerkt. Ich fühlte mich ihr ir-gendwie so... nah... „Schön, dass du da bist. Geht´s dir schon besser?“ „Ähm ja, mir geht’s gut. Und dir?...“ „Mir auch. Sag mal, bist du wegen mir umgekippt?“ Ich wollte eigentlich nur die Stimmung etwas lockern, sie wirkte total nervös und angespannt, aber diese Frage war ihr anscheinend ziemlich unangenehm. „Na ja, ich weiss nicht so recht... es war wohl eher wegen...“ Sie brach ab. Jetzt wollte ich es genau wissen. „Weswegen war es? Ist das etwa ein Geheimnis?“ „Nein, also, ähm... auch wenn es jetzt blöd klingt, aber... ich wusste schon vorher, dass du umkippst.“ Jetzt war es raus. Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte. Hatte sie auch Visionen? „Was meinst du damit?“ „Also, ich hab es gesehen... als Vision.“, flüsterte sie. Dann murmelte sie noch etwas, wie „Jetzt hält er mich für total bescheuert.“ Aber ich war mir nicht sicher. Nur darin, dass ich sie ganz und gar nicht für bescheuert hielt. „Weißt du, ich wusste es auch schon vorher, dass du umkippst, meine ich. Ich hatte auch eine Vision.“ Sie wirkte total erleichtert und ich meinte sogar, ein Lächeln zu sehen. „Super, dann können wir uns ja gegenseitig die Zukunft voraussagen.“, schlug sie vor, wenn auch noch etwas zurückhaltend. >Endlich, jetzt ist sie schon viel ruhiger. Sie sieht echt schön aus, wenn sie lächelt...< „Warum grinst du?“ >Oh paska, hab ich grad gegrinst? Wie peinlich..< „Nichts, nichts, musste nur grad an was lustiges denken.“, schwindelte ich. Plötzlich fragte sie mich, ob ihre 2 Freundinnen denn nicht auch reinkommen könnten. „Ach du hast Freundinnen dabei? Hättest du doch was gesagt, ich lass sie reinholen.“ Keine 2 Sekunden später standen zwei weitere Girls im Zimmer. „Hi.“ Sie wirkten genauso schüchtern wie anfangs ihre Freundin. >Oh gott, ich hab sie ja noch nicht mal nach ih-rem Namen gefragt.< „Wie heisst du eigentlich? Und ihr zwei auch...“ Sie stellte sich und ihre Friends vor. „Also ich heisse Melanie, das ist Stefanie und die da heisst Chri-stina.“, erklärte Melanie, mit einer Geste zu den beiden anderen. „Ach ja, und habt ihr auch irgendwelche Spitznamen?“ „Klar Lintu“, warf Christina mit einem Zwinkern ein. Die schien ja doch nicht so schüchtern zu sein, wie sie auf den ersten Blick wirkte, son-dern eher ziemlich frech. „Ich heisse Pauri, das ist Stefie und sie heisst Melli.“, sagte sie, während sie mit dem Finger auf die jeweilige Person zeigte. Diese Pauri könnte noch ziemlich anstrengend werden. „Ok, dann schlag ich mal vor, dass ihr jetzt auch den Rest von The Rasmus kennenlernt. Sozusagen ein exklusives Meet & Greet. Sie wollten sowieso bald kommen.“ Eigentlich wollte ich aber nur, dass Pauri und Stefie wegwaren. Ich wollte mich mit Melli noch ein wenig unterhalten, vor allem wegen dieser Vision. Einige Minuten später standen auch schon Aki, Pauli und Eero im Raum. Diese Christina ging gleich zu Pauli und begann ein Gespräch mit ihm. Aki quatschte Stefie an und Eero bekam “leider“ einen Anruf aus Finnland. Der konnte stundenlang telefonie-ren. >Na also, jetzt müssen nur noch die anderen weg...< Da kam unser Manager. „Aki, Pauli ich brauch euch unten. Die Mädels können mit.“ Jetzt waren wir wieder allein. Aber irgendwie wusste ich nicht, wie ich das Thema anfangen sollte...

Nun wussten also beide von der Vision des anderen. Und außerdem waren sie allein. Und das war es wohl, wovon Melanie immer geträumt hatte, oder nicht?

Ich fand es wahnsinnig, dass Lauri auch diese Vision gehabt hatte. Ich fühlte mich schon wesentlich besser als am Anfang. Aber etwas beunruhigend fand ich es, dass ich wieder mit ihm allein war. Irgendwie war mir das peinlich und gleichzeitig wartete ich immer noch darauf, aus diesem geilsten aller Träume zu erwachen. Aber ich wachte nicht auf. Das hier war echt. Ich saß tatsächlich mit Lauri in dessen Garderobe. Das hatte ich mir schon immer gewünscht, hatte mir diesen Augenblick immer und immer wieder ausgemalt, mir vorgestellt, was wir reden würden usw. Und jetzt, wo es Wirklich-keit war, brachte ich keinen Ton heraus und wäre ich nicht gesessen, würden meine Beine unter mir nachgeben, denn sie fühlten sich an wie Wackelpudding. Ich wartete darauf, dass er etwas sagte und endlich, nach einer halben Ewigkeit, wie es schien, begann er zu reden. „Hey, was genau hast du eigentlich in deiner Vision gesehen?“ „Es war alles so, wie es wirklich passiert ist. In the shadows lief, und auf einmal warst du weg. Genau, ich hab nicht gesehen, dass du umgekippt bist, sondern du warst immer plötzlich weg, ich wusste nie genau, was jetzt wirklich mit dir war. Und ich bin auch nicht umgekippt.“ „Also bei mir war es so, dass ich sah, wie ein Girl bei dem Song plötzlich umkippt. Sie sah zwar nicht exakt aus wie du, doch ich hab dich sofort erkannt.“ Ich war voll verlegen, wieso weiss ich auch nicht genau. Aber irgendwie lag eine seltsame Spannung in der Luft, wenn ich es nicht besser gewusst hätte, hätte ich gesagt, es hat zwischen uns gefunkt. Aber das war total unmöglich. Was sollte er denn mit mir? Der könnte jede haben. Apropos jede: „Ich hab eine Frage: Stimmt es jetzt eigentlich, dass du mit dieser Paula zusammen bist, oder ist es nur ein Gerücht. Überall hört man etwas anderes.“ „Ähm weisst du, das ist zwar insgesamt eine lange und komplizierte Ge-schichte, aber die Kurzfassung ist: Ich bin nicht mit Paula zusammen, was auch immer du sonst liest oder hörst.“ Ich war total erleichtert und freute mich tierisch darüber. Und in diesem Augenblick wollte ich nur noch Lauris Stimme hören. Also wollte ich es ge-nauer wissen. „Erzähl mir doch die Geschichte, sie interessiert mich total.“ „Na gut, also das war so: Ich hab nen Liebesbrief von ihr gekriegt, wusste überhaupt nicht, was ich machen sollte und schickte ihr daraufhin ne total komische SMS, bei der sie anschei-nend annahm, ich wär voll in sie verknallt. Was ich nicht wusste war, dass sie auch ei-nen Brief von mir erhalten hatte. Anscheinend wollte sich jemand einen Scherz mit uns erlauben, damit wir glauben sollten, der jeweils andere sei in mir, bzw. sie verknallt. Da sie mir eine ebenso komische SMS zurückschickte, glaubte ich noch mehr, dass sie in mich verliebt ist, genauso, wie sie es von mir dachte. Als sie dann ein Treffen vorschlug, und meine Antwort – SMS anscheinend total begeistert klang, schürte das immer mehr diesen Verdacht, der erst beim Treffen aufgeklärt wurde. Keiner wollte was vom ande-ren und ich hatte ihr genausowenig einen Brief geschrieben, wie sie mir. Wir haben uns noch ein zweites mal getroffen, um weitere Schritte gegenüber der Presse zu bespre-chen. Alles andere ist Bullshit und unwahr. So, das war’s, jetzt weist du´s.“ Ja, ich wusste es. Was ich noch wusste: Er hatte die geilste Stimme der Welt. Er war einfach klasse und ich konnte mir ein Leben ohne ihn und The Rasmus nicht vorstellen. „Und du weisst nicht, wer die Briefe geschrieben haben könnte?“ „Nein, aber ist auch egal, ich werd in nächster Zeit mal ein Interview geben und alles aufklären. Mich nervt das voll. Ständig bekomme ich Briefe von am Boden zerstörter Teenies, die von mir hören wollen, dass ich noch solo bin und ich hab sogar schon Drohbriefe von Eltern gekriegt, in denen stand, dass sie mich für die Laune ihrer Töchter und die dementsprechende schulische Leistungen verantwortlich machen.“ „Das ist ja echt schlimm. Kann man da-gegen nichts machen?“ „Nö, leider nicht, aber es ist schon besser geworden.“ „Ich muss jetzt noch was sagen: Ich finde eure Musik spitzenklasse und vor allem deine Stimme.“ Er wurde leicht rot, was wiederum total süss aussah. „Äh, ja, danke. Aber du hast be-stimmt auch ne tolle Stimme. Wir könnten ja mal ein Duett aufnehmen.“ Jetzt war es an mir, rot zu werden. Plötzlich bemerkte ich, dass wir uns während dem Gespräch immer näher gekommen waren. Lauri strahlte eine angenehme Wärme aus und sein After-shave roch klasse. Ich sah ihm in die Augen. Sie wirkten so noch viel schöner als auf meinen unzähligen Postern und Bildern. Wie er da so dicht neben mir saß, wirkte er total verletzlich und so anders, als bei Interviews oder auf der Bühne. Ich konnte mei-nen Blick irgendwie nicht mehr von seinen Augen abwenden und auch er sah mir direkt in die Augen. Ich wusste nicht, was ich jetzt tun sollte, ich konnte seinen Atem schon in meinem Gesicht spüren. Er dagegen schien ganz genau zu wissen, was er tat, er war so ruhig dabei. Etwa einen halben cm vor meinem Gesicht hielt er inne, als ob er mir noch einmal Zeit für einen Rückzieher lassen wollte. Aber ich war wie erstarrt und konnte und wollte jetzt nicht weg. Ich schloss meine Augen und dann begann er, mich zu küssen. Es war mein allererster Kuss und an diesen werde ich mich immer erinnern. Es war so wunderschön. Lauri hatte wunderbar weiche Lippen, ich spürte sie auf den meinen und wurde fast verrückt vor Bauchkribbeln. Ich war fast enttäuscht, als sich un-sere Lippen voneinander trennten. Aber ich war ihm näher gekommen als ihm die mei-sten Mädels je kommen werden, dessen war ich mir sicher...

Was hat sich Lauri wohl dabei gedacht? Ob er diesen Kuss auch so toll fand? Na ja, auf jeden Fall wollte ER es vor dem Kuss noch, oder nicht? Aber will er es jetzt immer noch...?

>Wow, das ist voll der Wahnsinn! Ich hab sie wirklich geküsst. Ich hab nen Fan geküsst! Das ist mir noch nie passiert, bis jetzt konnte ich mich immer beherrschen... Aber es war superschön. Und sie ist nicht wie die anderen, das spür ich. Sie ist was besonde-res. Aber was erwartet sie jetzt von mir, was soll ich als nächstes machen?< Anschei-nend wussten wir beide nicht so genau, was wir jetzt machen sollten, denn Melanie sah mich einfach nur an. Sie sah etwas überrascht, aber auch sehr glücklich aus. Also sah sie es zumindest nicht als Fehler an. Aber was jetzt? Da lächelte sie. „Hey, du küsst gut...“ „Danke, ...“ Ich wollte noch was sagen, aber mir viel einfach nichts mehr ein. >Hey, jetzt muss ich Aki wenigstens nicht sagen, dass alles nur Lüge war.< Ich sah Melli in die Augen, sah aber nicht mehr das aufgeregte Mädchen oder den schüchter-nen Fan, sondern vielmehr... ein Girl, das irgendwie perfekt schien. Ich wusste aber auch, dass es nicht stimmte. Menschen sehen nur das, was sie sehen wollen. Und in dem Moment war mir klar: Ich bin verknallt! Sie war zwar nicht perfekt. Aber die tollste, die ich bis jetzt getroffen hatte. Zumindest fast. >Warum denk ich sowas überhaupt? Ich kenn sie doch gar nicht. Noch nicht. Sie hat auf jeden Fall eine supergeile Ausstrahlung, das hab ich schon beim Konzert gemerkt. Was sie wohl grad denkt...?< „An was denkst du grad, Lintu?“ „Hm, was? Achso! Ich hab mich grad gefragt, was du wohl grad denkst...“ Sie grinste und ich merkte, dass ich auch ein Lächeln auf meinem Gesicht hatte. Mit diesem Grinsen im Gesicht sah sie noch süsser aus. >Oh Gott, ich werd Aki wohl einiges erklären müssen. Mich hats ja noch schlimmer erwischt, als ich ihm vorge-schwindelt habe. Und das mit dem Stripclub fällt ja dann auch flach...< „Ich muss mal kurz auf die Toilette. Warte doch solange hier, ok?“ Sie nickte. „Ich lauf bestimmt nicht weg, keine Sorge. Sie lächelte schon wieder... Aber dem konnte ich jetzt keine Beach-tung schenken, obwohl ich´s liebend gern getan hätte. Als ich im Klo ankam, sah ich in den Spiegel – und erschrak! Das war doch nicht mein Spiegelbild, das mich da ansah. Ich sah so anders aus, irgendwie glücklich. Und seit wann lächelte ich, wenn kein ande-rer mit im Raum war?! Ich entschloss mich, wieder zurück in die Garderobe zu gehen, Melanie war sicher schon ungeduldig. Als ich dort ankam, sah ich, dass sie gerade te-lefonierte. Ich hörte gerade noch, wie sie sich verabschiedete. „Ja, ok. Danke. Ciao und viel Glück. Werd ich haben. Bis dann. Ciao.“ „Wer war denn dran?“ Ich bin einfach un-endlich neugierig. Außerdem wollte ich alles über sie erfahren. „Ach, das war Stefie, sie is jetzt mit Aki weg und soll ausrichten, dass Pauri von Pauli auf nen Kaffee eingeladen wurde...“ „Oh Mann, ich muss es jetzt einfach loswerden. Was wird aus uns? Wir uns haben immerhin geküsst.“ „Also, ich weiss nicht... was erwartest du denn von mir... von uns?“ „Na ja, ich würde sagen, wenn du nichts dagegen hast, wiederholen wir das ein-fach noch mal. Dabei kann ich irgendwie viel besser nachdenken...“ >Mein Gott, was red ich für paska hier? Was ist, wenn sie gar nicht will, wenn sie jetzt nur reden will, oder...< „Meinetwegen gern...“ Sie grinste wieder so süss, sofort vergas ich alle Zweifel. Ich ging langsam auf sie zu, sie stand auf. Jetzt war ich direkt vor ihr, da fiel mir auf, dass ich nur ein paar cm grösser war, als sie. Irgendwie war mir das peinlich, also legte ich beide Hände auf ihre Schultern und drückte sie sanft, aber bestimmt nach unten, sodass sie sich setzen musste. Im sitzen fiel das mit der Grösse irgendwie nicht so auf. Ich setzte mich auch daneben und legte meine Arme um sie, woraufhin sie das Gleiche tat, zog sie an mich heran, sah, wie sie die Augen schloss, tat dasselbe und schon be-rührten sich unsere Lippen ein zweites Mal an diesem Abend. Diesmal war Melanie aber nicht so überrascht und erwiederte den Kuss. Ich fand es noch schöner wie beim ersten Mal, als wir uns diesmal küssten. Dieser dauerte fast doppelt so lang und war doppelt so schön. Sie sah mich an und wirkte irgendwie unsicher. „Was ist denn mit dir? Hab ich was falsch gemacht?“ Ich hatte voll Schiss, dass ich etwas falsch machte, wie bei jedem Mädel bis jetzt. Denn die sagten immer, dass ich es von Anfang an falsch gemacht hätte. „Es ist, ähm.. ich weiss nicht, was wird denn jetzt aus uns, ich meine... sind wir jetzt.... zusammen, oder...“ „Ach deswegen.“ Ich war total erleichtert. „Ja also, ich denke, wir sind jetzt zusammen, wenn du nichts dagegen einzuwenden hast...“ „Ich doch nicht!“ Dieses Lächeln... „Also Lauri, eigentlich sollten wir uns doch jetzt umarmen oder so, nicht?...“ „Ja, eigentlich schon...“ Sie sah mir tief in die Augen. Mir fiel auf, dass ihre ein wunderbares braun hatten. Dann umarmte sie mich und ich wusste jetzt end-gültig, dass ich in sie verknallt war. >Unglaublich, ich hab mich endlich wieder richtig verliebt...<

Da umarmten sie sich also... Ob da wirklich noch mehr draus wird? Wolln wir mal hof-fen, dass es sich nicht einer von beiden noch mal anders überlegt. Falls doch, wird es bestimmt nicht an Melanie liegen, die ist nämlich im 7. Himmel. Wenn nicht noch höher oben...

Das war ja sowas von der Wahnsinn, als wir uns umarmt
haben. Ich war so glücklich wie noch nie zuvor in meinem Leben, glaub ich. Noch vor ein paar Stunden habe ich nur davon geträumt, wenigstens 1x mit Lauri reden zu können, und jetzt lag ich in sei-nen Armen. Ich kann meine Gefühle, die ich in diesem Moment hatte nicht beschreiben, aber ich musste mich beherrrschen, dass ich nicht aufstand, durch den Raum hüpfte und sang, oder ähnliches, das weiss ich noch genau. Wir lösten uns voneinander und wussten –mal wieder- nicht, was wir jetzt machen sollten. Wir sahen uns an und ich meinte, so etwas wie Gier oder ähnliches in seinen Augen aufblitzen zu sehen. So als wollte er irgendwas... vielleicht von mir? Aber ich war mir nicht sicher. Da beugte er sich auch schon zu mir rüber, um mich zu küssen, wodurch ich meine Gedanken schnell verwarf. Er wirkte so ruhig dabei, überhaupt nicht aufgeregt, ich dagegen war die Aufre-gung in Person, ich konnte kaum mehr stillsitzen. Dabei wusste ich doch langsam, dass ich dazu überhaupt keinen Grund hatte. Er war doch so lieb und zärtlich und irgendwie sowieso total anders, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Ich hatte immer noch das Bild von Lauri im Kopf, wie ich ihn mir sonst immer ausgemalt hatte: Nicht so zurückhaltend, nett und, man könnte fast sagen, brav, sondern eher etwas wilder, vielleicht fordernd aber auf jeden Fall anspruchsvoller und wählerischer. Plötzlich war ich mir gar nicht mehr so sicher, ob er es auch ernst meinte. Vielleicht war ich einer von seinen wahrscheinlich sehr vielen. Vielleicht wollte er nur mit mir in die Kiste und dann heisst es: Ciao, auf nimmerwiedersehen. Und weg isser. Aber würde ich das wirklich so schlimm finden? Immerhin hätte ich wenigstens eine Nacht mit ihm verbracht... Aber danach würde ich superverletzt zurückbleiben – JA ich fände es schlimm! Ich schob ihn, wie aus einem Impuls heraus, von mir weg. „Was ist denn los, hab ich was falsch gemacht?“ Ich sah ihn an. Er sah so süss aus. Warum sollte er sowas machen..? Na ja, vielleicht brauchte er ja diesen Ich-kann-jede-haben-Kick... „Meinst du es wirklich ernst mit uns beiden?...“ Genau in diesem Augenblick bereute ich es auch schon, diese Frage jemals nur ge-dacht zu haben. Er starrte mich etwas verwirrt an. Jetzt erst merkte ich, wie sehr ihn diese Frage verletzen musste. Lauri´s Blick war voller Enttäuschung. Er drehte sich um, stand auf und ging mit hängenden Schultern aus dem Raum. „Lauri, warte...“ Die Tür fiel ins Schloss. Ich war allein. Und den Tränen nahe. Wie hatte ich sowas nur sagen können? Ich war so blöd. Wie konnte ich nur glauben, er würde mich nur benutzen. Ich hab doch gespürt, dass es ihm ernst war... Ich musste ihm hinterher! Also stand ich auf und ging zur Tür raus. Gerade sah ich Lauri um die Ecke biegen. Ich rannte los. Als ich ihn fast eingeholt hatte, rief ich: „Bleib doch stehen. Es war nicht so gemeint. Bitte...“ Das letzte Wort schrie ich ihm fast verzweifelt hinterher. Endlich blieb er stehen und drehte sich um. Ich lief die letzten Meter auf ihn zu. „Was ist denn noch?“ Jetzt war wohl Zeit, für eine sehr lange Entschuldigung. „Es... es tut mir leid, ich wollte dich nicht ver-letzen, ich hab nicht nachgedacht, ich dachte nur einen Moment lang, dass...“ Ich brach ab, wusste nicht was ich noch sagen sollte. Wenn er doch nur endlich reagieren würde. Aber in seinem Gesicht regte sich nichts. Kein Gefühlszustand war zu erkennen, als wären seine Gesichtszüge eingefroren. Auf einmal sah ich, dass eine Träne an seiner Wange herunterkullerte. Jetzt tat er mir richtig leid. „Kannst du dir eigentlich vorstellen, wie sehr du mich verletzt hast...?“ Er flüsterte nur und ich hatte Mühe, ihn richtig zu ver-stehen. Aber ich sah, dass er beinahe richtig das heulen anfing und deshalb nicht in der Lage war, lauter zu sprechen. Ich kannte dieses Gefühl wirklich gut genug. Ich war auch oft fast am Heulen und müsste ich dann noch was sagen, flossen ganz sicher Tränen. „Lauri, ich... es tut mir leid... Verdammt, ich weiss nicht, was ich noch sagen soll, mensch ich wollte das nicht, es ist mir nur so rausgerutscht. Ich dachte nur...“ Ich stoppte. Ich merkte, dass es gar nicht richtig bei ihm ankam. „Lauri, bitte sag doch was, irgendwas...“ Jetzt fing ich wirklich bald an zu flennen. Er sah mich an. „Weist du, ich habe im Moment keine Freundin und hatte auch seit fast 2 Jahren keine mehr. Alle be-schuldigten mich immer früher oder später, ich würde sie betrügen. Also machte immer sie oder ich Schluss, nach ca. 1 Woche, wobei das noch die längsten Beziehungen wa-ren. Ich sag dir mal was: Nur weil ich Rockstar bin, bin ich noch lang kein Arschloch! Es ist wirklich enttäuschend, dass mir nie jemand vertraut...“ Er wollte sich abwenden, aber ich hielt ihn fest. „Warte. Ich vertraue dir doch. Wirklich. Ich hatte nur ganz kurz Zweifel, ehrlich. Ich weiss doch, dass du mich nicht betrügen würdest. Ich weiss doch auch selbst nicht, warum ich das gesagt hab. Bitte bleib da.“ Jetzt war ich am Heulen. Ich war total verzweifelt. Was sollte ich jetzt nur machen?
Das ging ja wohl voll in die Hose, oder wie seht ihr das? Was wird Lauri wohl als näch-stes wollen, denken, sagen, machen? Nimmt das noch ein gutes Ende? Mal schauen ...
Ich fühlte mich furchtbar. Da stand ich nun vor dem Girl, von dem ich vor ner halben Stunde noch dachte, sie wär meine große Liebe. Aber sie war wohl eher die große Enttäuschung! Ich sah sie an. Ich merkte, wie verzweifelt sie war und wie ernst sie es meinte. Aber sie hatte mich so verletzt mit dieser einen Frage... >Vielleicht sollte ich ihr ja wirklich noch eine Chance geben. Wenn ich sie jetzt wegschicke, wäre alles vorbei und ich werde mir wahrscheinlich mein Leben lang Vorwürfe machen. Ich denke, sie hat noch einen Versuch verdient. Aber ich muss vollstes Vertrauen zu ihr haben können und dafür muss sie hart arbeiten...< Melanie starrte den Boden an. Und sie war wirklich voll fertig, das merkte ich. Tränen liefen an ihrem hübschen Gesicht herunter und hatten sich am Boden mittlerweile zu einer kleinen Pfütze zusammengefunden. >Paska, jetzt tut sie mir echt voll leid. Die ist ja total kaputt. Ich muss ihr einfach verzeihen, sonst bin ich noch Schuld, wenn sie den Rest ihres Lebens so ist. Fuck, warum muss ich immer soviel Mitleid mit allen haben? Ich kann sie nicht mehr länger weinen sehen, sonst fang ich auch noch an! Dann eben auf ein Neues...< „Melli? Es, ähm, ich hab... also, ich denke ich hab ein bisschen überreagiert. Aber es hat mich wirklich verletzt...“ Sie hatte grade damit aufgehört, doch bei diesen Worten fing sie wieder an zu heulen. Ich wusste mir nicht mehr anders zu helfen, also fing ich an, zu singen. „She´s fading away, away from this world. Drifting like a feather, she´s not like the other girls.“ Der Song war ur-sprünglich für Björk, aber ab diesem Moment dachte ich dabei immer nur noch an Me-lanie. Ich hatte ihn, man könnte sagen, auf sie übertragen. Zum Glück hatte sie jetzt wieder aufgehört zu weinen und ich hatte Gelegenheit, ihr etwas sehr wichtiges zu sa-gen. „Ich liebe dich immer noch. Aber für mich ist in einer Beziehung Vertrauen und auch Treue sehr wichtig. Ich möchte dir Vertrauen können und das funktioniert nur, wenn wir uns alles erzählen, uns nicht anlügen, nichts voreinander verheimlichen und natürlich auch immer ehrlich die Meinung sagen, auch wenn es dem anderen nicht im-mer gefällt. So, das war´s eigentlich. Bitte fang jetzt nicht wieder an zu heulen. Ich kann es nicht ertragen, Mädchen weinen zu sehen.“ Sie rang sich ein Lächeln ab und ich spürte, dass sie unglaublich erleichtert war. Ich konnte nicht anders. Ich umarmte sie, und als sie sich endlich traute, mich ebenfalls zu umarmen, begann ich sie zu küssen. Sie war wirklich die Richtige. Plötzlich schreckte ich hoch. Ein wahres Blitzlichtgewitter hatte eingesetzt. „Paska, das sind Fotografen. Die Bilder sind morgen in jedem Klatschblatt. Wir gehen lieber. Wo bleibt eigentlich die Security?“ „Ich weiss nicht. Ge-hen wir in deine Garderobe?“ „Nein, ich kenne einen viel besseren Ort. Komm mit.“ Endlich kamen die Securitys. Wurde ja auch Zeit. Sie drängten die Paparazzi wieder aus dem Backstagebereich. Ich dagegen führte Melanie an den bestimmten Ort. Als wir ankamen, klappte ihr die Kinnlade herunter. „Das..., das ist einfach fantastisch. Wow!“ Wir waren durch einen Gang ins Nachbargebäude gelangt und über die Treppen ganz nach oben aufs Dach gelangt. Nun sahen wir beide auf München bei Nacht. Es war ein wirklich atemberaubender Anblick. Nicht nur für sie, auch für mich war es nicht alltäg-lich. Es war so schön und auch so romantisch. Ich hatte eigentlich normalerweise nicht so eine romantische Ader, aber als ich das Lichtermeer sah, packte es mich. Wir setz-ten uns auf die Bank und legte meinen Arm um Melli. Diesen Augenblick werde ich nie vergessen. Ich sah sie an. Die tausend Lichter spiegelten sich in ihren Augen wieder. Sie drehte ihren Kopf zur Seite. Ihre Augen waren mit meinen auf der gleichen Höhe. Ich fühlte mich ihr so nah, wie ich mich noch nie zuvor jemandem gefühlt hatte. Diese Seite von mir kannte ich gar nicht. Ich hatte gar nicht gewusst, dass ich so... einfühlsam und romantisch sein konnte. Wir küssten uns erneut und würden es unter Garantie noch viel öfters tun, das wusste ich. Wir waren richtig zusammen. Der Fan und ihr Rockstar. Ich fragte mich nur, wie sie ab jetzt mit dem Druck der Öffentlichkeit fertig werden woll-te. Die Fotografen hatten uns gesehen und den Versöhnungskuss für immer festgehal-ten. Nun würde auch Melanie auf Schritt und Tritt von Paparazzi verfolgt werden. Aber ansonsten würde es auf jeden Fall eine geile Zeit mit ihr. Jetzt wollte ich aber erstmal den Moment geniessen und einfach nur mit ihr zusammen sein.

Also ist ja doch wieder alles in Ordnung. Lauri und Melanie haben sich wieder ganz doll lieb und er hat ihr auch schon ein wunderschönes Geschenk gemacht: Er legte ihr München zu Füssen. Das gefällt ihr ja super. Denke ich zumindest...

Wahnsinn! Jetzt ging schon wieder alles so schnell. Lauri versöhnte sich mit mir, dann zeigte er mir München bei Nacht auf nem Hochhausdach und dann küsste er mich schon wieder. Bei diesem Anblick. Ich hatte nicht gedacht, dass er so romantisch sein konnte. Und einfühlsam und verständnisvoll und nett und süss und... Ich hätte ewig so weitermachen können. Etwas unangenehm waren mir nur die Fotografen, die uns ge-sehen hatten. Aber das war mir eigentlich egal. Ich war mit Lauri zusammen, was ich übrigens noch immer nicht glauben konnte, und nur das zählte. Stefie und Pauri wären ausgerastet, hätten sie das jetzt erfahren. Apropo: Was war eigentlich mit Stefie + Aki und Pauri + Pauli? Waren die wirklich nur was trinken gegangen? Dessen war ich mir in diesem Moment nämlich nicht mehr so sicher. „Du, Lauri, was meinst du eigentlich, ist aus Stefie, Aki, Chrissy und Pauli geworden?“ „Ach ja, die sind ja auch noch da... Wie ich Aki kenne, hat er schon ein Girl gefunden. Und Pauli... der wird wohl wirklich nur Christina ausgeführt haben. „Meinst du wirklich? Pauri ist nämlich totaler Paulifan, musst du wissen. Und Stefanie ist seit ca. 5 Wochen solo...“ „Oh... Paulifan... na gut, vielleicht sollten wir mal nach den Vieren gucken. Wobei ich Aki zur Schnecke mache, falls er Stefie auch nur einmal angerührt hat. Mir hat er vorher nämlich immer die Lass-die-Finger-von-Fans-Predigt gehalten, weißt du.“ „Wie kommt der drauf, dass du was mit nem Fan anfangen willst?“ Ich war halt neugierig. „Also, das war so...“ Lauri erzählte mir eine super Geschichte, wie er Aki heute verarscht hatte. Dabei liefen wir wieder die Treppe des Hochhauses hinunter. Ich merkte dabei nur noch auf Lauri´s Erzählung. Da passierte es: Ich verdrehte mir den Fuß auf der vorletzten Stufe und fiel hin. „Melanie, alles in Ordnung?“ Beim Aufstehen hatte ich Schmerzen am rechten Sprunggelenk. Ich merkte schon, wie mein Fuß begann, anzuschwellen. Er tat mittlerweile ziemlich weh. „Mein Fuß tut weh, ich kann nicht mehr richtig laufen. Aua!“ Ich hätte das Weitergehen wohl doch nicht versuchen sollen. „Komm, ich helf dir. Wir gehen ins Krankenhaus. Ich weiss eins, gleich um die Ecke.“ „Gut.“ Ich nickte. Zusammen mit Lauri´s Hilfe schaffte ich es ins Krankenhaus. Zum Glück nahmen sie mich gleich dran. Lauri musste drau-ssen warten. Als der Arzt vom Behandlungszimmer kam, hörte ich auch schon Lauri reden. „Wie geht es ihr? Es ist doch nichts gebrochen oder so? Und ich kann doch zu ihr, nicht?“ „Alles der Reihe nach: Ihrer Freundin geht es gut, es ist nichts gebrochen, aber da ihre Bänder gedehnt sind, sollte sie ihren Fuß schonen. Natürlich können Sie zu ihr, Sie hat ja nichts schlimmes.“ „Vielen Dank.“ Lauri kam in mein Zimmer. „Na, geht’s wieder?“ „Na ja, bis auf meinen rechten Fuß ist alles in Ordnung. Es ist auch nicht mehr so schlimm wie vorhin. Guck, ich hab nen fetten Verband mit ner Menge eis-kaltem Gel drin. Mein Fuß ist ein halber Eisklotz, is aber halb so wild. Wir können übri-gens gehen, ich bin ja nicht schwerverletzt.“ „Gut, aber ich helf dir. Der Arzt sagte, du sollst deinen Fuß schonen.“ „Meinetwegen, aber wir müssen noch die anderen finden, die sind bestimmt schon im Hotel und machen sich Sorgen. Immerhin is schon halb 2.“ „Na gut, ich weiss, wo unser Hotel ist. Aber sie könnten auch im Tourbus sein.“ „Egal. Was ist näher, da gehen wir zuerst hin.“ „Der Tourbus is näher dran. Steht ja gleich ne-ben der Muffathalle.“ „Gut, dann los zum Tourbus. Ich will wissen, was die anderen zwei über uns sagen. Und natürlich, was aus den Jungs geworden ist.“ Wir liefen los und kamen nach kaum drei Minuten schon am Bus an. Lauri sperrte auf. War aber leider niemand drin. „Na ja, dann gehen wir halt ins Hotel. Geht’s noch mit deinem Fuß?“ „Ja, ja, ich humpel dir halt hinterher.“ Lauri grinste. „Bis zum Hotel ist es ungefähr ein halber km.“ „Das schaff ich jetzt auch noch. Solang ich danach endlich schlafen kann.“ „Klar, wir buchen einfach noch ein Zimmer für euch drei extra. Das is schon ok.“ Ich gähnte und wir machten uns auf den Weg. Es wurde doch schwerer, als ich gedacht hatte. Mein Fuß tat immer mehr weh, aber ich lies mir nichts anmerken. Lauri hätte gleich wieder so superbesorgt reagiert. Nach einer Ewigkeit, wie es schien, waren wir endlich am Hotel. In Wahrheit waren kaum 10 Minuten vergangen. Mein Fuß pochte, ich merk-te, wie der Verband begann zu spannen. Autsch! Zum Glück hatte das Gebäude einen Lift. „Guten Abend. Ich möchte ein Zimmer für drei Personen buchen.“ „Auf welchen Namen bitte?“ „Ylönen. Y-l-ö-n-e-n.“ Lauri buchstabierte seinen Namen, da die Frau an der Rezeption anscheinend Probleme damit hatte. Endlich bekamen wir den Schlüssel. Doch vorher gingen wir in das Zimmer der Jungs- und tatsächlich- da waren Aki, Pauli, Stefie und Pauri, die sich unterhielten. Eero pennte schon längst... „Hi ihr...“ Ich ging hinter Lauri in den Raum.

Na also, wie es schien, war jetzt niemand mehr solo. Na ja, bis auf Eero. Aber die ande-ren vier schienen sich supi zu verstehen.

Ich war wahnsinnig aufgeregt. Was würden nur die anderen drei dazu sagen. Ich hatte eine Beziehung mit einem Fan! Das war ja für mich auch total neu. Ich ging zuerst ins Zimmer, Melanie humpelte hinterher. „Hi ihr...“ Sie klang so verunsichert, wie ich mich fühlte. Nur dass ich keinen Ton rausbrachte, vor lauter Schiss, gleich Anschiss von Aki+Pauli zu kriegen. „Ähm Lauri...“ Aki sah mich nicht an, vielmehr fand er den Boden plötzlich total interessant. „Was ist denn?“ „Das ist doch deine Freundin?“ „Ja, warum?“ Pauli sah mich fassungslos an, aber längst war sein Blick nicht so schlimm, wie der, mit dem Pauri+Stefie Melli ansahen. Die wiederum schaute ziemlich verlegen und peinlich berührt zurück. Dann zuckte sie mit den Schultern, als wollte sie sagen: Ist halt so pas-siert. Da ergriff Aki wieder das Wort. „Na ja, das ist so, ich hab jetzt auch ne Freundin.“ Vorsichtig sah er zu Stefie hinüber und nahm ihre Hand. Er grinste mich schuldbewusst an. Keine Sekunde später bemerkte ich, dass Pauli seinen Arm schon die ganze Zeit um Chrissy gelegt hatte. Nun war es also an den vieren, mich, bzw. Melanie rotwerdend anzugucken. Melli fand auch als erstes ihre Stimme wieder. „Also, ähm... herzlichen Glückwunsch ihr vier. Ähm, ja... wollen wir nicht auf unser Zimmer? Lauri hat extra eins für uns drei gebucht... falls ihr wollt...“ „Ähm... ja klar.“ Stefie war wohl ziemlich glücklich darüber, dass endlich jemand was gesagt hatte. Sie stand gleich auf und lief zu mir und Melanie, wobei sie mich etwas merkwürdig ansah. Doch dann drehte sie sich um, um sich mit einem Kuss bei Aki zu verabschieden. „Gute Nacht, schlaf gut...“ „Du auch:“ Nach einem weiterem Kuss auf dem gegenüberliegenden Bett ging auch Pauri auf die Tür zu. Pauli schaute ihr nach. Sie hatte ihm noch irgendwas ins Ohr geflüstert. Ich schaute auf Melli hinunter. Na ja, das war wohl nicht der richtige Ausdruck, da sie höch-stens 5 cm kleiner war als ich. Mir war das immer noch peinlich. Bei meinen Freundin-nen hatte ich immer darauf geachtet, dass meine Freundinnen kleiner waren, als ich. Auch egal jetzt. Sie sah mich erwartungsvoll an. Ich zog sie zu mir heran und gab ihr einen Kuss. „Gute Nacht. Träum was süsses.“ Ich hauchte ihr diese Worte ins Ohr. Plötzlich schien der Gedanke, dass ich nun ein paar Stunden von ihr getrennt war, bei-nahe unerträglich für mich zu sein. „Ich träum heute Nacht bestimmt von dir... Schlaf gut.“ Auch sie flüsterte. Dann verließ sie hinter Stefie und Pauri mucksmäuschenstill das Zimmer, schloss ebenso lautlos die Tür hinter sich und weg war sie. Betretene Stille machte sich im Raum breit. >Ich wüsste zu gerne, was die beiden jetzt von mir denken. Und vor allem, wie sie mit ihren Girls zusammengekommen sind. Wenigstens für Aki war das mit Melanie kein Schock mehr, der denkt ja schon die ganze Zeit, ich wäre seit einer halben Ewigkeit in sie verliebt. Außerdem sind die beiden ja jetzt genauso mit ei-nem Fan zusammen, wie ich. Nur mit dem Unterschied, dass wir beide morgen auf sämtlichen Titelblättern irgendwelcher Zeitschriften sein würden.< „Du Lintu. Meinst du, das is was wirklich ernstes mit uns allen? Unser Manager wird uns zerreißen, wenn er das erfährt. Genauso wie Eero.“ „Das wird schon. Und was die Mädels betrifft, ich mei-ne es todernst mit meiner. Da gibt’s nur ein winzig kleines, beinahe unwichtiges Pro-blem.“ „Ich weiss, dass du total in der Scheisse steckst, wenn du so anfängst, Lauri.“ Pauli sah mich durchdringend an. „Ja, also... Ich hab Melanie geküsst...“ „Das ist doch nicht schlimm.“ Aki schaute mich verständnislos an. „Eigentlich nicht, aber uneigentlich schon...“ „Jetzt red doch mal Klartext.“ „Aki war bis zum zerbersten angespannt. „Papa-razzi haben uns erwischt...“ „Paska, das ist echt übel.“ „Verdammt, was willst du jetzt machen?“ Pauli sah mich ratlos an. „Ich hab keine Ahnung, aber momentan würde ich echt gern schlafen.“ „Gute Idee. Um knapp halb drei kann man ja sowieso nix mehr ma-chen.“ Aki schaute vom Bett müde zu mir hoch. „Gehn wir in unser Zimmer Aki?“ „Klar, gerne. Er gähnte herzhaft.“ „Gute Nacht Pauli.“ Ich unterdrückte ein Gähnen und tor-kelte mit Aki ins Zimmer nebenan. Dass ich nicht vor vier schlafen würde, war mir klar. Kaum lagen wir in den Betten, fragte mich mein Kumpel: „Wie seid ihr jetzt eigentlich zusammengekommen?“ Nachdem ich ihm meine Story erzählt hatte, hörte ich mir seine an. Anscheinend waren alle 4 in nem Café gewesen und sind sich dabei ziemlich viel näher gekommen. Ein paar Minuten später war ich eingeschlafen. Und ich träumte wunderschön...

Jetzt weiss jeder von der Beziehung des anderen. Melanie geht mit Lauri, Stefie mit Aki, Pauri mit Pauli und Eero geht leer aus. Aber ist ja auch seine Schuld, wenn er unbe-dingt telefonieren muss...

Als ich das Zimmer verließ, fühlte ich mich richtig mies. Jetzt war ich nicht nur von Lauri getrennt, sondern würde auch noch die Fragen von Stefie und Pauri über mich ergehen lassen müssen. Aber die haben genauso was mit den Jungs. Also konnte ich genauso Fragen stellen. Wir gingen ins Zimmer und nachdem wir uns umgezogen und hingelegt hatten, ging die Fragerei auch schon los. „Du Melli, sag mal, wie bist du eigentlich mit Lauri zusammengekommen? Und wie ist der so? So wie du ihn dir vorgestellt hast, oder besser, schlechter, was auch immer. Was habt ihr eigentlich so gemacht? Und außer-dem...“ „Ok, ok, Stefie, alles der Reihe nach: Wir haben uns über alles mögliche unter-halten, dann hat er mich irgendwann geküsst. Nebenbei: Er küsst saugut! Lauri ist ganz und gar nicht so, wie ich ihn mir vorgestellt habe, er ist noch 1000 mal besser, vor allem total sensibel, romantisch und einfühlsam, gar nicht so, wie man sich den Leadsinger von ner Band so vorstellt. Und wir haben die ganze Zeit entweder geredet oder uns ge-küsst und er hat mir München at night gezeigt. Danach hab ich meinen Fuß gekillt, oder zumindest... verletzt. Wir sind ins Krankenhaus, dann zum Tourbus und danach hierher. Und jetzt bin ich dran: Wie seid ihr zwei mit eurem Kerl jeweils zusammengekommen? Und wie sind die so, und was habt ihr gemacht?“ Pauri antwortete zuerst. „Ich war mit Stefie, Pauli und Aki im Café ums Eck und wir haben uns nett unterhalten, sind dann getrennt noch jeweils a bissl spazierengegangen und so und als wir uns wieder getrof-fen haben, hatten wir unsern Typ schon jeweils geküsst. Bei mir wars in nem Park un-term Sternenhimmel – voll romantisch!“ Jetzt meldete sich Stefie zu Wort. „Ich war mit Aki in nem anderen Café und wollte noch ein wenig mit ihm reden, irgendwie sind wir auf das Thema Girlfriend, bzw. Boyfriend gekommen. Als wir merkten, dass keiner ei-nen Partner hat, kam es auch ziemlich schnell zum Kuss.“ Jetzt waren wir also alle glücklich und zufrieden mit unseren jeweiligen Partnern und den Erklärungen der ande-ren beiden dazu. Chrissy machte das Licht aus und wir versuchten zu schlafen. Ich lag noch ziemlich lang wach und ließ den Tag noch mal an mir vorüberlaufen. Zuerst das lange Anstehen vor dem Konzert, meinen ersten Zusammenbruch, das Konzert selber, die Bewahrheitung meiner Vision, meinen zweiten Zusammenbruch, das Hinlaufen zu Lauris Garderobe, als wir uns unterhalten hatten, den ersten Kuss und die restlichen, danach noch mal München aus der Vogelperspektive, meinen Sturz auf der Treppe, das Zusammentreffen von uns allen. Irgendwann, viel später, schlief ich lächelnd ein. Und hatte viele wunderschöne Träume, was heisst, dass ich hauptsächlich Lauri darin gesehen hab. Irgendwann nach zehn Uhr früh wachte ich auf, die anderen beiden wa-ren schon wach. Da bemerkte ich, dass wir TV im Zimmer hatten. Ich schaltete auf Viva und.... Apocalyptica feat. Ville Valo & Lauri Ylönen war drauf! Ich bin fast ausgeflippt, hab versucht, leiser als sonst zu kreischen, wenn was von Lauri lief. Dann drehte ich den Fernseher voll auf. Aber nicht nur ich, sondern auch Chrissy freute sich wahnsinnig und wir hüpften um die Wette. Leider hatte ich nicht bemerkt, das Lauri in der Tür stand, im Gegensatz zu Stefie. Er musste schon eine ganze Weile da sein, weil er anschei-nend auch mitgekriegt hatte, wie ich am Anfang ausgeflippt bin. Aber erst, als der Song fast aus wahr, schaffte es Stefie, mich auf Ihn aufmerksam zu machen. Mir war das al-les furchtbar peinlich, aber ich freu mich halt immer so, wenn’s was Neues von meinem Sweetheart gab. Und Jetzt konnte ich ihn ja tatsächlich so nennen. Geil. „Ähm guten Morgen Melanie.“ Ich merkte, dass ich ziemlich dunkelrot angelaufen war. „Ja,... hi. Tja... cooler Song... find ich...“ „Ähm, sag mal,... machst du das immer so?“ Falls man noch röter anlaufen konnte, als ich es schon war, dann passierte das genau in diesem Augenblick mit mir. „Ja weist du, um mich kurz zu fassen... Ähm,... ich würde sagen... also...JA.“ Ich musste aussehen wie eine Tomate! Lauri grinste. Und sah soooo geil dabei aus! „Schön, dass es dir gefällt. Ich hab’s mit Ville zusammen geschrieben.“ „Weis ich schon.“ Jetzt konnte ich auch grinsen. „War ja in jeder Zeitschrift...apropos Zeitschrift, hast du schon nach der Bravo oder so geguckt?“ „Warum?“ Chrissy war SO neugierig. Das war manchmal echt nervig. Ja weist du, das ist so... Wir wurden beim küssen geknipst..“ „Ihr wurdet WAS?!“ Stefanie sah mich entsetzt an. „Ja ich weiss. Es war ja keine Absicht.“ „Mein Gott, natürlich nicht! Ich hab’s echt nicht nötig, durch Knutschbildern im Gespräch zu bleiben. Dafür ist ja unsere Musik da.“ Lauri guckte em-pört aus der Wäsche. „Ich hab Hunger. Gehn wir frühstücken?“ Chrissy sah uns er-wartungsvoll an. „Klar. Gehn wir.“ Lauri legte seinen Arm um mich und wir gingen vor-aus, Stefie und Pauri liefen hinterher. Im Frühstücksraum angekommen, sahen wir Aki, Pauli und Eero warten.

Alle waren hungrig, aber glücklich. Zumindest alle außer Eero. Der war ja immer noch solo. Aber immerhin alle anderen hatten nen Freund bzw. ne Freundin. Bleibt nur noch das kleine große Problem, dass die Mädels leider über Nacht nicht daheim waren...

Wir kamen im Raum an und als Pauri und Stefie Pauli und Aki sahen, stürzten sie gera-dewegs auf die Jungs zu. Eero saß allein daneben. „Terve Lintu.“ Aki kam noch dazu, mich zu begrüßen, bevor Stefie ihn mit ihrer Umarmung für sich beanspruchte. Pauli kam gar nicht mehr zu Wort. Chrissy drückte ihm regelrecht die Luft ab. „Terve Hattu.“ Ich musste mir angesichts dieser stürmischen Begrüßung von den Mädels ein Grinsen verkneifen. Außerdem tat mir Eero irgendwie leid. Ich setzte mich neben ihn und Melli setzte sich noch mal daneben. „Hey du, ist was?“ >Blöde Frage. Wir haben alle ne Freundin und er nicht. Ich muss schaun, dass ich ihm auch eine besorgen kann. Sonst geht er mal wieder leer aus.< „Nö, alles in Ordnung. Wir haben doch jetzt drei Tage lang kein Konzert. Was wollen wir da machen?“ „Weiss noch nicht. Auf was hast du denn Lust?“ „Ich denke, das sollten wir mit den anderen zusammen besprechen.“ Mitt-lerweile hatten es Aki und Pauli geschafft, sich aus der Umarmungs- und Kussflut zu befreien. Melanie tippte mich auf die Schulter. „Du, was machen wir heute?“ Ich grinste. „Keine Ahnung, such dir was aus.“ „Ja also, ich würde sagen...“ Ihr Handy klingelte. „Ei-nen Moment, bin gleich wieder da.“ Sie ging in den Flur. „Wer war denn dran?“ Stefie guckte mich an. „Weiss nicht. Sie wird’s uns schon gleich sagen.“ Sie zuckte mit den Schultern. Da kam Melli zurück. Sie machte ein furchtbar trauriges und auch besorgtes Gesicht. „Was ist denn los, Süsse?“ „Meine Ma war dran. Das hatte ich ganz verges-sen! Ich hab ihr gesagt, dass ich mit Stefie bei Pauri übernachte und sie mich gegen 13Uhr abholen soll. Und vor allem: Was ist mit Pauris Ma?“ Kaum hatte sie ihren Na-men gehört, beugte sie sich rüber. „Was ist mit mir?“ „Tja, Chrissy, weißt du nimmer? Wir hatten ausgemacht, dass Stefanie und ich bei dir übernachten, nach dem Konzert.“ „Oh, shit! Das hatt ich voll vergessen! Ich ruf meine mum schnell mal an.“ „Oh, mann, das gibt Ärger. Und außerdem muss ich bis 13Uhr daheim bei ihr sein. Am phone hab ich gesagt, ich wär bei ihr.“ „Da hab ich ne Idee: Wir fahrn alle mit dem Zug hin. Wir ha-ben doch jetzt 3 Tage kein Konzert. Könnte zumindest ich die paar mal bei dir über-nachten? Das wär doch klasse.“ Ich sah, wie ihre Augen strahlten, bevor sich ein rie-senbreites Lächeln über ihr ganzes Gesicht ausbreitete. Dann flippte sie aus. „Das ist ja klasse! Meine Ma würde dich dafür bezahlen, wenn du bei uns schlafen würdest! Dann sind wir 3 Tage lang bei mir und haben praktisch alle Zeit der Welt! Das ist ja super! Die anderen kommen schon auch wo unter. Lass uns das bitte machen! Und wir können meinetwegen gleich losfahren. Und...“ „Is ja gut, lass erst mal Pauri wieder kommen und erzähls den anderen. Als diese kam, sah sie erleichtert aus. „Was is?“ „Meine mum fin-det’s nich so schlimm. Sie meint, ich soll halt so bald wie möglich heimkommen.“ >We-nigstens hat jetzt keine Stress mit den Ellis. Bin mal gespannt, wies bei Melli daheim ist.< „Ich muss euch allen was sagen.“ Jetzt guckten alle gespannt auf Melanie. „Also, Lauri und ich haben beschlossen, dass wir beide zu mir heimgehen, Aki kann ja zu Ste-fie, Pauli zu Pauri, Pauri kann mit ihm übrigens zu mir, und Eero darf sich aussuchen, wo er hingeht. Wer damit einverstanden ist, beginnt jetzt bitte, sich aufgeregt und fröh-lich darüber zu unterhalten.“ Alle lachten. „Ich will, dass Eero mit zu mir und Stefie kommt. Ich brauch doch nen Finnen bei mir, sonst werd ich glatt unglücklich.“ Pauli guckte Eero an, und der lächelte dankbar zurück. „Also, gehen wir packen.“ Ich stand auf. Die Jungs taten es mir nach, aber die Mädels blieben sitzen. „Ähm, Lintu, wir haben kein Zeug zum packen.“ Melanie sah zu mir hoch. „Ach ja. Na, dann kommt doch mit zu uns in den Tourbus.“ „Gerne.“ Jetzt standen auch die Girls auf. Wir liefen die paar Meter zum Bus, wobei ich Melli gegen ihren Willen stützte, weil ich nicht wollte, dass sie ihren Fuß zu stark belastete. „Ich kann auch allein laufen, keine Sorge. Ist ja nicht gebro-chen.“ „Trotzdem. Ich will nicht, dass es noch schlimmer wird.“ Sie seufzte nur resigniert und humpelte weiter. Als wir mit dem Packen fertig waren, gingen wir zum Bahnhof und kauften Tix. Endlich kam der Zug nach Pfaffenhausen.


Also geht’s jetzt schon wieder in die „Schöne Heimat“ zurück – zumindest für unsere Mädels. Was werden nur die Eltern sagen, wenn ihre braven Töchter plötzlich mit den bösen, düsteren Rockstars ankommen? Schaun ma halt mal...

Wir standen also am Bahnhof, der Zug nach Pfaffenhausen kam gerade an. Ich war so superaufgeregt. Was würde meine Ma nur dazu sagen? Ich mit Lauri... „Komm, der Zug ist da.“ Mein Schatz schob mich Richtung Zug. „Autsch, mein Fuß! Pass doch bitte ein bisschen mehr auf. Zuerst lässt du mich nicht mehr allein laufen und jetzt muss plötzlich alles hopp hopp gehen, oder was?“ „Sorry.“ Verlegen grinste er mich an. „Kommt ihr 2 heute noch?“ Pauri stand in der Zugtür. „Sofort.“ Wir gingen zum und in den Zug, setz-ten uns auf irgendwelche Plätze und das Erste was Lauri machte: Er holte ne Kippe raus und begann zu rauchen. Nicht nur ich, sondern auch Stefie und Pauri sahen ihm sehnsüchtig dabei zu. Als er es bemerkte grinste er. „Wollt ihr auch eine?“ Wir nickten mechanisch und beinahe gleichzeitig. Jede nahm sich eine Malboro Menthol und Lauri gab uns dreien reihum Feuer. Doch jetzt waren Aki, Pauli und Eero unzufrieden, da kei-ner von ihnen rauchte. Aber das war uns Rauchern eigentlich egal. Ich war todmüde und kuschelte mich an Lauri. Stefie und Pauri schien es nicht besser zu gehen und so taten sie es mir nach. Zehn Minuten später waren wir alle eingeschlafen. Ich wachte auf, als Lintu mir einen Kuss gab. „Hey Schatz, wach auf, wir sind bald da. Ich setzte mich auf und sah aus dem Fenster. Wir kamen grade im Bahnhof von Pfaffenhausen an. Der Zug hielt, wir stiegen aus und liefen zu Chrissys Haus hoch. Wobei man sagen musste, ich wurde fast getragen. Lauri machte sich wohl immer noch Vorwürfe wegen dem Vorfall am Bahnhof. Als die Tür aufging, Eine von Pauris Schwestern machte auf, hörten wir zuerst nur Gekreische. Wir grinsten alle und die Jungs wurden ziemlich rot. Trotzdem gingen wir ins Haus und nach einem Schreianfall ihrer Mutter führte uns Chri-stina in ihr Zimmer nach unten. Es war ungefähr halb eins, als wir vorm Zimmer stan-den. „Ähm, ich muss hier noch was loswerden: Das Zimmer ist ein bisschen... unaufge-räumt... also....“ Pauli sah seine Freundin an. „Das macht doch gar nichts. Mir zumin-dest nicht.“ Er guckte uns an, wir schüttelten alle den Kopf. „Ich meine das auch anders, ähm...“ „Komm, lass uns halt rein.“ Pauli öffnete die Tür, trat ein und ihm klappte vor Staunen die Kinnlade runter. Lauri, Aki und Eero ging es nicht anders. Stefie und ich grinsten uns gegenseitig an. Chrissy lief derweil knallrot an. Es war ihr wohl furchtbar peinlich, dass nun alle wussten, dass sie ein ziemlicher Groupie war. Das Zimmer war mit The Rasmus Postern tapeziert. Alle 4 Jungs sahen sich nun um und kommentierten die einzelnen Poster mit Kommentaren, wie: „Guck mal Lauri, da siehst du aus, als wärst du schwul.“ (Aki) Oder auch: „Mann Leute, meine Haare sehen da ja unmöglich aus“ (Pauli). Was hatten die nur? Die sahen auf jedem Bild nahezu perfekt aus. Wir Mädels sahen uns an, schüttelten die Köpfe und sagten wie auf Knopfdruck „MÄNNER!“ Diese guckten auf uns und sahen uns verständnislos an. Da hielt ich es nicht mehr aus. „Mein Gott, ihr habt echt Probleme. Ihr seht auf jedem einzelnen Poster einfach nur endgeil aus und kriegt trotzdem voll die Komplexe, wenn ihr das anguckt. Da heisst es dann immer, Girls sind eingebildet.“ Wir wollten es ihnen heimzahlen. Also kamen nun Sätze wie „Ich bin voll fett und schwabbelig“ (Ich) „Das stimmt nicht. Du siehst toll aus, so wie du bist.“ (total verzweifelter Lauri) und „Meine Haare sind voll hässlich und wi-derlich. Außerdem sehen sie voll zum kotzen aus.“ (Stefie) „Deine Haare sind toll, die sehen fantastisch aus. Sag doch sowas nicht.“ (fast genauso verzweifelter Aki) und auch „Mein Gesicht ist voll eklig und aufgedunsen. Vor allem meine Augen find ich zum kotzen.“ (Pauri) „Nein, du hast ein wunderschönes Gesicht und die Schönsten Augen der Welt.“ (halb verrücktwerdender Pauli)! Ich grinste fett von einem Ohr zum anderen. „Danke, das haben wir mal wieder gebraucht. Wir wissen doch, wie toll wir aussehen, aber wir brauchen eben manchmal jemanden, der uns in dieser Gewissheit noch siche-rer macht.“ Jetzt kicherten wir wie kleine Mädels, die ein Geheimnis haben. Lauri nahm mich in den Arm. „Mensch, ihr wisst ja echt, wie man an Komplimente kommt!“ Es klin-gelte. „Das wird mein Pa sein.“ „Ok, gehen wir hoch, aber die Jungs müssen noch un-tenbleiben.“ Chrissy grinste. Ich stimmte ihr zu und nachdem jede von uns ihrem Schatz nen Abschiedskuss gegeben hatte, gingen wir hoch. „Hi Paps. Du, können Stefie und Chrissy bei mir übernachten?“ „Na meinetwegen.“ „Und, ähm, die beiden haben auch nen Freund.“ „Na gut, aber das letzte Mal.“ „Und...“ „Noch mehr?!“ „Ja weißt du, ich hab auch nen Freund...“ „Was? Seit wann?“ „Seit gestern.“ Jetzt meldete sich Pauri zu Wort. „Der is echt anständig, ein lieber Kerl.“ „Na gut, hol ihn hoch, aber wehe, das stimmt nicht..." Ich lief zur Treppe. „Schatz, du kannst jetzt kommen.“ Lauri kam zur Tür. Mei-nem Dad stand der Mund offen vor Erstaunen. „Mach den Mund zu. Das ist mein Freund. Ich denke, ich muss ihn dir nicht erst extra vorstellen?“ Paps schüttelte den Kopf, immer noch unfähig, zu sprechen. Pauri holte die anderen 3 und mein Vater war nun kurz vor nem Ohnmachtsanfall. Ich freute mich tierisch über die gelungene Überra-schung. Christina holte noch ein paar Sachen, ehe wir ins Auto einstiegen und Richtung Leesten fuhren.

Nun, immerhin wusste nun Melanies Vater schon das mit Lauri. Aber wenn er schon so überrascht war, wie würde erst Ihre Mutter, nach Melli zweitgrößter Laurifan der Welt, auf diese Nachricht reagieren? Wir werden’s ja hoffentlich gleich erfahren...

Ich saß ganz hinten neben Melanie und starrte aus dem Fenster. Irgendwie beschäftigte es mich, dass immer alle so ausflippten, wenn sie mich sahen. Klar, ich war es schon gewohnt, aber trotzdem. Nur weil ich öffentlich sang, musste das doch nicht gleich hei-ßen, dass ich was besonderes war. Ich meine, ich weiss ja, dass ich wenigstens eini-germaßen gut aussehe und auch ziemlich gut singen kann. Aber wenn man auf der Straße jemandem begegnet, der nicht berühmt ist, aber auch gut aussieht und genauso singen kann, dann flippt man doch auch nicht aus, weil man ihn trifft und er einen wo-möglich sogar berührt hat. Er würde den Leuten nicht mal auffallen. Und nur, weil ich im Fernsehen zu sehen war, war ich doch jetzt nun wirklich nicht anders, als alle anderen. Und gerade weil mich diese, für mich schon alltägliche, Situation so nahe ging, wurde ich nur noch nachdenklicher. Melli hingegen war wohl noch so müde, dass sie davon gar nichts zu bemerken schien, denn sie schlief nach knapp zehn Minuten Fahrt an meine Schulter gelehnt ein. Als wir endlich da waren, weckte ich sie auf. Stefie hatte ebenfalls geschlafen und kippte fast auf Eeros Seite, der auch am Pennen war. Nur Pauri, Pauli und Aki waren ausser mir noch wach. „Hey Schlafmütze, aufwachen.“ „Hm, was?...“ „Wir sind da.“ Ich gab ihr einen Kuss und sie setzte sich auf. Dann stiegen wir alle aus und sie sagte: „Komm, wir machen´s wieder so: Ich geh zuerst und hol euch der Reihe nach her.“ Wir waren alle einverstanden und so versteckten wir uns hinter der Treppe. Sie lief mit ihrem Vater hoch, nachdem ihre Mutter geöffnet hatte, ging der gleich rein. Aber Melanie blieb stehen und hielt auch ihre Ma fest. „Warte mal kurz, ähm... die Stefie ist zum übernachten mitgekommen.“ „Was? Na gut, wo ist sie denn?“ „Stefie, komm doch hoch.“ „Hi.“ „Hi.“ „Warte noch.... die Chrissy ist auch da...“ „Sag mal, spinnst du? Die darf aber auch nur dableiben, weil sie so weit weg wohnt. Warum kommt ihr nicht rein?“ Pauri lief grad die Treppe hoch. „Ja weist du, die haben beide nen Freund...“ „Die sind doch wohl nicht auch noch dabei?! Das Haus hier ist doch kei-ne Pension!“ „Und die zwei Kerle haben noch zwei Kumpels...“ „Jetzt reichts aber!“ Ich bemerkte an ihrer Tonlage, dass sie nicht gerade glücklich war, im Moment. Was würde wohl als nächstes kommen? „Das ist noch nicht ganz alles: Einer der beiden Kumpels ist mein Freund...“ „...“ >Jetzt ist sie sprachlos. Was sagt sie wohl, wenn sie uns sieht?< „Du spinnst doch. Du bist eine Nacht mal weg und bringst gleich nen Freund mit. Sag mal, die sind doch auch hier irgendwo?“ „Soll ich sie holen?“ „Ja bitte. Ich würde sie gern mal sehen.“ Sie rief jetzt zu uns hinunter. „Also, bitte zuerst Pauri´s Freund, dann der von Stefie, dann der Kumpel und dann mein Schatz.“ Nacheinander kamen wir alle die Treppe hoch. Ich hörte Melli´s Ma nach Luft schnapppen und als sie mich sah, tau-melte sie ein paar Schritte zurück. „Hallo Frau Morich.“ Ich reichte ihr die Hand. Sie kriegte immer noch keine Luft. Doch dann stammelte sie doch etwas. „Das, das ist ein Scherz, oder?... Das muss ein Traum sein. Sag mir, dass das kein Traum ist.“ Sie guckte jetzt Melanie an. „Das ist mein voller Ernst. Stefie ist mit Aki zusammen, Chrissy mit Pauli und ich mit Lauri.“ Sie wusste wohl immer noch nicht, was sie machen sollte. Ich ergriff schließlich die Initiative. „Können wir denn nun hier übernachten, Frau Mo-rich?“ „Ähm, du kannst mich Doris nennen, wenn du willst. Ähm... natürlich könnt ihr hier übernachten.“ „Danke, .....Doris.“ Endlich gingen wir ins Haus. Mir war inzwischen ziemlich kalt, aber innen war es dank dem Ofen kuschelig warm. Wir gingen zuerst in die Küche, wo zwei Kinder saßen. Melanie stellte uns einander vor, wobei die kleinen verwirrt, ungläubig und sogar etwas ängstlich aussahen. „Also, das ist Stefie und ihr Freund Aki, das hier ist Pauri und Ihr Freund Pauli, da drüben, das ist Eero und das ist mein Freund...“ „Lauri“ Der kleine Junge hatte den Satz für sie beendet. Er klang total ungläubig und staunte mich an. Sein Gesichtsausdruck brachte uns alle zum Lachen. „Ach ja, stimmt ja, ihr kennt The Rasmus ja schon.“ Wir von der Band sahen uns ge-genseitig an. „Also, Jungs, das sind meine Geschwister Natalie und Dominik.“ „Hi.“ „Ähhh.... Hallo.“ Ich musste grinsen. Die zwei hatten voll den Respekt vor uns. „Ich bei-sse nicht, keine Angst. Ich bin doch auch nur ein Mensch.“ Ich wollte die Lage nur et-was entspannen, aber dadurch brachte ich die Pimpfen nur noch mehr in Verlegenheit. Also trat ich die Flucht nach vorne an. „Schatz, gehen wir in dein Zimmer?“ „Meinetwe-gen.“ Wir gingen hinaus in den Flur und liefen die Treppe nach oben. Am Zimmer hing ein Poster von mir. Ich sah Melanie an, die aber vermied es, zurückzuschauen. Sie sah nur ziemlich rot aus. Als wir vor der Tür standen blieb sie stehen. „Ähm, ja also, ich wollte nur sagen, na ja, mein Zimmer sieht nicht viel besser aus, als das von Pauri vor-hin, also.“ „Das ist mir doch egal, Süsse.“ Wir gingen rein und ich musste sofort was loswerden. „PASKA!“ Sie hatte ziemlich geschwindelt. Das Zimmer sah nicht nicht viel besser aus als Pauri´s, es war vieel schlimmer! Zumindest für mich. Denn von den Po-stern, die sie doppelt hatte, hatte sie mich ausgeschnitten. Und überall klebten Zei-tungsartikel und auch größere und kleinere Bilder von The Rasmus, aber hauptsächlich von mir; an der Wand. Ich war voll geschockt.

Jetzt war es also wirklich kein Geheimnis mehr: Lauri war mit Melanie zusammen und Pauri mit Pauli. Wie werden wohl Stefies Eltern auf die Nachricht reagieren? Es bleibt also spannend...

Boah, war mir das peinlich mit dem Zimmer. Man konnte Lauri förmlich ansehen, dass er es nicht gerade sooo toll fand, sich selbst zig – mal, genaugenommen ca. 400 – 450 mal. Momentan besaß ich nämlich 484 Bilder von ihm, aber ein paar waren ja im Ord-ner, im Hausaufgabenheft, im Geldbeutel, auf Konzertbildern oder in meinem kleinen lila Buch. Ein Glück, dass er die nicht gesehen hatte! Aber es reichte auch so schon! „Ähhh,... ähm, schönes Zimmer...“ „Danke, ich weiss ja, dass du es total doof findest. Wir können ja das Zeug abhängen, wenn du willst.“ „Nee, schon in Ordnung, ich leb ja nicht hier. Wenn’s dir gefällt, kannst du´s ruhig hängen lassen.“ Die anderen grinsten alle blöde und guckten sich die Bilder in aller Ruhe an. Da fiel mir ein, dass ich noch nicht mal wusste, wo die alle schlafen sollten. Dann hatte ich die rettende Idee! „ Hey Leute, hört mal zu, wo wollt ihr eigentlich heute Nacht alle schlafen?“ Ratlose Blicke. „Also ich hab mir gedacht, wenn wir uns etwas ins Zeug legen, schaffen wir´s noch, den Dachboden etwas aufzuräumen und zu putzen. Der ist so groß, da können wir alle übernachten. Was haltet ihr davon? Wir sind doch zu 7.“ Pauli meinte: „Das hört sich doch gar nicht so blöd an. Ich bin auf jeden Fall dabei. Wer macht noch mit?“ Alle mur-melten irgendwas zustimmendes oder nickten. „Na dann los!“ Wir gingen auf den Boden und räumten erstmal alles aus dem Weg, sodass in der Dachbodenmitte ein großer, leerer Fleck entstand. Da würden wir alle draufpassen. Dann verteilte ich Besen und Wischer an alle und nicht mal eine Stunde, nachdem wir begonnen hatten, waren wir fertig. Wir holten meine alte und die neue Matratze + 2 Luftmatratzen. Mehr hatten wir nicht. Dann fiel mir ein, dass noch ne alte Matratze von meinem Bruder da war. Die legten wir auch noch dazu und bauten uns daraus ein Riesenbett, auf das wir ein paar Decken legten. Dann bekam jeder noch was zum zudecken, ich brachte meinen CD-Player und ein paar Kerzen, dann gingen wir in die Küche, um etwas zu essen. Aufräu-men macht halt hungrig! Ich holte Pizza aus dem Keller (tiefgekühlt) und nachdem sie endlich fertig war, teilten wir uns jeweils eine Pizza, wobei man sagen muss, dass Aki eine ganze aß und Stefie sich dafür mit Eero eine teilte. Danach nahmen wir uns noch reichlich Proviant mit nach oben. Dann warf ich ne coole CD ein (The Rasmus), was die Jungs wohl auch nicht so toll fanden, also tat ich es wieder raus und wir hörten HIM und Manson und so was. Damit waren alle zufrieden und wir kuschelten uns in die Decken und begannen, über allen möglichen Paska zu reden. Ich erzählte zum Beispiel, dass ich beim letzten Mal Chor für ein Solostück vorgesungen hatte, danach voll gezittert hab und dass meine Zähne beim ins-Mikro-singen wehgetan haben. Wahrscheinlich wegen meiner Zahnspange. Aber es war echt schlimm. Was ich nicht erzählt hab, ist, dass, nachdem ich gesungen hab, alle so was wie „Du hast voll die schöne Stimme.“ Oder „Du kannst ja voll gut singen.“ gesagt haben. Das hätte sich wieder so voll nach Eigen-lob angehört. Außerdem haben wir über vergangene Beziehungen geredet, die alle au-sser mir schon gehabt hatten. So wurde es immer später und später und uns fielen im-mer wieder neue Themen ein, wie der neueste Scheiß in Sachen Musik oder Mode. Und ne geile, neue Definition von Alexander Klaws: Singende Kartoffel am Klavier mit nem IQ von nem Kieselstein. Aber ich bin mir nicht mir sicher, könnte auch der IQ von 1m Feldweg gewesen sein, beides kam zumindest vor. Und dass es bei Alexander nicht Gesicht sondern Hackfresse heisst, ist genauso klar, wie die Tatsache, dass O-Zone die totale Volksverdummung ist. Alle Statements über diese ganze Kackmusik und ihre Verursacher kamen übrigens von Pauri. Da hatten wir wenigstens was zu Lachen. Und Lauri sah immer noch sooo süss aus, wenn er lächelte... Als wir uns gegen 2 Uhr nachts, nach weiteren eigentlich uninteressanten Themen wie Casting, gewisse Sekten (Laurismus ;-) und modische Fehltritte der Jungs beschäftigt hatten, endlich schlafen legten, war jede CD mindestens 3x gelaufen und ich würde in den nächsten Tagen si-cherlich kein HIM und Manson mehr hören können. In Lauris Armen schlief ich ein. Als ich am nächsten Morgen um höchstens 5 Uhr aufwachte, fühlte ich mich einfach himm-lisch! So gut hatte ich lange nicht mehr geschlafen, vor allem während dieser Zeit mit der Vision nicht. Außerdem fiel mir auf einmal auf, wie gut Lintu roch. Und wie beruhi-gend sein ein- und ausatmen sein konnte. Plötzlich tauchten vor meinem inneren Auge wie bei einem Deja Vu, wieder die Bilder unseres Streits auf, dann die Kameras und in diesem Zusammenhang kam auch die Frage wieder in mir hoch, ob denn nun was in irgendeiner Zeitschrift stand. Außerdem erinnerte ich mich an den unvergesslichen Ausblick auf München bei Nacht. Und an das mit meinem Fuß auf der Treppe. Über-haupt kamen mir alle Ereignisse wieder in den Sinn, die ich hatte, nachdem, und auch schon ein bisschen bevor ich meinen Schatz kennengelernt hab. Obwohl es jetzt erst 2 Nächte her war, kam es mir vor, als wären diese Ereignisse schon ewig vergangen. Aber das war wohl bei sehr ereignisreichen Tagen immer so. Ich lag noch da und lauschte dem ruhigen Atem von Lauri. Auch die anderen schienen, ihrem Atem nach zu urteilen, noch tief und fest zu schlafen. Also legte ich mich hin und schlief kurz darauf wieder ein.

Ist das nicht schön? Jetzt schlafen sie alle auf dem Dachboden und obwohl es schon nach sechs ist, schlafen sie immer noch. Keiner scheint an die Schule zu denken. Ma-chen sie sich dann wohl alle nen schönen Tag?

Ich wachte auf, weil es am Boden des Dachbodens klopfte. „Hey, ihr müsst aufstehen, es ist schon dreiviertel sieben. Ihr müsst doch in die Schule!“ Obwohl ich noch total mü-de war rief ich ein OK runter. Dann weckte ich Melanie. „Hey, Schatz, es ist kurz vor sieben, Zeit für Schule.“ „Hm, was, lass mich schlafen...“ Jetzt packte ich sie an den Schultern und hob sie einfach hoch. „Hey, ich bin müde, ich will schlafen.“ „Melanie, heute ist Schule! Und in zehn Minuten ist schon sieben.“ „PASKA!“ Sie sprang auf und lief zu Stefie. Diese wurde ziemlich unsanft ins sitzen gebracht. „Stefie in ner Viertel-stunde fährt der Schulbus!“ „Shit...“ „Komm schon. Heippa* Leute, wir müssen dann mal in die Schule. Küsschen Lauri.“ Sie öffnete den Dachboden und zog Stefie mit runter. Ich hörte noch, wie sie die Treppen runterrannten und eine Tür zufiel. Dann stand ich auch auf und lief ihnen hinterher, allerdings leiser und viel langsamer. Ich wusste sofort, durch welche Tür ich musste, beide lachten grade lauthals. Ich ging rein und sah, dass sie sich gegenseitig mit Zahnpasta verschönert hatten. Bei diesem Anblick musste auch ich anfangen zu grinsen. Die beiden hatten mich noch nicht mal bemerkt. Ich ging in die Küche und augenblicklich sagte keiner mehr einen Ton. „Hi. Also... von mir aus könnt ihr weiterreden.“ Jeder sah woandershin, nur nicht auf mich. Nur Doris kam her um mich zu begrüßen. „Guten Morgen, willst du was essen?“ „Ja, gerne, haben Sie Müsli da?“ „1. Ja, 2. Du kannst doch Du sagen.“ Sie sah voll freundlich aus. „Danke.“ Wäh-rend ich mein Müsli aß, kamen Melli und Stefie rein. „Morgen Frau Morich.“ „Hi Ma.“ „Hallo.“ Beide setzten sich hin und begannen, ebenfalls Müsli zu essen. Melanie wen-dete sich an ihren Dad.“ „Du musst uns heute in die Schule fahren und vorher nochmal bei der Stefie vorbeischaun, weil die hat ja nix zum umziehen dabei. Bitte.“ „Meinetwe-gen, aber wir müssen gleich weg. Ich bin nämlich auch schon zu spät.“ „Na gut. Bis heute Nachmittag, Lintu.“ „Heippa Süsse.“ Da waren sie auch schon weg. Ich ent-schloss mich dazu, mitzufahren. Zurück nach Leesten würde ich auch mit dem Bus kommen. Ich kam grad noch rechtzeitig zum Auto. „Hi ihr. Ich wollt nur mitfahren.“ Die Mädels grinsten. Als wir in Altendorf waren, lief Stefie schnell in die Wohnung und kam höchstens fünf Minuten später wieder mit frischen Klamotten und ihrem Schulranzen raus. Dann waren wir auch bald in Hirschaid, wo Stefie ausstieg und Melli mir vorher noch nen Kuss gab. „Bis heute Nachmittag Lauri.“ „Ich vermiss dich jetzt schon. Bis in ein paar Stunden.“ Sie sah mich ein bisschen traurig an. Dann schlug sie die Autotür zu und ging ins Schulhaus. Ihr Pa sagte, er hätte noch was vergessen, und so kam ich mit dem Auto wieder heim. Ich ging wieder auf den Dachboden, wo mich die anderen vier schon erwarteten. „Wo sind denn Melli und Stefie?“ Pauri guckte mich an. „Ja wo wohl, die müssen doch in die Schule.“ „Oh scheisse, muss ich doch auch!“ Chrissy rief ihre Mutter an und diese war nach nicht mal ner Minute davon überzeugt worden, dass sie ihre Tochter zwei Tage lang von der Schule befreite. Ich legte mich wieder dahin zu-rück, wo ich heute früh aufgewacht war und versank in Gedanken. >Was macht sie jetzt wohl grade? Vielleicht hat sie ja ein Fach, das sie nicht mag. Oder sie kriegt Anschiss, weil sie wegen mir nix gemacht hat. Oder sie schreibt ne Ex oder so, die sie wegen mir versaut. Hoffentlich passiert von alldem nichts. Hoffentlich hat sie jetzt ein Fach, das sie supergern mag und in dem sie voll gut ist. Und was soll ich jetzt den ganzen Vormittag machen? Mir ist so langweilig und ich bin so müde...< Etwas später war ich einge-schlafen. Was die anderen gemacht haben, davon hab ich nichts mitgekriegt. Aber ich wachte kurz nach zwölf auf. Ich ging wieder runter in die Küche und dabei kam mir eine super Idee. Doris stand in der Küche. „Ähm Frau Morich, Ich wollte sie was fragen...“ Diese sah mich fast vorwurfsvoll an. „Ich meine, Doris, ich wollte dich was fragen. Kön-nen wir nicht die Mädels heute abholen?“ „Können wir machen. Heute gibt´s übrigens Pfannkuchen. Willst du auch welche?“ „Gerne, danke.“ Da ich bemerkt hatte, dass alle anderen im Wohnzimmer fernsahen, setzte ich mich dazu und guckte ebenfalls bis kurz vor eins fern. Dann fuhren wir zur Schule. Obwohl er sich am Anfang dagegen gewehrt hatte, kam auch Eero mit. Als wir ankamen, liefen die Girls grad aus der Schule und grinsten, als sie uns sahen. Außerdem war noch eine dritte, blonde, große dabei. Diese guckte vor Erstaunen ziemlich merkwürdig. Ich winkte ihnen zu. Melanie kam als erste an, öffnete die Autotür und gab mir nen Begrüßungskuss.

Ist das nicht toll? Sabine hat Lauri auch gesehen. Aber ob sie das wirklich glauben will? Ich denke nicht, wir können aber ja mal nachgucken, oder?

Ich war so froh, als ich das Auto da stehen sah. Also bin ich gleich losgerannt und hab Lauri nen Begrüßungskuss gegeben. „Hi Schatz. Find ich klasse, dass du mich ab-holst.“ Ich strahlte ihn an. Dann drängte sich Stefie an mir vorbei und setzte sich auf Akis Schoß. „Hi du.“ Sie umarmten sich und endlich kam auch Sabine hergelaufen. Sie wusste wohl nicht, was sie davon halten sollte. „So Sabine, das ist mein Freund. Und du wolltest mir nicht glauben, dass ich und Stefie jetzt einen haben. Ähm, ja also das ist Lauri, mein Freund, und das ist Aki, Stefies Freund. Ach ja, du kennst ja Lauri schon.“ Ich muss zugeben, ich war ziemlich schadenfroh, als sie da stand und nicht wusste, was sie sagen sollte. „Jungs, nicht so schüchtern, begrüßt sie doch.“ „Terve...., äh hi Sabine.“ „Hi...“ „Oh, dein Bus ist da. Wir sehn uns morgen?“ „Äh, klar... ciao.“ Bine ging etwas verwirrt weg und ich musste anfangen zu lachen. „Hi Ma. Danke, dass du gefah-ren bist.“ „Hallo Melanie. Steig ein, ich muss doch heim, essen kochen.“ Also kletterte ich zu Lauri ins Auto und er nahm mich erst nochmal in den Arm. „Hi Süsse. Also ich fand das jetzt, ehrlich gesagt, ein bisschen fies...“ „Na ja, sie hat mir noch nichtmal ge-glaubt, dass ich überhaupt nen Freund hab. Das fand ich eben fies. Also hab ich’s ihr jetzt heimgezahlt. Hoffentlich weiss es morgen nicht die ganze Schule... falls es ihr je-mand glaubt...“ Stefie drehte sich zu mir. „Stimmt, sie kann eine ziemliche Tratschtante sein. Aber ich denke nicht, dass ihr einer glaubt. Hör dir das doch mal an: Melanie ist mit Lauri von The Rasmus zusammen, und Stefanie auch mit einem von The Rasmus. Das glaubt ihr doch kein Mensch. Ich find´s ja selber noch so unglaublich.“ Jetzt mel-dete sich Pauli von Rücksitz zu Wort. „Was soll daran so unglaublich sein? Wir sind doch auch nur Menschen.“ „Klar, aber hättest du als Teenager wirklich geglaubt, wenn dir jemand erzählt hätte, einer deiner Kumpels sei mit einer berühmten Sängerin oder so zusammen?“ „Nein, eigentlich nicht...“ „Ach jetzt hört doch auf, das ist doch jetzt al-les total unwichtig. Wisst ihr, an was ich die ganze Zeit denke?" Lauri sah plötzlich so erschreckend ernst aus. „An was denn, Karitsa?“ Er sah mich einen Moment lang an und murmelte etwas, wie: Boah, meine Fans wissen ja fast mehr über mich, als ich selbst. Dann antwortete er endlich. „Na ja Leute, morgen abend ist unser nächstes Konzert... In Dresden.“ Totenstille breitete sich aus, Pauri begann, leise zu fluchen. Daran hatte keiner mehr gedacht. Nun ja, sagen wir mal, fast keiner. Plötzlich merkte ich, dass wir schon am Kreisverkehr standen. „Ma, kann ich mal kurz in den E Center und die Zeitschriften angucken? Bitte?“ „Meinetwegen.“ Sie parkte und ich lief schnell in den Laden und fand leider sofort, was ich gesucht hatte: Ich war mit Lauri auf drei Co-vern zu sehen! Bravo, Yam und Popcorn. Ich schnappte mir alle und ging zur Kasse. Mindestens die Hälfte der Kunden zeigten auf mich und tuschelten. Und da die meisten von ihnen Teenies waren, hielten sie mindestens eine der drei besagten Jugendblätter in der Hand. Auch die Kassiererin beäugte mich kritisch, als sich die Hefte nahm, um sie zu verrechnen. Doch keiner sagte etwas zu mir. Ich war heilfroh, als ich wieder draussen war und rannte aufs Auto zu. Ich riss die Tür auf, kletterte ins Auto und heute die Tür ziemlich fest zu. „Fahr los, schnell.“ „Was ist denn?“ Lauri musterte mich fra-gend. „Was wohl, mindestens die halbe Kundschaft hat mich schon erkannt.“ „Warum? Stand denn wirklich ein Artikel irgendwo drin, der größer als ne Viertelseite ist.“ Ich lachte einmal kurz auf. „Wenn´s denn nur das wäre!“ Dann warf ich ihm die Dinger mit den blöden Covern auf den Schoß. Lauri erstarrte mitten in der Bewegung, die er gera-de machen wollte. „Ich sag´s ja! Das mit uns ist kaum zu übersehen! Wer´s noch nicht weiss, der war entweder seit Tagen nicht an der Öffentlichkeit oder hat zumindest fern-gesehen, weil´s wahrscheinlich auch da läuft, oder er ist wirklich blind und taub.“ Wir waren alle ziemlich geschockt. Keiner brachte mehr ein Wort heraus. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis die ersten zu unserem Haus kommen würden. Lauri war schneeweiß. „Ich trau mich ja nicht mal mehr das Konzert spielen morgen...“ Keiner antwortete. Daheim ging ich ins Haus und schaute auf die Uhr. „Bingo, Newstime.“, flü-sterte ich, schaltete auf Viva und wie erwartet begannen die News. Die erste Schlag-zeile: Lauri hat eine Freundin. Ich seufzte leise und rief die anderen. Der Bericht ging ungefähr so: „Nach ihrem Konzert am 07. Oktober in der Muffathalle in München wurde der The Rasmus – Frontman Lauri dabei ertappt, als er ein unbekanntes Girl küsste. Auf unsere Nachfrage hin, wer die Unbekannte kenne, kamen viele Mails, jedoch waren nur wenige dabei, die uns wirklich glaubwürdig erschienen. Aber allem Anschein nach handelt es sich um ein Mädchen namens Melanie, die in der Gegend von Bamberg wohnt. Denn die meisten der wirklich glaubhaften Mails stimmen damit überein. Weitere Details dürfen wir aus personenrechtlichen Gründen nicht bekannt geben, aber wir wür-den uns freuen, wenn ihr uns weiterhin zu diesem Thema eure Meinung mailt. Der Pressesprecher der Band hat übrigens dementiert, dass Lauri eine feste Freundin hat. Wir werden euch natürlich auf dem Laufenden halten...“ „Oh mein Gott...“ Ich legte mein Gesicht in meine Hände. Was sollte ich denn nun machen? Spätestens jetzt würden wirklich alle, die nicht blind und taub waren, von mir wissen. Lintu legte mir tröstend den Arm um die Schultern.


Das war ja wirklich ne Scheiss – Situation! Jetzt wusste ja wirklich jeder, dass Melanie mit Lauri zusammen war. Und was nun?

Einerseits war ich selbst etwas geschockt und verunsichert, andererseits wusste ich auch, dass es für sie schwerer werden würde, als für mich. Ich stand immer im Ram-penlicht, egal warum. Aber Melli war das ja so überhaupt nicht gewohnt. Die ersten Mo-nate als Promi waren für mich auch ziemlich hart gewesen, ich war damals ja auch erst 15. „Hey, ist doch nicht so schlimm. Das vergeht auch wieder.“ „Für dich ist es vielleicht ok. Aber ich hasse es, wenn alle auf mich zeigen und irgendwas flüstern. Wahrschein-lich auch noch die verrücktesten und bescheuertsten Gerüchte! Ich komm mit sowas einfach nicht klar!“ „Tut mir leid, wollte dich nur trösten. Aber so schlimm ist es doch nun echt nicht!“ Ich sah, dass sie ziemlich unglücklich aussah. >Was hat sie denn? Ist doch nicht schlimm, ein paar Gerüchte, das hab ich dauernd und lebe auch immer noch. Ist doch nichts dabei.< „Dir ist es vielleicht egal, aber du hast das alles schon seit 10 Jah-ren! Mein Gott, ich bin 15 und auf ganzen drei Titelblättern der berühmtesten Jugend-magazine!“ >Hey, ich dachte, meine Fans wissen alles über mich! Ich war doch auch nicht älter, als das alles bei mir angefangen hat.< Ich war leicht sauer. Sie klang, als würde sie mir die Schuld für alles geben. „Ich war auch erst so alt wie du, als ich in aller Munde war. Ich dachte du weißt soviel über mich!“ Sie sah mich etwas verunsichert an, aber konterte trotzdem sofort. „Falls du dich noch daran erinnern kannst: Du hast eine Band gegründet und wolltest ja berühmt werden! Gute Gruppen werden das für ge-wöhnlich ja auch! Aber ich habe mich nicht darum gerissen, dass mich jeder sieht. Vielleicht wollte ich ja noch mein Privatleben behalten!“ „Entschuldigung, dass ich mit dir zusammen bin und du dadurch von Paparazzi gesehen wurdest.“ Langsam machte sie mich sauer. Ich hatte sie nicht dazu gezwungen, mit mir zusammen zu sein. Sie sah mir direkt in die Augen. Sowas wie Enttäuschung flackerte in den ihren auf. Sie sprach nun nicht mehr laut und aufgebracht, sondern eher ziemlich leise und beherrscht. Eine gewisse Traurigkeit schwang noch in ihrer Stimme mit. „Ich dachte, dass du weißt, dass ich es nicht so gemeint hab. Und ich dachte auch, dass du dich vielleicht noch vage daran erinnerst, wie du dich als Teenie im Rampenlicht gefühlt hast. Aber anscheinend hab ich mich geirrt. Oder du willst mich einfach nicht verstehen. Mit einem Star zusam-men zu sein, heisst ja nicht gleich, auch einer sein zu wollen, oder von allen beachtet werden zu wollen. Eigentlich hab ich damit gerechnet, dass du mich verstehst.“ Sie stand auf und ging nach oben. Die anderen hatten sich auch schon verkrümelt. Ich saß allein auf der Couch und wusste nicht, was ich jetzt machen sollte. Mit sowas hatte ich nicht gerechnet. >Sie hat doch eigentlich so recht, mit allem, was sie sagt. Ich hab mir ja auch genau zwei Tage, nachdem unser erster Song das erste mal im Radio gelaufen ist schon gewünscht, ich hätte diese Band nie gegründet. Und dass alle, die mich ansa-hen, sich keine weiteren Gedanken über mich machten. Dass ich weiterhin für alle der Nachbarsjunge oder Klassenkamerad war oder auch einer, der zufällig an der gleichen Schule ist oder eben im gleichen Geschäft einkauft. Aber nicht der mit der tollen Stim-me, seiner eigenen Band, die sogar schon im Radio läuft. Und ich wusste doch, oder hab es sogar gehofft, dass ich genau damit überall berühmt und bekannt werde. Mela-nie hat sich ja nicht darum gerissen und wollte nicht um jeden Preis von allen gekannt werden. Ich sollte mich bei ihr entschuldigen. Aber ich hatte das wirklich alles verges-sen.< Ich ging hoch und hörte Musik aus ihrem Zimmer kommen. Ich klopfte an und trat vorsichtig ein. Sie lag auf ihrem Bett und starrte ihre Zimmerdecke mit den unzähligen Postern und Bildern an. „Äh, hi Melli...“

Oje, schon der zweite Streit nach gerade mal 2 (!) Tagen Beziehung. Nur, dass es so scheint, als würde Lauri tatsächlich mal nachgeben. Aber ob das noch was wird? Fast jeden Tag Streit?......

Ich war eigentlich gar nicht so sauer auf Lauri, irgendwie einfach nur superenttäuscht. Ich hätte nicht gedacht, dass er mich so missversteht. Aber ich werde bestimmt nicht zu ihm hingehen und mich entschuldigen oder so. Ich will nicht die sein, die immer wieder nachgibt. Ich hab´s einfach satt. Ich hab doch keinen Fehler gemacht, sondern er. Im-mer bin ich die Gute und Liebe! Darauf hab ich keinen Bock mehr, ich wurde einfach zu oft ausgenutzt deswegen. Sollen sich doch die anderen mal bei mir entschuldigen. Nun war meine Enttäuschung doch zur Wut geworden. Jeder, der mich kennt, weiss, dass ich es auf den Tod nicht ausstehen kann, wenn jemand aus meiner Klasse oder auch in der Schule über mich redet. Und jetzt wusste praktisch die ganze Welt von mir! Zumin-dest die, die Lauri und The Rasmus mögen und sich dafür interessieren. Das wurde bestimmt schon in den verschiedensten Ländern gezeigt. Und ich hab mich früher auf-geregt, wenn die höchstens 800 Schüler an meiner Schule irgendwas über mich ge-tratscht haben. Solche Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich bei meinen Lieb-lings The Rasmussongs auf dem Bett lag und die Bilder von Lauri anstarrte. Ich grü-belte auch über ihn nach. Den Bildern und Berichten nach war er ein total anderer Typ, als der Lauri, mit dem ich seit 3 Tagen zusammen war. Aber was war echt, was nur ge-spielt? Plötzlich klopfte es. „Äh, hi Melli...“ Lauri stand in der Tür und schaute mich schuldbewusst an. Ich sagte nichts, ich wollte erst mal hören , was er zu sagen hatte. „Ja, also, es tut mir leid. Ich, ich wollte dich nicht so anfahren und du hattest ja recht. Kannst du mir noch mal verzeihen?“ Ich stand auf und stellte mich vor ihm hin, sah ihm in die Augen, wobei ich wohl sehr verärgert aussah. Denn plötzlich fiel er tatsächlich vor mir auf die Knie und schaute zu mir hoch. „Bitte!“ Ich musste lächeln, kniete mich vor ihm hin und flüsterte: „Entschuldigung angenommen.“ Er hatte gerade so süß ausgese-hen. Da musste ich ihm einfach verzeihen. Er nahm mich in den Arm und küsste mich voll lieb. Ich war total glücklich, dass wir uns wieder vertragen hatten. Ich stand auf und zog ihn sanft mit nach oben, dann gingen wir die Treppe runter Richtung Küche, wo es verdächtig nach Pfannkuchen roch. Lintu lief hinter mir, aber ich hörte seinen Magen trotzdem bis zu mir nach vorne knurren. „Wenn es bei mir in der Küche wenigstens einmal SO riechen würde. Das ist einfach spitze!“ Ich musste lachen. Er hörte sich an, als hätte er noch nie ne warme Mahlzeit gehabt. „ Sag blos, du kannst nicht kochen.“ „Tut mir leid, nein.“ „Nicht mal was einfaches, zum Beispiel Spiegel- oder Rühreier, Nu-deln oder ähnliches?“ „Nein.“ Er hörte sich schon richtig verlegen an. „Aber doch wenig-stens Fertigsuppe aus der Tüte oder Tiefkühlpizza!“ Er sagte nichts mehr, und da waren wir auch schon am Ziel. „Ma, du musst dem Lauri zeigen, wie man Fertiggerichte noch fertiger macht.“ Meine Ma musste über meine Formulierungskünste lachen. „Ihr habt euch wieder vertragen, nicht? Ich zeig´s ihm, wenn ihr beide mal etwas Zeit übrig habt.“ Und an Lauri gewandt fügte sie noch hinzu: „Kannst du wirklich nichts kochen?“ Er war schon ziemlich rot. „Na ja, ich hab´s bis jetzt erst einmal versucht, und dabei ist meine Küche fast draufgegangen. Alle anderen, von A wie Aki bis S wie Stefie saßen schon am Tisch vor ihren Tellern. Diese „A – S – Leute“ lachten, natürlich lachten sie Lauri aus, aber ich versuchte ihm glauben zu machen, sie würden ihn nur anlachen, wobei ich Mühe hatte, ihn nicht selbst anzulachen. Wir setzten uns ebenfalls und schon wur-den die ersten Pfannkuchen serviert. Nach dem Essen wurde meine Mutter von allen Seiten her gelobt und wurde vor stolz so rot wie vorhin Karitsa. Wir hatten inzwischen schon fast 3 Uhr und nachdem wirklich alle beim Abwasch geholfen hatten, Ma hatte gar nichts machen müssen, stürzten wir uns neugierig auf die Zeitschriften.

Nun, das mit dem Streit ging ja noch mal gut, aber was kommt als nächstes? Irgend-wann müssen sich beide der Öffentlichkeit stellen. Wie wird Melanie damit umgehen? Zumindest eins ist klar: Es wird für beide hart werden, vor allem aber für Melli.

Nachdem wir gegessen und danach auch abgewaschen hatten, wandten wir uns den Klatschblättern zu. Ich war wie immer sehr gespannt, was ich den Dingern schon wieder gesagt haben sollte, ohne, dass ich überhaupt mit ihnen gesprochen hatte. Also schnappte ich mir mit Melli die Bravo und blätterte zum 2- Seiten- Artikel(!) vor. Titel-zeile war: „Lauri nicht mehr solo?“ „Gib mal her.“ Sie nahm mir die Zeitschrift weg und begann vorzulesen. „Am Abend des 07.10. nach dem Konzert in der Muffathalle Mün-chen wurde der The Rasmus Leadsinger Lauri Ylönen (25) dabei erwischt, als er mit einem Augenscheinlich sehr viel jüngerem Girl knutschte. Wir haben natürlich sofort nachgefragt, was das sollte und was ihm dieses Mädchen bedeutet. Also hat unsere Bravo- Outdoor- Reporterin sich mit Lauri getroffen und mit ihm offen über dieses The-ma geplaudert.“ Ich musste jetzt ein Grinsen unterdrücken. Melanie brach ab, sah mich vorwurfsvoll an und meinte mit zutiefst beleidigt- verstellter Stimme: „Du hättest mir we-nigstens sagen können, dass du dich heimlich mit anderen Frauen triffst. Aber dass ich das so erfahren muss...“ Sie schüttelte den Kopf und wir brachen beide in schallendes Gelächter aus. „Weißt du, das ist nicht das erste Mal, dass ein Freund oder eine Freun-din von mir so tolle Neuigkeiten aus irgendeinem Klatschblatt erfährt, von dem er oder sie vorher noch nicht gewusst hat. Ich hab auch schon manchmal was gelesen und ge-dacht: `Siehst du Lauri, hast du heute wieder was neues über dich gelernt. Ein Glück, dass die mich besser kennen als ich selbst. Und mir regelmäßig die neuesten Sachen über mich mitteilen.` Aber manchmal wundere ich mich auch einfach nur darüber, dass ich an zwei Orten gleichzeitig sein kann. Vielleicht hab ich ja einen Zwilling.“ „Na okay, aber jetzt lass mich weiterlesen. Also: ... geplaudert. B.: Lauri, wer ist dieses Mädchen, mit dem du in München gesehen wurdest. Etwa deine Freundin? L.: (wird rot) Erwischt! Ehrlich gesagt, ja, sie ist meine Freundin. Ich hab sie vor ein paar Tagen kennengelernt und war sofort hin und weg von ihr. Na ja, und jetzt sind wir seit dem 07.10. zusam-men... B.: Das ist doch toll für dich, warum siehst du denn dann so traurig aus? Habt ihr Stress? L.: Nein, ich bin nur total fertig vom touren. Nach den letzten drei Konzerten unserer Dead Letters Tour 2004, werde ich mir wohl eine längere Auszeit gönnen. B.: Mit deiner Freundin. L.: Auf jeden Fall. Ich brauche jetzt Ruhe. Und viel Zeit – für mich und für sie. B.: Heisst das also, dass The Rasmus aufhören? L.: Es steht auf jeden Fall noch nichts fest, aber... ich bin jetzt seit 10 Jahren im Musikbiz und hab, irgendwie kei-ne Kraft mehr, dauernd auf der Bühne zu stehen. Außerdem hab ich nicht mehr so viele Ideen für Songs und so wie früher. Ich bin einfach am Ende. B.: Bedeutet das jetzt das endgültige aus für The Rasmus oder können die Fans noch hoffen? L.: Es muss kein endgültiges aus sein. Vielleicht machen wir in ein paar Jahren wieder weiter. Aber ich will jetzt erst mal jede Menge Zeit. Mit und für meine Freundin.“ Ich kochte vor Wut. Und ich explodierte wie ein Vulkan. „Weißt du, ich lass mir viel gefallen und wenn sie mei-nen, sie müssen was über uns beide erfinden, bitte! Aber wenn sie unseren Fans einre-den wollen, dass The Rasmus aufhören und dann die Schuld auch noch auf dich schie-ben... Nein verdammt, so eine paska hab ich ewig nicht gelesen und das wird auch nie mehr passieren! Leute, wir fahren noch heute zu Bravo und ich schwör euch, denen mach ich die Hölle heiss!“ Ich merkte, dass ich aufgestanden war und sah dann beruhi-gend auf Melli hinunter. „Tut mir leid, Süsse. Aber sowas muss ich mir echt nicht bieten lassen. Komm her.“ Ich nahm sie in die Arme und gab ihr einen langen, innigen Kuss. „Ich meld mich bei dir, sobald ich bei Bravo war, versprochen.“ Die anderen hatten sich auch von ihren Girlfriend verabschiedet. Sie kannten mich, ich tickte für gewöhnlich nie so aus, aber wenn ich es doch tat, war es besser, auf mich zu hören und mir keinesfalls zu widersprechen. Das letzte Mal bin ich vor 4 Jahren so ausgerastet, als eine finnische Zeitschrift geschrieben hatte, wir würden unsere Fans bescheissen, nicht live, sondern Playback spielen und ähnliches. Ich holte meine Sachen vom Dachboden, Mellis Mut-ter brachte uns zum Bahnhof und wir fuhren Richtung München davon.

Jetzt war Lauri also hunderte von Kilometern weit von Melanie entfernt. Das heisst, sie muss nun ohne Hilfe und Unterstützung mit dem Tratsch, wenn nicht sogar Spott und Neid an der Schule und in ihrer Umgebung klarkommen. Aber sie hat ja immer noch ihre Freundinnen...

Ich war todunglücklich, obwohl Lauri erst ein paar Minuten weg war. Ich wusste zwar, dass die anderen beiden auch nicht gerade froh darüber waren, von ihren Boyfriends getrennt zu sein, aber sie hatten ja auch nicht seit über einem Jahr davon geträumt, mal The Rasmus zu treffen oder sogar mit einem von ihnen zusammenzukommen. Ich hatte Lauri jetzt erst seit 2 Tagen und er war schon wieder weg. Und wenn er zwischendrin überhaupt nochmal heimkam, musste er sowieso gleich wieder nach Dresden zum Konzert. „Paska! Verfluchte Kacke!“ Ich begann zu fluchen. Ich fühlte mich einfach furchtbar. Die Zeit jetzt ohne Lauri würde schlimm werden, viel schlimmer als die Zeit, als ich Ihn noch nicht getroffen hatte. Plötzlich zuckte ich zusammen. Jetzt wusste ich, warum alle Stars und Sternchen immer klagten, sie hätten nie eine Beziehung, oder es wäre sehr schwer, eine Aufrecht zu erhalten. Mir wurde auch einmal mir überraschen-der Scheiss- Klarheit bewusst: Es würde ab jetzt immer so sein! Lintu wäre so gut wie immer auf Achse, wir würden uns immer nur kurz und wahnsinnig selten sehen. Zumin-dest, bis ich mit der Schule fertig war. Und da würde es mir wahrscheinlich auch nicht besonders gut gehen, weil ich ja auch in der Schule immer nur an die wahnsinnig große Entfernung zwischen mir und meinem Schatz denken würde. Und genau darum haben nur sehr wenige Promis auch eine gute Beziehung. Und ich hab mich immer darüber gewundert. Aber ich wusste, ich werde nicht fremdgehen, sondern immer daheim auch Lauri warten. Und dann, wenn wir uns mal sehen, werde ich die Zeit geniessen, die ich mit ihm habe. Stefie kam ins Wohnzimmer. Oh Mann, sie und Pauri würden auch nicht ewig hier wohnen können, vor allem Pauri muss mal wieder heim. „Hey Melli. Geht´s wenigstens ein bisschen?“ Ich lächelte gequält. „Na ja, ich halt´s schon aus. Und er kommt doch bestimmt bis morgen wieder.“ „Ich hoffe es. Falls es dich interessiert, Chrissy ist auf dem Speicher und hört die traurigsten The Rasmus Songs auf voller Lautstärke rauf und runter. Sie ist wohl zusätzlich traurig, weil sie bald von hier weg-muss. Ich glaube, ihr Vater holt sie morgen früh schon ab. Und ich werd auch mal wie-der heimmüssen.“ „Ich find auch alles kacke. Aber weißt du, wenn du ein paar Tage daheim warst, dann kann ich ja mal ein paar Runden bei dir übernachten.“ Sie grinste total glücklich. Das bedurfte schon gar keiner Antwort mehr. „So und jetzt gehen wir hoch und trösten Pauri. Und heute Abend, da hauen wir richtig auf den Putz!“ Ich war schon wieder gut drauf. Auf dem Dachboden angekommen, ging ich zur Matratze, auf der Chrissy lag und legte mich daneben. „Hey, ist doch nicht so schlimm.“ „Doch!“ Sie schniefte. „Ich muss morgen wieder heim und Pauli kommt auch nicht. Er wohnt bei dir und ich sitze allein bei mir daheim rum. Das soll `nicht so schlimm` sein?!“ „Ich sag dir jetzt mal was: Du weißt, dass ich nix von Pauli will und Aki ist im Moment lieber mit Ste-fie und Lauri mit mir zusammen, als dass sie sich die ganze Zeit gegenseitig auf die Nerven gehen. Pauli kann zu dir ziehen, für ihren Deutschlandaufenthalt. Ich bin sicher, niemand hat was dagegen. Und was uns beide angeht, wir schreiben uns weiterhin Briefe und simsen meinetwegen auch, damit du immer auch gleich weißt, was hier bei mir abgeht.“ Jetzt hatte sich auch Pauri wieder erholt. Ich legte ein bisschen rockigere Rasmus-Songs ein. Stefie, die sich etwas im Hintergrund gehalten hatte, kam nun her und fragte mich neugierig, was für heute Abend geplant war. „Also, ich schlage vor, wir gehen in die Disco, am Besten in die Fun, und lassen da richtig die Fetzen fliegen. Was meinst du, die Jungs liegen uns doch jetzt reihenweise zu Füssen, zumindest mich kennt ja jetzt jeder. Die Freundin von Lauri und deren Freundinnen. Jetzt können wir mal mit den Jungs machen, was sie sonst immer mit uns machen: Erst machen wir sie heiss- und dann lassen wir sie auflaufen mit den Worten: Sorry aber ich bin schon in festen Händen.“ Die Mädels waren begeistert und wir begannen gleich mit der Planung. Schließlich mussten Make-up und Outfit perfekt sein.

Inzwischen waren die vier Jungs von The Rasmus in München angekommen. Glückli-cherweise waren sie – zumindest bis dahin – unerkannt geblieben. Aber wie kam man jetzt vom Münchner Bahnhof zur Bravo?

Ich war, ehrlich gesagt, etwas, ok, untertrieben, total ratlos, wohin wir denn nun eigent-lich sollten. Auf gut Glück liefen wir los und bald entdeckten wir sogar einen Stadtplan. –Und wie es der Zufall so wollte, waren wir nur höchstens 100 m von der Bravo – Zen-trale entfernt. Als wir dort reingingen, fingen sofort all an zu tuscheln. Irgendwo hörte ich sowas, wie „Wurden die für heute eingeladen?“ und ähnliche Kommentare. Als wir zur Information kamen und nach der Redaktionsleitung fragten, war die Empfangstussi erstmal sprachlos, bevor sie uns ins Zimmer 13 im 1. Stock verwies. Ich ging, allen an-deren voraus und noch lang nicht abgeregt, Richtung Zimmer 13. Ich klopfte an und ging sofort rein, ohne erstmal auf eine Antwort zu warten. Kaum drinnen, begann ich auch schon, den Redaktionsleiter mit einem wütenden Wortschwall zu attackieren, we-delte dabei die Bravo vor seiner Nase herum und fragte zum Schluss, wer diesen Mist verzapft hatte. Nach einer Weile hatte er seine Fassung wiedererlangt und schickte uns höflich ins Zimmer 41, wo wir, seinen Angeben nach die Verantwortliche Rita Fuchs finden sollten. Vor diesem Zimmer klopfte ich noch nicht einmal an. Ich ging einfach hinein um mich sofort bei ihr zu beschweren. „Sagen Sie mal, können sie mal verraten, was dieser Artikel hier in der Bravo zu suchen hat? Ich habe Sie noch nie gesehen, ge-schweige denn Ihnen ein Interview gegeben. Und erstens wollen The Rasmus weder eine Pause machen, noch sich trennen und vor allem was hat meine Freundin im Artikel zu suchen? Falls wir wirklich eine Pause oder schlimmeres machen würden, hatte sie ja überhaupt gar nichts damit zu tun, verdammt nochmal!“ Die Reporterin war mit jedem meiner Worte ein wenig geschrumpft, was aber auch nicht weiter verwunderlich war, denn ich war mit jedem Wort lauter geworden und hatte zuletzt richtig laut geschrien. „Ähm... und was gedenken Sie nun zu tun?...“, fragte sie kleinlaut und ziemlich einge-schüchtert. „Ganz einfach: Sie schreiben einen Widerruf, in dem steht, dass wir keine Pause oder ähnliches machen und vor allem, dass meine Freundin überhaupt nichts damit zu tun hat.“ „Ähm, aber so einfach ist das gar nicht, weil ich kann doch nicht hier so und da so..“ Weiter kam sie nicht, da ich schon wieder angefangen hatte, sie anzu-brüllen. „Das ist mir verdammt Scheißegal ob das geht oder nicht, Sie hätten so eine Scheiße ja erst gar nicht schreiben müssen.“ Und dann fügte ich noch zuckersüss hin-zu: „Wenn sie keinen Widerruf schreiben wollen, kann ich natürlich auch zu Yam und Popcorn um dort ein umfassendes Interview zu geben, in dem mir unter anderem raus-rutscht, dass Sie sich diese ganze Geschichte nur ausgedacht haben und ich dieses ganze verfuckte Interview in der Bravo nie gegeben habe. Wenn das in 2 Zeitschriften gleichzeitig erscheint, werden es die Leser wohl glauben.“ „Ok, ok, ich schreib ja nen Widerruf. Er erscheint möglichst bald..“ Ich unterbrach sie schon wieder, diesmal kochte ich schon förmlich über vor Wut. „Ich will es aber in der nächsten Bravo sehen, sonst werde ich Sie und den ganzen Bravo – Konzern anzeigen... wegen Verleudmung!“ Sie sah mich ängstlich an. „Es erscheint in der Bravo nächste Woche Mittwoch, hoch und heilig versprochen.“ Ich hatte wieder mein superzuckersüsses, und außerdem voll ge-spieltes, Lächeln aufgesetzt. „Vielen Dank und schönen Tag noch. Und ich lege Ihnen zu Herzen Ihr Versprechen zu halten, sonst werden wir uns wohl nochmal begegnen. War schön Sie kennen zu lernen. Heippa.“

In der Zwischenzeit liefen die Vorbereitungen für die Party- und Durchfeiernacht auf vollen Touren. Die Mädels hatten sich endlich für´s Outfit entschieden, nun war ja wohl das Make-up dran, oder?

Ich war, wie die beiden anderen, total gut gelaunt, genau richtig zum Party machen. „Hey Melli, soll ich lieber blauen oder braunen Lidschatten hin machen, was meinst du?“ „Hm, ich finde, du solltest das Blau nehmen. Aber lieber das Metallic, das ist auffälliger. Und bevor du fragst, Stefie, nehm dieses Metallic- Lila, das sieht auch supi aus.“ Stefa-nie nickte langsam. „Ja, schon, aber sag mal, du gibst hier die ganze Zeit Tipps, aber selber tust du dich nicht schminken. Willst du denn gar nix machen?“ Pauri nickte be-kräftigend. „Doch, ich schmink mich freilich, aber erstens brauch ich net so lang und zweitens weis ich auch schon ganz genau, was ich machen will. So seh ich übrigens immer aus, wenn ich wohin geh, egal wohin.“ Ich lächelte die zwei nochmal an und ver-schwand dann im Bad. Dort holte ich erst mal meinen Schminkkoffer raus- aus meiner Hosentasche! Alles was ich eigentlich brauchte war mein Labello und mein `bestes Stück`- meinen Kajal ;-) Zuerst zog ich mir den unteren Lidstrich, dann malte ich mir- mit meinem Kajal- meine Augenlider an, zum Schluss Labello auf die Lippen, mit meinem `besten Stück` drüber- fast fertig. Aus dem Badschränkchen nahm ich meinen Lipgloss und tat damit das, für was er erschaffen wurde. Perfekt! Ich war nun nach gerade mal 5 Minuten mit Schminken fertig, völlig ausreichend, wie ich fand. Warum manche Leute nur immer so viel Zeit im Bad verbringen mussten? Als ich wieder auf dem Dachboden war, blieb Stefie und Pauri erst mal die Spucke weg. „Wow, das ist echt krass! Und so traust du dich raus?“ Pauri sah mich staunend an. Dann setzte Stefie nach. „Jetzt siehst du irgendwie so total anders aus, als wie ich dich kenne!“ Da musste ich lachen. „Ja klar, was meinst du denn, was die Leicht sagen würde, wenn ich SO in die Schule kä-me? Da ist mir ein Aufenthalt in der Klapse sicher!“ Wir lachten alle, als plötzlich ein Handy klingelte- mein Handy! „Hallo Lauri, und wie ist es gelaufen?“ Am anderen Ende der Leitung fing Lauri an zu erzählen. „Ja weist du, die Reportertussi hat sich zwar an-fangs gesträubt, aber in der nächsten Bravo wird sie allen Lesern erzählen, dass es nicht stimmt.“ Ich sah ihn förmlich vor mir, wie er triumphierend lächelte. Das wiederum zauberte mir ein kleines Lächeln auf die Lippen. „Äh, du, wir gehen jetzt Party machen, den letzten Abend mit Chrissy mal auf den Putz hauen und so, also kommen wir erst so nach Mitternacht heim.“ „Nicht schlimm, wir kommen auch erst um halb zwölf. Aber falls wir da schon pennen, könnt ihr dann bitte so nett sein und uns nicht wecken? Du weist ja, morgen ist unser nächstes Konzert.“ Jetzt hörte er sich genauso traurig an, wie ich mich mit einem Schlag fühlte. „Hm, stimmt ja, dann bis morgen früh. Heippa.“ Schnell legte ich auf und versuchte, mir den anderen gegenüber nichts anmerken zu lassen. „Was ist denn, ist was passiert?“ „Nein, nichts, aber die Tussi schreibt in der nächsten Bravo, dass der Artikel heute nicht gestimmt hat.“ Na dann ist ja alles prima! Wollen wir los?“ „Gerne, aber wir müssen erst meiner Ma bescheid sagen, sie fährt uns ja hin.“ „Und wie kommen wir wieder heim?“ Stefie und Pauri sahen mich fragend an. „Na, wie wär´s per Anhalter? Immerhin sind wir zu dritt. Und wenn das nicht klappt, dann können wir immer noch mit dem Zug zurück.“ „Hm, ok.“ Mittlerweile waren wir in der Küche an-gekommen. „Hallo, na, können wir los?“ Meine Mutter sah uns fragend an. Wir nickten –mal wieder- fast synchron. Also ging die Fahrt los und ungefähr eine viertel Stunde später waren wir da. Aber plötzlich klingelte mein Handy. Ich ging ran und Lauri war dran. Die vier Jungs waren irgendwie schon daheim bei uns! Also beschlossen wir, nicht in die Disco zu gehen, sondern es uns mit unseren Jungs gemütlich zu machen. Wir fuhren also zurück und die vier hatten für uns gekocht! Sogar Lauri hatte mitgehol-fen. Obwohl es nur was kleines war –Milchreis, um genau zu sein- freuten wir uns rie-sig. Außerdem hat Lauri ganz schön geguckt, als er mich gesehen hat. „Wow... was,... was hast du denn gemacht?!“ „Mich geschminkt!“ Wir mussten lachen und Lauri stand immer noch da und sah mich an wie ein Alien. Dann machten wir uns über den Milch-reis her und verzogen uns nach oben, wobei mein Schatzi diesmal mit mir in meinem Zimmer übernachtete, Pauri mit Pauli ins Wohnzimmer zog und Stefie mit Aki auf dem Dachboden blieb. Eero hingegen hatte tatsächlich seine Sachen genommen und war in den Tourbus umgezogen.

Hmmm... Melanie mit Lauri allein im Zimmer.. das hört sich ja sehr spannend an. Was die beiden da wohl machen? Na ja, wir werden´s wohl bald rausfinden...

Ich war total aufgeregt, schließlich schlief ich heute nacht das erste Mal mit meiner Sü-ssen zusammen in einem Bett... und zwar ganz alleine, ohne alle anderen. Höflicher-weise drehte ich mich um, während sie sich umzog, konnte mir jedoch einige Blicke nicht verkneifen und beobachtete heimlich, wie sie ihr Top und die Hot Pants anzog. Schließlich zog ich mich auch um, hatte danach nur noch Boxer-Shorts und ein T-Shirt an und wir lagen nun zusammen in ihrem Bett, wobei Kuschelmusik von HIM lief. „Schatz, mir ist kalt.“ „Dann komm halt näher zu mir.“ Ich zog sie an mich um mich zu wärmen und kurz darauf versanken wir in einem innigen, wunderbaren Kuss. Ich fühlte, wie unsere Lippen sich berührten, ich drückte meine Zunge vorsichtig in ihren Mund hinein, begann mit der ihren zu spielen. Nach und nach spürte ich eine unheimliche Lust in mir brodeln, ich kochte innerlich. Als ich kurz vorm zerreissen stand, lösten sich unsere Lippen voneinander und wir sahen uns gegenseitig erwartungsvoll an. Ich meinte, zumindest für einen kurzen Moment lang die selbe Lust in ihren Augen aufflak-kern zu sehen, die auch in mir am köcheln war. Da sah sie mich neckisch an. „Und wie geht´s jetzt weiter?“ Ich lächelte sie an. „Das kannst ganz allein du entscheiden.“ Ich umarmte sie, spürte ihren heißen Atem auf meiner Haut. Ich merkte, dass ich mich bald nicht mehr unter Kontrolle haben würde. Meine unendliche Lust steigerte sich ins uner-trägliche. >Ich muss mich zurückhalten. Ich weiss doch, dass dies ihr erstes Mal wäre. Ich darf es nicht so überstürzen. Am besten warte ich, bis sie es selbst will. Aber wann weiss ich das? Sie wird ja wohl kaum so mir nichts, dir nichts zu mir kommen und es mir so sagen. Vielleicht.. < Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, weil Melli gerade ihre Hand unter mein T-Shirt schob und begann, meinen Bauch und meine Brust zu streicheln. Ich drehte mich zu ihr und wir küssten uns erneut. Dabei begann ich, von meiner Sehnsucht getrieben, sie ebenfalls unter ihrem Top zu streicheln. Nach einiger Zeit hatten wir uns unsere Oberteil gegenseitig ausgezogen. Als ich sie da so liegen sah, nur in BH und Hot Pants, wurde ich endgültig von meiner Lust übermannt und ver-lor die Kontrolle über mich. Ich rollte uns so herum, dass ich nun auf ihr lag. Sie lächelte mich an, fast, als wolle sie mich dazu ermutigen, endlich weiterzumachen. Leider muss ich ihren Blick irgendwie missverstanden haben, denn als ich ihren BH öffnen wollte schubste sie mich von sich runter. Sie sah mich an und ich sah an ihrem Blick, dass es ihr Leid tat. Doch ich war trotzdem ziemlich sauer auf sie und legte mich auf die Seite, das Gesicht zur Wand, obwohl ich wusste, dass es meine Schuld war. Schließlich war sie noch Jungfrau und hatte immer noch Angst vorm ersten Mal. Das hatte sie mir ja auch selbst erzählt. Außerdem waren wir ja erst seit ein paar Tagen zusammen, was noch hinzukam. Und trotz alledem wollte ich doch irgendwie nicht einsehen, dass es meine Schuld war. „Lintu, es tut mir Leid, ehrlich... aber du, du weißt doch, es ist mein erstes Mal und... ich hab einfach Angst davor.“ „Hmm...“ „Bitte versuch doch auch, mich ein bisschen zu verstehen... ich möchte einfach nichts überstürzen... Lauri...“ Ich merkte an ihrer Stimme, dass sie kurz davor war in Tränen auszubrechen. Und schon wieder war ich daran Schuld. Ich drehte mich in ihre Richtung. Sie sah total fertig aus. Ich nahm sie in den Arm. „Es muss dir nicht Leid tun... mir tut es Leid. Ich wusste das doch alles... bitte nimm dir soviel Zeit wie du brauchst. Ich versuche, etwas mehr Geduld zu entwickeln.“ „Danke“ Sie hauchte das Wort mehr, als dass sie es sprach. Wir kuschel-ten uns aneinander und fingen irgendwann wieder an, uns zu küssen... Eine halbe Stunde später, als sie in meinen Armen eingeschlafen war, fühlte ich mich wie der glücklichste Mensch der Welt, ich dachte an die letzten Minuten zurück und musste lä-cheln. Es war toll gewesen, was wir gerade erlebt hatten. Ich sah sie an und sog noch einmal ihren Duft in mich ein, bevor auch ich einschlief...

So weit ist es nun also schon gekommen... Leider folgt auf jeden schönen Moment auch irgendwann einer, der nicht so schön ist. In unserem Fall ist `irgendwann´ der nächste Morgen, denn da ist das Konzert und ausserdem müssen Melanie´s Freundinnen auch wieder heim...

Ich glaube das war –zumindest bis dahin- die schönste halbe Stunde meines Lebens. Jetzt lag ich in seinen Armen und hörte seinen Herzschlag und den Atem, beides war noch ziemlich heftig. Ich spürte wie sich seine Brust hob und senkte, der Atem wurde immer ruhiger und das Herz schlug nun wieder regelmäßig. Ich spürte die Wärme, die von seinem Körper ausging und roch seinen wunderbaren Duft. Ich begann mich zu entspannen, meinen Kopf auf seiner Brust, den Herzschlag und den ruhigen Atem im Ohr. Ich glitt ins Reich der Träume hinüber. Als ich aufwachte, lag ich allein im Bett. Al-les roch noch nach meinem Schatz, aber er war weg. Ich schaute auf die Uhr. Es war erst halb sieben. Ich ging duschen, zog mich an und ging in die Küche. Da saß Lauri vor einer Schüssel Müsli. „Morgen Schatz.“ Ich klang überrascht fröhlich. Aber das war ja auch kein Wunder. „Hmmm...“ „Was ist denn?“ „Ich muss in einer Stunde weg zum Tourbus... außerdem hast du Schule.“ „Oh mein Gott!“ Die Schule hatte ich total ver-gessen. Das würde ein fürchterlicher Tag werden heute. Nach und nach kamen die an-deren in die Küche. Nachdem wir alle gefrühstückt hatten, wurde der Tag besprochen. Ich schaffte es, meine Ma dazu zu bringen, mich und Stefie mit Lauri und Aki in die Schule zu fahren. Pauli wollte bei Pauri bleiben, da sie zwischen halb und viertel sieben von ihrem Vater abgeholt werden würde. Also fuhren wir im Auto los, denn diese Blicke und das Getuschel im Bus hätte ich nicht ertragen. An der Schule küssten Lauri und ich uns das letzte Mal. Er würde gleich nach dem Gig nach Helsinki zurückfliegen. „ich ruf dich so bald wie möglich an. Bis dann.“ Jetzt küssten wir uns wirklich zum allerletzten Mal für ziemlich lange Zeit, während Stefie sich von Aki verabschiedete. Es war mir egal, dass alle schon guckten. Lauri stieg ins Auto ein und Stefie kam raus. „Ciao Ma, bis heute Nachmittag.“ Wir winkten dem Auto hinterher und gingen in den Container.
Natürlich guckten uns auch die aus der Klasse an und tuschelten –ziemlich laut- über mich. Oh ja, Stefie hatte wirklich Glück, dass niemand was von ihr und Aki wusste. Ich saß den ganzen Vormittag senkrecht auf meinem Stuhl, bewegte mich fast nicht und war im Unterricht so aufmerksam wie nie zuvor. Jedoch nur äußerlich. Selbstverständ-lich dachte ich die ganze Zeit nur daran, was Lauri jetzt macht, fühlt, denkt. Als der Schultag rum war, war ich zwar froh darüber, aber der Bus kam ja, wie immer, erst eine halbe Stunde später. Ich versuchte in dieser Zeit, mich relativ unauffällig zu verhalten, obwohl ich schon den einen oder anderen blöden Kommentar zu hören kriegte. Endlich kam der Bus und nach einer mir endlos erscheinenden Fahrt mit diesem lief ich eilig nach Hause. „Hi Ma.“ „Na, wie war dein Tag?“ „Furchtbar, alle haben mich angestarrt und so.“ Sie lächelte mich an. „Das legt sich schon wieder. Du musst nur etwas Geduld haben. Außerdem ist das doch eh dein letztes Schuljahr, dann bist du weg von denen.“ „Hmm, ich geh dann mal hoch in mein Zimmer...“ Ich nahm meinen Schulranzen ab, zog dann erstmal wesentlich bequemere Klamotten an, legte ne CD ein und ließ mich auf´s Bett fallen. Keine 2 Minuten später klingelte mein Handy. „Hi Süsse, ich bin’s...“ „Oh endlich, ich dachte schon, du rufst gar nicht mehr an. Ich hab dir soviel zu erzählen, weißt du, heute in der Schule...“ Und dann erzählte ich ihm haarklein meinen Tag. „Hey, nimm’s nicht so schwer, das vergeht schon wieder. Weißt du, ich hab auch den ganzen Tag nur an dich gedacht. Ich hoffe, ich versemmel den Auftritt heute Abend nicht...“ „Aber nicht doch, eigentlich solltest du doch besser als sonst sein, wenn du so glücklich mit mir bist. Denk doch einfach an mich, dann wirst du schon einen 1-A Auftritt hinlegen. Und du kannst mich ja davor und danach auch noch mal anrufen.“ „Ja, du hast ja recht. Ich kann´s ja zumindest mal versuchen.“ „Du.. sag mal, wann sehen wir uns eigentlich wieder?“ „Na ja, ich muss jetzt erstmal zurück nach Finnland für fünf Tage, dann haben wir ein paar Gigs in Österreich, der Schweiz und Italien... also in ungefähr 3 Wochen erst.“ Ich schwieg. Mir war gar nicht bewusst gewesen, dass ich ihn so lange nicht se-hen würde. Außerdem würde das jetzt wohl öfters so gehen. „Hallo, Melanie? Bist du noch dran?“ „Hmmm.... was? Ach ja, ja, ich bin noch dran.“ „Du, ich muss jetzt Schluss machen, wir haben jetzt noch ne Probe.“ „Du rufst mich vor dem Konzert noch mal an?“ „Natürlich. Und danach auch noch mal.“ „Ok, heippa, ich lieb dich..“ „Ich dich auch, bis heute Abend dann...“ „Ja...“

Also war Lauri jetzt in Dresden und wartete bis das Konzert endlich beginnen sollte. Melanie hockte zu Hause und sehnte sich nach Lauri. Das konnte ja noch ne lustige Beziehung werden. Wer weiss schon, was Lauri macht, wenn Melanie nicht dabei ist...

Ich legte auf. Mir war schlagartig bewusst geworden, dass ich sie tatsächlich ganze 3(!) Wochen nicht sehen würden. >Und was soll ich jetzt machen? Nach der Probe hab ich immerhin noch über drei Stunden bis zum Konzert... Mmmh... das isses!< Ich hatte endlich eine Beschäftigung gefunden, mit der ich mir bis zum Konzert die Zeit vertreiben konnte. Aber zuerst war die Probe dran. „Hör mal Lauri, ich weiss, dass du deine Freundin vermisst, aber streng dich doch wenigstens ein bisschen an. Schließlich er-warten unsere Fans, dass wir trotz allem gut spielen.“ Aki sah mich prüfend an. „Hey, Nalle, hörst du mir überhaupt zu?“ „Hmmm... was?“ „ich meinte nur, dass du besser sein solltest, bis das Konzert angeht. Am Besten verlängern wir die Probe.“ „Was!? Nein, ist schon gut, ich kann schon singen. Ich beweis es euch. Komm, wir spielen noch ein paar Songs.“ Die drei Jungs sahen mich skeptisch an, dann legten wir los. Und ich gab wirklich mein Bestes, wie sonst nur auf Konzerten. „Wow, ich würde sagen, 150% Leistungssteigerung.“ Pauli lachte. „Na wenn du so nen Auftritt heute Abend auch hin-legst, wird das Konzert sicher spitze.“ Wir verabschiedeten uns voneinander, denn vor Konzerten machte immer jeder was für sich allein. Ich lief durch die Dresdener Innen-stadt, wurde hier und da von einigen Fans erkannt und fand auch endlich den Laden, den ich suchte. >Melli und ich können uns ja jetzt leider ne ganze Weile nicht sehen... aber sowas wird ihr sicher gefallen.< Ich betrat den Laden und sah mich um. Der Ver-käufer erkannte mich (leider) und wollte gleich ein Autogramm von mir für seine Toch-ter, deren 4 Freundinnen und seine Frau haben. Nachdem das erledigt war, konnte ich mich endlich weiter umsehen, aber der Kerl wich mir nicht mehr von der Seite und gab zu allem was ich mir ansah seinen (fachmännischen?) Senf dazu. Endlich wurde ich fündig und verließ den Laden ziemlich gut gelaunt wieder. Nicht einmal die Fans, denen ich alle paar Schritte begegnete und die andauernd Fotos und Autogramme wollten, konnten meine gute Laune verderben. Nur einmal war ich etwas geschockt. Ich war zum x-ten mal von einer Horde kreischender Groupies (hauptsächlich Mädchen im Alter von 12-16) umringt, da drängte sich eine von ihnen bis vor zu mir durch, riss ihr T-Shirt in die Luft, hielt mir einen Edding hin und wollte doch tatsächlich, dass ich auf ihren nackten Brüsten unterschrieb. Ich musste mir stark das Lachen verkneifen, es sah ein-fach zu komisch aus, wie sie da oben ohne mit einem Edding in der Hand, vor mir stand. Nachher hätte sie womöglich noch gedacht, ich lache sie aus, weil ich ihre Brü-ste zu klein finde. Ich überzeugte sie schließlich davon, dass es doch viel besser wäre, wenn ich auf dem T-Shirt oder irgendwo anders drauf unterschreibe, weil sie sich ja ir-gendwann mal waschen müsste, und selbst wenn nicht, würde das Autogramm irgend-wann verschwinden, da der Stift ja nicht ewig hält. Und außerdem könne sie das Auto-gramm ja dann nicht rumzeigen (bei diesem Gedanken musste ich schon wieder beina-he Lachen). Leider musste ich dann nicht nur auf dem Shirt sondern auch auf ihrer –Hose, ihrer Tasche, ihrem Handy, ihrem Geldbeutel und ihrem Kajal unterschreiben! Nur zur Sicherheit, wie sie mir sagte. Dann wollte sie noch mindestens 10 Bilder von mir, bis sie mich endlich in Ruhe ließ. Ich schaute auf die Uhr und stellte erschrocken fest, dass ich mich beeilen musste, wenn ich pünktlich wieder an der Halle sein wollte. Außerdem musste ich ja noch zur Post. Ich rannte beinahe durch die Innenstadt, als ich endlich eine Poststelle fand, kramte ich eins der beiden identischen Päckchen aus meinem Rucksack und verlangte einen Stift und ein Blatt Papier. Ich schrieb einen Kurzen Brief an Melanie, legte ihn auf das Päckchen, ließ alles in ein größeres Paket einpacken und zahlte das Porto. „Wann wird denn das Päckchen in Leesten ankommen?“ „Nun, da es heute weggeht, wird es spätestens morgen Nachmittag bei der Adresse ankommen.“ „Super danke. Auf Wiedersehen.“ „Moment noch. Sind sie nicht dieser Sänger von The Rasmus?“ Ich antwortete mit einem gequälten Lächeln. „Ja, in der Tat.“ >Na super, jetzt darf ich dem auch tausend Autogramme geben für alle Freunde, Bekannte und Verwandte warscheinlich.< „Ach wissen Sie, meine Tochter ist so Fan von ihnen die geht sogar heute auf das Konzert, könnten Sie mir vielleicht ein Autogramm für sie rausschreiben“ Jetzt war mein Lächeln echt. >Super, nur ein Autogramm, da komm ich ja doch noch rechtzeitig!< Nachdem ich das Teil unterschrieben hatte, was er mir hinhielt (ich konnte nicht erkennen, was es war, es war irgendwie total unförmig) fiel mir noch was ein. „Sagen Sie, könnten Sie mir freundlicherweise sagen, wie ich zur Halle zurückkomme, ich hab mich irgendwie verlaufen.“

Während Lauri sich also mit der Innenstadt, jeder Menge Fans und dem „ganz beson-deren Geschenk“ für Melanie rumschlug, saß diese den ganzen Nachmittag in ihrem Zimmer und versuchte sich mit irgendwelchen Dingen von ihrer Sehnsucht abzulenken..

Ich hatte gerade aufgelegt, da klingelte mein Handy erneut. „Ja?“ „Hi Melli ich bin’s, Stefie, wollen wir uns treffen?“ „Du sorry, aber ich hab echt keine Lust. Ich muss schlussmachen, meine Ma kommt grade.“ „Ok, ciao.“ Natürlich kam meine Mutter nicht, aber ich wollte einfach nicht telefonieren. Ich wollte einfach nur dasitzen und nachden-ken. Wobei ich sowieso die meiste Zeit an Lauri dachte. >Eigentlich weiß ich doch ver-dammt wenig über ihn. Ich dachte zwar immer, ich weiß viel, aber jetzt... Ich kenn nichtmal seine Adresse. Oder was er so in der Vergangenheit gemacht hat, mit wem er zusammen war, wie sein Verhältnis zu seiner Familie ist. Alles was ich weiß oder zu wissen glaubte, hab ich aus Zeitschriften und da weiss ich ja nichtmal ob das so stimmt! Außerdem, wer gibt mir die Garantie dafür, dass er mich nicht betrügt? Er kann doch sonst was machen, immerhin hat er drei Wochen lang Zeit. Vielleicht trennt er sich ja bald von mir oder ich werde von einem Haufen hysterischer weiblicher Fans ermordet.< Ok, ich muss zugeben, einige meiner Gedanken waren zu dieser Zeit ein klein wenig übertrieben und auch teilweise unbegründet, trotzdem zermarterte ich mir meinen Kopf noch eine weitere Stunde lang darüber. Schließlich entschloss ich mich dazu, Stefie anzurufen und doch was mit ihr zu unternehmen, bevor ich hier drin noch verrückt wur-de. Als ich jedoch die Nummer gewählt hatte, klingelte es kaum zweimal, da ging mein Handy auch schon aus. Ich war total sauer und begann, mein Handy anzuschreien. „Du Scheissteil, warum kannst du nie funktionieren, wenn ich dich brauche?! Der Akku ist doch voll, warum kannst du nicht EINMAL machen, wofür du gebaut wurdest? Ich hab keine Lust mehr!“ Mit diesen Worten schmetterte ich das uralte Ding mit voller Wucht auf den Boden. Keine Sekunde später bereute ich es auch schon. Ich sammelte die einzelnen Teile ein (der Deckel, der Akku und sogar die SIM-Karte lagen überall verteilt im Raum). >Scheiße, Lauri wollte mich doch anrufen!< Ich setzte das Handy zusam-men, schloss es trotz des angeblich vollen Akkus an das Ladekabel an und schaltete das Teil an. Zum Glück ging es noch. „Ich brauch ein neues Handy, aber ganz drin-gend.“ Ich seufzte. Dann ging ich runter in die Küche. Meine Ma saß im Wohnzimmer vorm Fernseher und –naja– sah fern. Ich holte mir einen Joghurt aus dem Kühlschrank und setzte mich zu ihr. „Sag mal, der Michael hat doch zum Abschluss ein neues Handy gekriegt... Krieg ich auch eins?“ Ich sah meine Ma erwartungsvoll an. „Na ja, aber der hatte ja auch nen total guten Notendurchschnitt.“ „Aber ich brauch ein neues Handy, meins funktioniert nicht mehr- zumindest nicht mehr richtig.“ „ich überlegs mir, ok?“ „Hmm...“ Ich ging zurück in mein Zimmer. >Na super, auf nen guten Abschluss kann ich lange warten... Dann muss ich mir mein Geld wohl oder übel selber zusammensparen... Blos wie?< Während ich noch am Grübeln war, klingelte mein Handy, das diesen Na-men schon gar nicht mehr verdiente, und Lauris Nummer blinkte aufgeregt auf dem Display. „Terve Schatz.“ „Hei Süsse, sag mal, denkst du grad an mich?“ „Na ja, grade eben ehrlich gesagt nicht... ich hab ein Problem..“ „Du denkst nicht an mich?! Also er-zähl mal, aber wenn das jetzt nicht ein wirklich ernstes Problem ist, bin ich ernsthaft beleidigt.“ Er lachte. „Mein Handy ist so gut wie Schrott! Ich brauch ganz dringend ein neues, weiß aber nicht woher ich das Geld nehmen soll..“ „Hmm.. musst halt sparen.. ich weiß nicht.. Aber momentan funktionierts ja noch.“ Er lachte wieder. „Na du hast gut lachen, dein Handy ist ja auch nicht der letzte Mist, ein Wunder, dass ich überhaupt grad noch telefonieren kann!“ „Eigentlich wollt ich ja nur deine Stimme vor dem Konzert hören. Is ja schon in einer Stunde...“ „Viel Spass dabei, oh mein Handy spinnt schon wieder, willst du noch was loswerden, kann nämlich sein, dass es jeden Moment aus-geht.“ „Ja, ich hab ein kleines Geschenk für dich, das kommt morgen mit der Post. Wenn du es hast, les zuerst den kurzen Brief. Ich dachte, damit denkst du dann immer an mich, dann ist dein Schrotteil nicht wichtiger.“ „Was isses denn, sag schon.. Biiiiitte!!“ „Nein, sorry, aber du siehst es ja morgen. Ich glaube, nein, ich bin mir sicher du wirst es lieben!“ „Hmm, nagut, ruf halt dann nach dem Konzi nochmal an. Viel Spass nochmal.“ „Danke, Heippa...“ Tut, tut, tut... Ich hielt das Handy an mein Ohr gedrückt, als wäre ich Lauri dadurch näher... Dann legte ich mich in mein Bett und war endlos scheinende zwanzig Minuten später eingeschlafen.


Während Melanie sich in Leesten Gedanken darüber machte, was ihr der Postbote wohl am nächsten Tag bringen würde, freute sich Lauri schon darauf, dass sie sich freuen würde und versuchte sich auf den Auftritt zu konzentrieren...

>ich hoffe, Melli freut sich auch tatsächlich auf und über das Päckchen. Aber so sind wir uns wenigstens immer nah.. hoffe ich wenigstens. So wird sie wohl öfter an mich den-ken< „Hey Lauri!“ Aki kam auf mich zugerannt. „Wir müssen schon mal auf die Bühne, in ein paar Minuten fängt unser Auftritt an.“ „Was, in ein paar Minuten schon?!“ Ich sprang auf und rannte hinter Aki her, Richtung Bühne. Als die Jungs nun die ersten Takte zu spielen begannen, fingen die Fans an zu schreien, zu brüllen und pfeifen. >Kreischies, können die nicht einmal ihren Mund halten, die sehn uns ja noch nicht mal...< Im gleichen Moment wurde mir klar, was ich gerade gedacht hatte. Erstens war das ja immerhin ein Konzert von uns, das heißt alle diese Leute sind extra nur wegen uns hergekommen und zweitens waren es diese Leute, durch die wir soviel Erfolg hat-ten. Ich entschuldigte mich in Gedanken bei unseren Fans, der Vorhang fiel und ich be-gann zu singen. „I feel guilty, my words are empty, no signs to give you, I don´t have the time for you...“ Während ich das und viele andere Klassiker und auch neue Stücke sang, sah ich einige Plakate. Diese berührten mich viel mehr als sonst. Z. B.: Lauri I love you! Oder: Lauri ich will ein Kind von dir! Sogar eins in finnisch war dabei, aber es war sehr schlechtes Finnisch, ich glaube darin ging es um die Liebe eines Mädchens zu mir und soweit ich das richtig erkannt hab wollte die Besitzerin dieses Plakates auch von mir geschwängert werden. Als ob ich in meinem Alter schon Kinder wollte! Abgese-hen davon hatte ich ja eine Freundin... Wir spielten In the shadows die Fans flippten bei diesem Lied wie immer total aus. Mir fiel auf, dass mir mindestens die Hälfte des Publikums (diese Hälfte war komplett weiblich) total ähnlich sah, sodass man aus eini-ger Entfernung einige sogar tatsächlich für mich halten konnte. Ich musste grinsen, wo-durch die Girls nur noch mehr und lauter kreischten. Wir verließen, wie jedes Mal, die Bühne, kamen zwei Minuten später wieder zurück um noch eine Zugabe zu spielen. Funeral Song kam wie immer ganz zum Schluss. Endlich war das Konzert zu Ende, wir verabschiedeten uns von den Fans, gingen in den VIP Bereich und machten es uns auf der Couch bequem. Ich ging als erster zurück ins Hotel, dort angekommen rief ich gleich Melanie an. Irgendwie ließ sich keine Verbindung aufbauen, obwohl mein Handy vollen Empfang hatte und auch sonst total in Ordnung war. >Mann, wird Zeit, dass die ein neues Handy kriegt, aber echt jetzt.< Also beschloss ich, mit den Jungs doch noch saufen zu gehen. Ich warf noch einen prüfenden Blick in den Spiegel (ich weiß, dass ich eitel bin...) und ging los. Meine Bandmates saßen immer noch im VIP Bereich. „Hei was geht Leute?“ „Ich geh schlafen, ihr wisst ja...“ Eero, unser erklärter Non-Alcoholic, stand auf und ging. Aki und Pauli jedoch waren sofort dabei. Nachdem sie noch mit ihren Sü-ßen (die beide funktionierende Handys hatten) telefoniert hatten, gingen wir in eine der Bars um uns volllaufen zu lassen. Nachdem wir die erste Kneipe nach einer Stunde verlassen hatten, hatte ich bereits 4 Flaschen Bier und 1 1/2 Packungen Kippen intus, doch wenn wir saufen gingen, dann meist in drei bis vier verschiedenen Bars, nicht nur in einer einzigen. Also zogen wir zum nächsten Lokal, in welchem ich nach drei weite-ren Flaschen Bier auf einige Gläser Vodka umstieg. Ich weiss nicht mehr genau ob ich bis dato 3 oder 4 Gläser –auf Ex– getrunken hatte, aber ich habe meine halbe Kippen-schachtel und zwei weitere verbraucht. „Mensch Lauri, sollen wir nicht heimgehen? Was ist denn los mit dir, so hast schon mindestens das Doppelte von dem geraucht, was du sonst an einem Tag rauchst. Und saufen tust du heute Nacht auch, als müsstest du was verdrängen, hast du Stress mit Melanie?“ „Also Pauli: Erstens is mir einfach nach Rauchen heut Abend und zweitens sauf ich, weil ich feiern will und nicht, weil ich Stress mit Melli verdrängen will, den es übrigens nicht gibt!“ Ich war selbst über meinen Tonfall erschrocken, ich hatte Pauli richtig angepflaumt, aber er hatte es doch nur gut gemeint. Die ganze Stimmung war mit einem Schlag im Arsch. >Paska, paska, paska! Was hab ich jetzt nur wieder angestellt. Ich weiss ja selber nicht, was mit mir los ist. Aber er hat ja Recht, so benehme ich mich sonst nur bei Liebeskummer. Dabei bin ich doch glücklich... oder etwa nicht...?< Das Fragezeichen blieb in meinen Gedanken hän-gen. War ich wirklich glücklich? „Oh, Pauli, es... es tut mir leid.. ich, ... ich weiss selbst nicht was... was mit mir los ist...“ „Ist schon ok. Ich weiss ja, dass du es nicht böse meinst.“ Ich hörte zwar diese Worte aus Pauli´s Mund, doch ich kannte ihn zu gut, als dass ich das glauben würde. Ich hatte ihn wirklich verletzt. Er konnte zwar ziemlich viel wegstecken, aber wenn er einem helfen wollte und eine patzige Antwort bekam, dann ging ihm das sehr nah... „Du Lauri, Pauli hat Recht, gehen wir doch nach Hau –ich mei-ne ins Hotel.“ Also liefen wir zum Hotel, wobei ich ehrlich gesagt mehr wankte, als dass ich ging. Aki stützte mich ein bisschen. „Danke Kumpel.“ „Keine Ursache.“ Dann ging jeder in sein Zimmer, wir hatte heute ausnahmsweise mal Einzelzimmer. Ich war einge-schlafen, kaum dass mein Kopf das Kissen berührt hatte.

Was Melanie wohl in der Zeit macht, in der Lauri sich besäuft und dann seinen Rausch ausschläft? Sie geht bestimmt nicht feiern, denn morgen ist ja wieder Schule. Sie hat außerdem auch ganz andere Probleme, zum Beispiel ihr Handy...

>Hmmm... was ist los? Hä? Oh, ich bin wohl eingeschlafen... Hmm.. OH FUCK! Schon nach Mitternacht! Jetzt hab ich doch bestimmt Lauris Anruf voll verpasst! Paska!< Ich stand auf. Ich hatte immer noch die Klamotten von vorhin –besser gesagt von vor eini-gen Stunden– an. Also zog ich mir erstmal meine Schlafklamotten an und ging zurück ins Bett. Ich stellte meinen Wecker und warf noch einen Blick auf den Stundenplan. >Hmmm... Deutsch kann ich morgen früh im Bus machen... Englisch muss ich halt ab-schreiben... hmmm... und Mathe.. ach, Mathe kann mich mal kreuzweise! Die Kacke braucht doch eh keiner mehr, wenn er nicht selber Lehrer werden will!< Kurz darauf schlief ich wieder ein. Als mein Wecker um Punkt 6 klingelte, hüpfte ich aus dem Bett als hätt ich seit Tagen nichts mehr anderes gemacht, als geschlafen. Dabei war ich doch sonst so ein Morgenmuffel! Ich überlegte noch einen Moment, dann fiel mir das Päckchen ein, dass heute angeblich ankommen sollte. Mein Unterbewusstsein wahr wohl schon weiter gewesen, deshalb war ich wohl auch so fit. >Fit wie ein Turnschuh.< Ich musste lächeln. Was wohl in dem Päckchen drin wahr...? Gut gelaunt ging ich früh-stücken, meine Ma sah mich nur komisch an, sagte aber nichts. Dann ging ich zurück in mein Zimmer und machte Deutsch, wobei ich die Hälfte wegließ, der Zeit wegen. Im Bus starrten mich alle an, aber ich versuchte, mir nichts anmerken zu lassen. Im Klas-senzimmer saß Sabine schon an ihrem Platz. „Hi Bine.“ „Hi Melli.“ Sie sah mich kurz an, sah dann wieder weg. Ich wollte aber, dass mich endlich alle wieder normal behandel-ten! Also tat ich, als ob nichts wäre. „Du, kann ich Englisch von dir abschreiben, ich bin irgendwie gestern eingeschlafen und hab´s nicht mehr geschafft.“ Ich sah sie mit einem Blick an, von dem ich glaubte, dass er Mitleiderregend wirkte. Glücklicherweise stieg sie auf die „Normalo-Tour“ ein. „Du hast doch so oft schon die Hausaufgaben nicht ge-macht. Ok, du kriegst sie, aber das letzte Mal!“ Ich strahlte sie an. „Danke.“ Das mit dem letzten Mal sagte sie jedesmal. Aber zu meinem Glück gibt sie sie mir trotzdem immer wieder. Die Deutschlehrerin kam ins Zimmer. Stefie war heute anscheinend krank oder machte blau, aber heute machte mir das nichts mehr, ich war fest entschlos-sen, so lange auf alles-ist-wie-immer zu machen, bis alle anderen mitzogen und mich nicht mehr wie einen Sonderling behandelten. Das würde alleine eh besser klappen, als zu zweit. Außerdem, wenn Stefie wirklich blau machte, hätte ich es ihr nicht verübeln können. Ich selbst war gestern auch fest davon entschlossen, heute nicht in die Schule zu gehen. Doch wie immer in solchen Dingen hatte meine Vernunft gesiegt. Als ich nach Hause kam (der dumme Mathelehrer hatte die fehlende Hausaufgabe nicht mal bemerkt) war meine erste Frage ja wohl klar. „War schon Post da, Ma?“ „Nein, aber guck mal, da fährt sie grad die Straße rauf. Warum? Erwartest du was?“ „Ja, Lauri hat gesagt, ich krieg heut ein Päckchen von ihm, aber was drin ist, wollte er nicht verraten.“ Es klingelte an der Haustür, ich rannte wie gehetzt dorthin, nahm das Päckchen in Empfang und unterschrieb hastig. Dann trug ich es in die Küche, machte es auf und fand ein beschriebenes Blatt Papier und ein extra verpacktes Päckchen darin. Ich über-flog den Brief hastig.

Hei Süße!

Ich hab mir gedacht, das würde uns beiden helfen, wenn wir uns doch jetzt so lange nicht sehen können. Vielleicht lässt und das wenigstens etwas näher beieinander sein. Ich hab´s übrigens 2mal gekauft, einmal für dich und einmal für mich. Es gibt zwar so viele, aber das fand ich am schönsten. Ich vermisse dich so. Benutz es gleich nach dem Auspacken mal, ja.
Ach ja, ich hab ne neue Handynummer:
01752850264 (erfundene Nummer, Anm. d. Autorin)
Merk sie dir gut. Alles was in dem kleinen Päckchen ist, gehört ab jetzt dir. Du kannst es benutzen, wann, wo, wie lange und so oft du willst. Ich würde mir wünschen, dass du es täglich sehr lange nutzt und dabei natürlich nur an mich denkst...
Nun, du wirst jetzt sicherlich schon total gespannt sein, was es wohl ist, also, dann pack es halt aus.

Minuä rakastan sinua!

Dein Lintu!

P.S.: Ikävöin sinua, olen etsinyt sinua kaikkialta...

Ich hatte den Brief laut vorgelesen. Ein Glück, dass meine Ma das finnische nicht über-setzen konnte, ganz im Gegensatz zu mir, was ich ihr aber nicht sagte. „Du Melanie, was hat denn dieses finnische Zeug geheißen?“ „Keine Ahnung, aber ich werd ihn bei nächster Gelegenheit drauf ansprechen.“ Nun begann ich mit großer Ehrfurcht, das kleine Päckchen zu enthüllen. Als ich sah was es war, stieß ich einen lauten Freuden-schrei aus und riss den Rest den Papiers, in welchem das Päckchen gehüllt war, runter. Auch meine Mutter machte große Augen. „Das gibt´s doch nicht! Na das nenn ich ein Geschenk.“ Ich nickte nur, ich hatte Freudentränen in den Augen und einen dicken Kloß im Hals. Ich hatte ja viel erwartet, aber nicht das...

Ob wir jemals erfahren werden, was denn jetzt in diesem Päckchen war? Na ja, zumin-dest werden wir wohl in Kürze wissen, wie Lauri seine Saufnacht überstanden hat und wie es jetzt überhaupt weitergeht.

>Boah, so Kopfschmerzen hatt ich das letzte Mal, als Khira mich verlassen hatte und ich über 7 Stunden dauersaufen veranstaltet hab. Mann, ich brauch erstmal ne Aspirin und ne Kippe< Ich quälte mich aus meinem Bett und versuchte, mich an die vergange-ne Nacht zu erinnern. Ich weiss noch, dass ich ziemlich viel getrunken hatte. Und ir-gendwie hatte ich das Gefühl, mich bei Pauli entschuldigen zu müssen, aber wofür, das fiel mir einfach nicht mehr ein... Kaum hatte ich mich endlich hingestellt, sackten auch schon meine Beine unter mir weg. „PASKA!!“ Da kam ein gut gelaunter Aki zur Tür rein. „Also haben sich meine Ohren doch nicht verhört. Dieses Plumpsen kam doch eindeutig von dir!“ Er fing an zu lachen. „Ich find das gar nicht lustig! Hilf mir lieber auf und bring mir bitte ein Glas Wasser mit mindestens 2 Aspirin, ja?“ Jetzt lachte Aki noch lauter. „is ja krass. Sag mal, wann warst du das letzte Mal so fertig? Naja, aber bei den Mengen Alkohol von gestern ist das ja echt kein Wunder!“ >Das letzte Mal war ich wegen Khira so fertig.< Aber ich hielt meine Klappe und sah ihn nur finster an. „Ok, ich komm gleich wieder.“ Damit verzog er sich wieder. Ich unternahm unterdessen einige Versuche, auf-zustehen, nach dem 5. gescheiterten gab ich jedoch auf. Ich legte mich also etwas auf den unbequemen Boden und wartete. Da kam auch schon mein Aspirin. „Hier, für den tapferen Trinker.“ Er lachte schon wieder. Mann, das war wohl einer dieser Tage, an dem sich Aki andauernd über alles lustig machen musste. „Ha, ha, ich lach mich tot.“ Ich trank das Zeug im Glas mit einem Zug aus. Brrr... Anschließend half mir Aki auf die Beine. Naja, ok, besser gesagt, er half mir aufs Bett. Ich glaub da lag ich ca. ne halbe Stunde, dann fühlte ich mich endlich in der Lage, wieder aufzustehen. Es klappte sogar, und das gleich beim ersten Mal. Ich ging ins Badezimmer um mich zu duschen, zog mich um und packte die paar Sachen, die ich mit ins Hotel genommen hatte in meinem Rucksack. Dann latschte ich Richtung Tourbus. Ich überlegte, was Melanie wohl grade macht. >Ach ja, kurz nach neun. Die is ja wohl in der Schule. Hoffentlich bin ich oder mein Päckchen nicht der Auslöser dafür, dass sie jetzt schlechte Noten schreibt. Das wäre ja furchtbar. Aber hoffentlich freut sie sich überhaupt drauf. Und hoffentlich gefällt es ihr dann wenigstens. Ach Lauri, natürlich tut sie das. Du weißt doch selbst, dass sie sich total drauf freut und vor allem auch darüber. Schließlich habe ich das nur gekauft, weil sie es sich gewünscht hatte.... Ok, sie hatte nicht gesagt `Ich wünsch mir das von dir´, aber trotzdem wollte sie es haben. Meine Fresse, wenn ich jetzt schon über sowas nachdenk, über was denk ich dann in Finnland erst nach?< Da fiel mir gerade noch ein Thema ein. Sie wusste nur meine Handynummer, sie hatte nicht meine E-Mail Addy, oder mein ICQ, noch nicht mal meine Adresse! >Ich muss ihr gleich ne SMS schicken. Oder lieber doch erst nach der Schule, sonst kriegt sie noch Ärger wegen mir.< Ich war am Tourbus angekommen, alle anderen saßen schon drin. „Na, kanns endlich losge-hen?“ Alle sahen mich erwartungsvoll an. „Hmm“ Ich legte mich in `mein´ Bett und zog den Vorhang, der davor angebracht war, zu. Eine halbe Stunde lag ich da und dachte über alles mögliche und unmögliche nach. Vor allem beschäftigte mich immer wieder eins: Warum fühlte ich mich so schuldig gegenüber Pauli und warum hatte ich die gan-ze Zeit das beschissene Gefühl, dass ich mich bei ihm entschuldigen sollte. Was, ver-dammt noch mal, war denn gestern vorgefallen. Ich konnte mich nur sehr undeutlich an die Nacht erinnern... Da kam Aki an mein Bett und riss mich aus meinen Gedanken. „Hey, wasn los?“ „Ach nichts...“ Stille... „Obwohl.. du warst doch gestern auch mit sau-fen, ne?“ „Ja, warum?“ „Na ja, ich dachte, vielleicht könntest du mir sagen, was gestern passiert ist, ich hab so gut wie keine Erinnerung mehr dran...“ Aki lachte. „Also, wir sind in die erste Bar, wo du erstmal 4 Bier und eineinhalb Schachteln Menthol verbraucht hast, in der nächsten hast du dann ziemlich viel weiter geraucht und bist dann auch ir-gendwann auf Vodka umgestiegen...“ „Mensch Aki! Sorry dass ich dich jetzt unterbre-che, aber ich meinte eigentlich, also.. wegen Pauli. Ich hab irgendwie dauernd das Ge-fühl, mich bei ihm entschuldigen zu müssen, aber warum, das fällt mir einfach nicht mehr ein!“ Ich seufzte. Aki hatte nun einen ernsten Blick. „Ja, also, ähm, er hat dir ziem-lich höflich und trotzdem deutlich verklickert, dass du nicht mehr weitertrinken sollst... also man könnte sagen er wollte dir helfen... Na ja, und du, ...“ „Was ich?“ „Du hast ihn ziemlich derb angemacht...“ Aki senkte den Blick. >Oh Paska! Ich bin ja so was von blöd, ich weiss doch, dass er in diesem Gebiet sehr empfindlich ist...< Ich lief in den Teil des Busses, den wir Wohnzimmer nannten und setzte mich neben Pauli. „Hei Lintu.“ „Hei... du... ich, ähm,.. ich möchte... ich möchte mich wegen gestern bei dir entschuldi-gen, es tut mir wirklich leid, ich.. ähm, ich... weiß, dass sich sowas nicht einfach so mit einer Entschuldigung aus der Welt schaffen lässt, aber, ähm...“ Er lächelte. „Es ist in Ordnung. Ich finde es schön, dass du dich entschuldigen kommst. Auch wenn Aki den Gedächtnis erst etwas auffrischen musste.“ Er zwinkerte mich an und ich spürte mich leicht rot anlaufen. Wir unterhielten uns noch fast drei Stunden, dann legten wir uns beide schlafen...

Na, die Geschichte mit Lauri und Pauli hat ja noch mal ein gutes Ende genommen, zum Glück... Aber what the fuck hat Melanie denn jetzt geschenkt bekommen? Ich denke, wir finden es schon ziemlich bald heraus...

Wow, das war ja der Wahnsinn, einfach nur noch der helle Wahnsinn. Was ich da in den Händen hielt, war eines der schönsten Geschenke, das ich seit langem bekommen habe... >Ich hab endlich ein eigenes, neues, wunderschönes, von Lauri geschenkt be-kommenes Handy!!!< Ich konnte es immer noch nicht fassen. Außer den 25 € Startgut-haben waren auch noch mal zusätzlich drei 25 € Karten mit drin. Auf dem Päckchen stand noch: Damit du mich immer anrufen kannst, wann du willst, ohne, dass das Han-dy nicht funktioniert oder du kein Geld drauf hast! Außerdem können wir uns auch Bil-der und kurze Videos zuschicken, das ist doch viel besser. Ich sagte ja, damit sind wir uns gleich sehr viel näher... Ich überschlug mich fast vor Freude. Damit vergingen die 3 Wochen tatsächlich wie im Flug. Er schickte mir dauernd Fotos und Videos und ich machte es genauso. Endlich kam der Tag, an dem ich ihn wiedersehen würde. Meine Ma und ich waren zum Flughafen gefahren, um die Jungs abzuholen. Außerdem waren grade die Herbstferien angegangen, sodass Pauri zu uns gekommen war, die jetzt ne-ben mir und meiner Ma am Airport stand. Als `The Rasmus´ kamen, fingen erstmal mindestens 150 Mädels an zu kreischen und Lauri, Pauli, Aki und Eero mussten erstmal ne halbe Stunde Autogramme schreiben, ehe wir sie begrüßen konnten. „Hei Lintu!“ Wir fielen uns in die Arme und blieben mindestens 5 Minuten so stehen, aus den Augen-winkeln sah ich, dass Pauri und Pauli sich küssten und dass meine Ma sich mit Eero und Aki unterhielt. Wir stiegen alle ins Auto, meine Mutter setzte Aki noch bei Stefie ab, die diesmal nicht bei uns schlief, sondern bei sich zu Hause blieb. Als wir am Haus an-kamen, waren mindestens 10 Kreischies davor. Also versuchten wir ins Haus zu flüch-ten, was uns jedoch leider erst nach ner weiteren Viertelstunde, mindestens 100 Auto-grammen und nochmal sovielen Fotos gelang. Lauri und ich gingen in mein Zimmer, Pauri und Pauli hatten wieder den Dachboden für sich und Eero wollte auf der Couch schlafen. Im Zimmer angekommen widmeten wir uns erstmal ganz uns selbst, fingen an rumzuknutschen und kuschelten uns dann unter die Bettdecke, weil es doch ziemlich kalt war. „Na also Lintu, erzähl mal, was isn dir so passiert in den 3 Wochen?“ „Ja also, zuerst muss ich dir was erzählen: Eero hat jetzt auch ne Freundin. Aus Finnland.“ Er grinste. Ich wusste, dass er sich sehr für Eero freute, schließlich waren die beiden dicke Freunde. Die Tage vergingen so langsam, wir waren fast immer in meinem Zimmer, genauso wie Pauri und Pauli auf dem Dachboden. Eero hatte es Lauri übrigens gleich getan und sich und seiner Freundin ein Fotohandy besorgt, mit dem er Tag und Nacht SMSte, telefonierte, fotografierte und filmte. Mein Vogel und ich dagegen verbrachten insgesamt 5 wundervolle Tage und dazu noch mal genausoviel noch wundervollere und vor allem aufregendere Nächte( ^^ ). Auf jeden Fall kam dann auch (zu) bald wieder der Tag der Abreise... Pauri und ich waren beide nah am Heulen und selbst unsere „harten“ Boyfriends sahen ziemlich schlecht aus. Diesmal nahmen sich die vier Jungs ein Taxi zum Flughafen. „Heippa Lauri. Und komm bald wieder...“ „Versprochen Süße...“ Wir hielten uns so lang fest, bis das Taxi kam. Vielleicht wäre noch erwähnenswert, dass wir draußen im Hof standen und es regnete... Die drei stiegen ein, ich sagte dem Fah-rer, der leider kein Wort Englisch konnte, freundlicherweise, was die Jungs wollten und dass er erst noch jemand vierten abholen müsse. Dann fuhr das gelbe Auto davon. Den Tag über verbrachten Pauri und ich mit quatschen und fernsehen, versuchten uns ab-zulenken von der Tatsache, dass die Jungs nun für fünf Wochen werg sein würden, dass die Ferien in 2 Tagen zu Ende waren und dass sie, Chrissy, außerdem am näch-sten Tag nach Hause musste. Der nächste morgen kam schneller als uns beiden lieb war und nachdem ich ihrem Zug hinterhergewunken hatte, ging ich ziemlich zerknirscht nach Hause. 3 Wochen später wartete ich immer noch vergeblich auf etwas, von dem ich schon vor eineinhalb Wochen fast nicht mehr dran glaubte... ich rief Pauri an und da glücklicherweise grade Wochenende war, kam sie so schnell wie möglich. Als sie end-lich da war, erzählte ich ihr alles unter Tränen. Zum Glück behielt sie wenigstens einen kühlen Kopf. „Komm, am Besten wir überprüfen das gleich mal, ok?“ Ich nickte und wir begaben uns zur nächsten Apotheke. Wieder daheim im Bad warteten wir gespannt. Als wir uns endlich das Ergebnis ansahen, brach für mich eine, nein, meine Welt zusam-men! Ich! Schwanger! Das ging doch gar nicht! Pauri nahm mich in den Arm und mein-te, dass ich Lauri bescheid sagen müsste. „Das kann ich nicht! Wir..wir können doch beide kein Kind ...“ Ich suchte nach den richtigen Worten. „Wir können sowas nicht brauchen!“ „Trotzdem musst du es ihm sagen. Er ist der Vater und er hat ein Recht dar-auf!“ Ich wusste genausogut wie sie, dass es stimmte, aber ich wollte es nicht. Ich hatte Angst davor. Und die sollte sich auch wirklich begründen...

Das war ja jetzt wirklich ein ziemlicher Schock. Und Lauri wusste noch gar nichts davon, sondern hüpfte im Studio in Stockholm rum, wo sie grade ihre neue Platte, Hide from the sun, aufnahmen...

Mein Handy klingelte, mittendrin, als wir gerade No fear probten. Wir waren uns alle drei einig, dass dieser Song am besten dafür geeignet war, die erste Single des Albums zu sein. „Ylönen. Oh, hei Pauri. Warte, ich geb dir Pauli. Achso, ok.“ Melanie ging ran. „Lauri...?“ „Hei Melli, is was, du hörst dich so komisch an...“ „Du, du... musst kommen. Zu mir. Es.. ist sehr wichtig. Wirklich.“ „Aber was ist denn los, können wir das nicht am Handy besprechen?“ Ich hörte, dass sie anfing zu weinen und dann war wieder Chrissy am Handy. „Lauri, es ist wirklich dringend!“ „Was hat sie denn? Sag mir sofort, was mit ihr los ist!“ Ich machte mir auf einmal voll die Sorgen. „Komm einfach, und zwar so schnell wie nur irgend möglich, dann weißt du´s!“ „Aber, ich...“ Doch sie hatte schon aufgelegt. „Jungs, ich muss zu Melli!“ Das war alles, was ich herausbrachte, dann stürmte ich zur Tür raus, ging zu meiner Zweitwohnung in Stockholm, packte das nötig-ste und machte mich auf dem schnellsten Weg zum Flughafen. Dort erwartete mich Aki, ebenfalls mit nem Koffer, aber ziemlich aus der Puste. Er hatte sich wohl ziemlich beeilt. Ich zog ihn in den Flughafen, glücklicherweise würde in 10 Minuten ein Flugzeug ge-hen, in das wir, dank unseres Star-Status, noch reingelassen wurden. In Deutschland angekommen fuhren wir mit einem Zug nach Strullendorf, trampten nach Leesten und kamen ungefähr 3 Stunden nach dem Anruf an. Da ich mittlerweile nen Schlüssel hatte, rannte ich fast ohne anzuhalten in Melanie´s Zimmer, wo ich sie neben Pauri auf dem Bett sitzen sah. Aki wartete unten in der Küche. „Also, ich lass euch beiden dann mal allein.“ Chrissy wollte gehen, doch Melanie hielt ihre Hand fest. „Bitte bleib da.“ Ihre Stimme war nicht mehr als ein Flüstern. Endlich hatte auch ich mich von meiner Starre befreit und fiel Melli um den Hals. „Was ist denn los, um Himmels willen?“ Ihre Augen waren rot und geschwollen, vermutlich vom vielen Weinen, und ihre Stimme war heiser und kratzig. „Ich...“ Sie stockte. Sie sah Pauri an, die nickte, dann sah sie mir in die Au-gen. Ich konnte an ihren Augen sehen, dass sie Qualen litt und dass es ihr reichlich überwindung kostete, mir das „Geheimnis“ zu erzählen. „Ich..., ich... bin schwanger!“ Da war es raus, mit einemmal. Sie sagte das so daher. Ich starrte sie ungläubig an. Dann wurde ich plötzlich furchtbar wütend. Ich fing an, sie anzuschreien, obwohl ich doch ge-nauso daran Schuld war. Ich war so aufgebracht, dass ich mich heute noch nicht mal mehr daran erinnere, wie ich sie damals beschimpft hatte. Sie blieb weinend auf dem Bett liegen, als ich aus dem Zimmer stürmte. Chrissy stürmte hinter mir her, bekam im Flur meine Schulter zu fassen und riss mich herum. „WAS?! WAS WILLST DU VON MIR?!“ „DU SPINNST DOCH TOTAL! SIE SO ANZUSCHREIEN! DU BIST VÖLLIG BEKLOPPT, WEIßT DU DAS?“ Ich versuchte mich zu beruhigen und normal zu spre-chen. „SIE hat doch nicht aufgepass! SIE hätte die Pille nehmen können! SIE ist doch an allem Schuld!“ „DU bist ein Arschloch!“, brüllte Pauri und ehe ich mich versah, hatte sie mir mit voller Wucht ne Ohrfeige verpasst und trat mir in meine empfindlichste Ge-gend. Bevor sie wieder in Melanie´s Zimmer verschwand schrie sie noch: „Und zwar das allergrößte Arschloch auf diesem Planeten!“ Ich ging zurück nach unten, zog Aki mit mir und lief nach draußen. Ich wollte einfach nur laufen. Aki lief neben mir her. Ich wusste nicht, wie lag wir so nebeneinander her gelaufen sind, aber irgendwann standen wir wieder vorm Bahnhof.


Nun, das ist ja nicht wirklich schön, wie Lauri da reagiert hat. Aber wie ging es jetzt Melanie. Nachdem sie unter diesen Umständen Lintu´s „Schlechte Seite“ kennengelernt hat, wird sie sich wohl nicht grade gut fühlen.

Ich weiß nicht mehr genau, wie der Abend weiterging, außer, dass ich pausenlos ge-heult und Pauri mich pausenlos getröstet hatte. In den nächsten Wochen dachte ich noch viel über Lauri nach, aber mit der Zeit begann ich ihn eifach zu verdrängen. Als meine Mutter an diesem Abend nach Hause kam, erzählte ihr Pauri das mit der Schwangerschaft und Lauri´s Reaktion, wofür ich ihr sehr dankbar war. In den nächsten neun Monaten besuchte sie mich, wann immer es ihr möglich war. Zu Stefie hatte ich den Kontakt abgebrochen, nachdem ich erfahren hatte, dass sie mich die ganze Zeit nur ausgenutzt hatte. Als ich erfuhr, dass sich Aki von ihr getrennt hatte, war ich richtig glücklich, so gemein das auch klingen mag. Alles, was sich bei The Rasmus abspielte, erfuhr ich von Pauri, die immer noch mit Pauli zusammen war. Ich wollte mir während der Schwangerschaft nie sagen lassen, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Der Tag der Geburt kam. Ein paar Stunden später hielt ich ein kerngesundes Mädchen im Arm. Pauri und meine Ma saßen an meinem Bett. „Und, wie willst du sie nennen?“ Pauri sah mich erwartungsvoll an. „ich weiß nicht, aber... Mirijam!“ Dieser Name war mir ge-rade erst eingefallen, aber ich fand ihn wunderschön. Mirijam lächelte mich an, fast wie um mir zu zeigen, dass ihr der Name auch gefiel. Zwei Tage später kam Lauri in mein Krankenzimmer. „Ich wollte nur mal sehen, was ich da fabriziert habe. Keine Angst, ich will das Kind nicht, und dich auch nicht mehr. Ich werde natürlich jeden Monat Geld überweisen, damit sie alles hat, was sie braucht.“ Er sprach diese Worte so kalt aus, dass ich eine Gänsehaut bekam. „Wie heißt sie denn?“ „Mirijam.“ Ich sagte diesen Na-men fast trotzig. „Ph.“ Lauri verdrehte die Augen. Dann verließ er das Krankenzimmer wieder.



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